Flüchtlinge: Beim Zürcher Hallenstadion ziehen 250 Asylsuchende ein

18.12.15, 13:12

Rund 250 Asylsuchende werden ab Januar in Zürich-Oerlikon in einer Messehalle in Ikea-Häuschen einziehen. Die 62 so genannten «Shelters» bieten Platz für jeweils vier Personen. Die Stadt Zürich muss nach kantonalen Vorgaben zusätzlich 780 Menschen aufnehmen.

Zusammen mit den temporären Durchgangszentren, die zum Teil bereits in Betrieb genommen wurden, erfüllt die Stadt Zürich damit die kantonalen Vorgaben zur Aufnahme von Asylsuchenden. Sozialvorsteher Raphael Golta (SP) sprach am Freitag in der Messehalle 9 von einem «ziemlichen Hosenlupf», welcher der Stadt auferlegt worden sei.

Innerhalb von zwei Monaten für so viele zusätzliche Menschen eine Unterkunft zu finden, habe für alle Beteiligten einen enormen Aufwand bedeutet, sagte Golta. «Wir konnten nicht wählerisch sein.» Die Häuschen in der Messehalle sind nur als vorübergehende Lösung gedacht. Längerfristig suche die Stadt nach besseren Möglichkeiten.

Die so genannten «Shelters» sind Selbstbau-Hütten, die von der Ikea Stiftung in Zusammenarbeit mit dem UNO-Hochkommissariat für Flüchtlinge UNHCR entwickelt wurden. Sie werden weltweit eingesetzt, zur Zeit etwa in Griechenland zur Bewältigung der Flüchtlingsströme. Auch der Kanton Aargau plant, Asylsuchende in solchen unterzubringen.

Eine Hütte kostet gemäss Angaben der Zürcher Asylorganisation AOZ mit einer einfachen Einrichtungen rund 1500 Franken. Die Mietkosten für die Halle auf dem Messegelände betragen monatlich 30'780 Franken.

Erwachsene Männer und unbegleitete Minderjährige

Am 4. Januar sollen die ersten Menschen jeweils zu viert in die 17 Quadratmeter grossen Häuschen einziehen. Neben den Betten stehen ein Tisch und Stühle sowie für jeden Flüchtling ein abschliessbarer Schrank zur Verfügung. Küchen und sanitäre Anlagen werden ebenfalls in Containern in der Halle installiert.

Betreut werden die Menschen von der AOZ. Ein Team wird 24 Stunden für die Asylsuchenden und Flüchtlinge vor Ort sein. Diese werden auch Zugang haben zu Deutschförderangeboten und Beschäftigungsprogrammen. Schulpflichtige Kinder sollen die Kindergärten und Aufnahmeklassen im Quartier besuchen.

Die Stadt rechnet damit, dass hauptsächlich alleinstehende erwachsene Männer und unbegleitete jugendliche Minderjährige in Zürich-Oerlikon untergebracht werden. Die grosse Mehrheit sind gemäss Golta Personen, welche den Schutzstatus erhalten werden und deshalb hier bleiben können. «Für sie müssen wir Perspektiven schaffen», sagte der Sozialvorsteher. (sda)

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