«Die Zeit des Siegs ist gekommen»: Irak startet Mossul-Offensive

Publiziert: 17.10.16, 01:24

Die Militäroperation zur Rückeroberung der nordirakischen Grossstadt Mossul aus den Händen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat begonnen. Dies verkündete Iraks Ministerpräsident Haider al-Abadi in der Nacht auf Montag im irakischen Fernsehen.

«Die Zeit des Siegs ist gekommen und die Operationen zur Befreiung von Mossul haben begonnen», sagte al-Abadi in einer Ansprache im Staatssender Irakija. «Heute erkläre ich den Beginn dieser siegreichen Operation, um Euch von der Gewalt und dem Terror von Daesch zu befreien», sagte er an die Einwohner von Mossul gewandt unter Verwendung der arabischen Bezeichnung für die IS-Miliz.

Mossul ist die letzte grössere irakische Stadt, die noch von der sunnitischen Extremistengruppe kontrolliert wird, nachdem die Regierungstruppen die Dschihadisten aus Städten wie Ramadi, Falludscha und Tikrit vertrieben haben.

Die Dschihadisten hatten Mossul im Sommer 2014 in einer Blitzoffensive erobert, ohne dass die irakische Armee nennenswerten Widerstand leistete. Der Einsatz zur Rückeroberung der Millionenstadt wird die bisher grösste Militäroperation gegen die Dschihadisten im Irak. Neben der irakischen Armee sind auch schiitische und kurdische Milizen beteiligt. Unterstützung erhalten sie von Kampfflugzeugen der US-geführten Anti-IS-Koalition.

Streit mit der Türkei

Zuletzt hatte es eine Kontroverse um die Beteiligung der türkischen Armee an der Operation gegeben. Während Ankara die Einbindung ihrer Streitkräfte forderte, lehnte Bagdad dies ab. Das irakische Parlament verurteilte Anfang Oktober die Präsenz türkischer Truppen im kurdischen Autonomiegebiet, wo sie im Militärlager Baschika sunnitische Milizen für den Einsatz zur Rückeroberung von Mossul ausbilden, und forderte ihren Abzug.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte in einem Interview erklärt, nach der Befreiung Mossuls dürften dort nur sunnitische Araber, Turkmenen und sunnitische Kurden leben. Diese Äusserung löste im mehrheitlich von Schiiten bewohnten Irak scharfe Kritik aus. (sda/afp/dpa)

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User-Review:
schlitteln - 18.4.2016
Guter Mix zwischen Seriösem und lustigem Geblödel. Schön gibt es Watson.
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