USA: Obama will Landsleuten Mut für die Zukunft machen

13.01.16, 03:36

US-Präsident Barack Obama hat am Dienstagabend in Washington seine letzte Rede zur Lage der Nation begonnen. Seine Ansprache vor dem Repräsentantenhaus und Senat sowie dem Fernsehpublikum soll seinen Landsleuten Mut machen für die Zukunft.

Laut dem Redemanuskrip will Obama die US-Bevölkerung überzeugen, die positiven Seiten des «aussergewöhnlichen Wandels» zu sehen, den die Welt durchlaufe. Damit setzt er einen Gegenpunkt zu populistischen Tönen im republikanischen Präsidentschaftswahlkampf. «Amerika hat bereits zuvor grosse Veränderungen erlebt», heisst es in der Rede, die das Weisse Haus im Internet veröffentlichte.

«Jedes Mal gab es jene, die uns gesagt haben, Angst vor der Zukunft zu haben. Die behauptet haben, den Wandel abbremsen zu können. Die versprochen haben, früheren Glanz wiederherzustellen, wenn wir nur eine Gruppe oder eine Idee, die Amerika bedroht, unter Kontrolle bekommen.»

Kontrapunkt zu Trump

Die Äusserungen sind eine klare Anspielung an den republikanischen Präsidentschaftsbewerber Donald Trump, der mit dem Motto «Amerika wieder grossartig machen» wirbt. Trump fordert unter anderem den Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko, um illegale Einwanderer fernzuhalten sowie ein Einreiseverbot für Muslime.

Obama erinnert seine Landsleute daran, dass «wir diese Ängste jedes Mal besiegt haben». Stattdessen hätten die Vereinigten Staaten die Veränderungen angenommen und anschliessend «stärker und besser als zuvor» dagestanden.

Angesichts von Terrordrohungen und Wohlstandsverlust der Mittelschicht glauben einer aktuellen Umfrage des Rasmussen-Instituts zufolge 67 Prozent der US-Bürger, dass ihr Land auf dem falschen Weg sei.

Das Politsystem reparieren

Obama will in der Rede auch die Erfolge seiner Amtszeit unterstreichen, von der Gesundheitsreform über Homosexuellen-Rechte bis zum Atomabkommen mit dem Iran. Ausserdem werde er dazu aufrufen, das politische System zu «reparieren» und die Spaltung des Landes zu überwinden.

Eine bessere Zukunft könne es nur geben, «wenn wir zusammenarbeiten. Es wird nur passieren, wenn wir rationale, konstruktive Debatten haben können».

Die «State of the Union»-Ansprache bei einer gemeinsamen Sitzung von Repräsentantenhaus und Senat wird live im Fernsehen übertragen. Schätzungsweise 30 Millionen Menschen dürften einschalten. Traditionell nutzt der Präsident die Aufmerksamkeit, um seine Politik zu erläutern und Gesetzesinitiativen vorzustellen.

Obamas Amtszeit geht Anfang 2017 nach acht Jahren zu Ende, sein Nachfolger wird am 8. November 2016 gewählt. Bei seinen Demokraten gilt die frühere Aussenministerin Hillary Clinton als Favoritin für die Kandidatur. Bei den Republikanern zeichnet sich ein enges Rennen ab.

Am 1. Februar beginnen in Iowa die Vorwahlen, bei denen beide Parteien nach und nach in allen 50 Bundesstaaten ihren Kandidaten bestimmen.

https://medium.com/@WhiteHouse/president-obama-s-2016-state-of-the-union-address-7c06300f9726#.cm87p6xnh (sda/afp)

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Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.
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