Hamas vermeldet Durchbruch bei Versöhnungsgesprächen mit Fatah

12.10.17, 07:52

Die beiden rivalisierenden Palästinenserorganisationen Hamas und Fatah haben sich in Kairo auf ein Abkommen zur Versöhnung verständigt. Das teilte Hamas-Chef Ismail Hanija am frühen Donnerstag mit. Details wurden zunächst nicht bekannt.

Bei den Gesprächen unter Vermittlung Ägyptens war es darum gegangen, den seit 2007 von der Hamas beherrschten Gaza-Streifen unter die Kontrolle der Palästinensischen Regierung von Mahmud Abbas zu stellen. Abbas regiert im von Israel besetzten Westjordanland. Von Fatah-Seite hiess es, zum Stand der Verhandlungen werde es am Mittag eine Pressekonferenz am Tagungsort in Kairo geben.

Die radikalislamische Hamas ist nach der Fatah die grösste Palästinenserorganisation. Sie wird von den USA und der Europäischen Union als Terrorgruppe eingestuft. Vor zehn Jahren hatte sie die Macht im Gazastreifen in einem blutigen Bürgerkrieg mit der gemässigten Fatah an sich gerissen. Die Abbas-Regierung ist international anerkannt.

Im September hatte die Hamas verkündet, sie lade die Regierung des Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas im Westjordanland dazu ein, «in den Gazastreifen zu kommen und ihre Aufgaben sofort zu übernehmen». Damals herrscht Skepsis, weil schon frühere Versöhnungsversuche gescheitert waren. Im Küstenstreifen leben rund zwei Millionen Menschen.

Den Versöhnungsgesprächen in Kairo stimmten Hamas und Fatah auf Druck Ägyptens zu. Ziel waren die Bildung einer Einheitsregierung für die Palästinensergebiete sowie Neuwahlen. Ein besonders kontroverses Thema war dabei die Zukunft des bewaffneten Arms der Hamas. Ihm gehören 25'000 Kämpfer an, und die Islamisten haben erklärt, dass sie dieser Frage zu keinem Kompromiss bereit sind. (sda/dpa/afp)

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