Von Graffenried mit Glanzresultaten - FDP nicht mehr in Regierung

Publiziert: 27.11.16, 23:08

Das Rot-Grün-Mitte-Bündnis kann in der Stadt Bern auch nach 24 Jahren an der Macht noch immer zulegen. Bei den Gemeinderatswahlen errang es einen vierten Sitz in der fünfköpfigen Stadtregierung. Die FDP flog aus dem Gemeinderat.

Der Freisinnige Finanzdirektor Alexandre Schmidt verpasste die Wiederwahl am Sonntag. Er habe keine Angst um sich selber, sondern um die Stadt Bern. Ein Teil der Bevölkerung - die Bürgerlichen - sei nun nicht mehr im Gemeinderat vertreten, sagte Schmidt.

Das RGM-Bündnis sieht sich in der Pflicht. Diese grosse Mehrheit sei auch mit Verantwortung gegenüber jene Wählern verbunden, die sich nicht von RGM vertreten fühlten, sagte SP-Gemeinderätin Ursula Wyss. Und Franziska Teuscher (Grünes Bündnis) warnte vor Überheblichkeit.

Grund zur Freude hatte nicht nur RGM, sondern auch alt Nationalrat Alec von Graffenried (GFL). Der Neuling schaffte auf Anhieb ein Glanzresultat und düpierte damit die alteingesessene Konkurrenz.

Bei den Gemeinderatswahlen holte von Graffenried 31'127 Stimmen. Ihm folgte mit Schuldirektorin Franziska Teuscher (GB) eine weitere Grüne. Sie brachte es auf 27'866 Stimmen.

Überraschend mit Platz drei begnügen musste sich die amtierende Bau- und Verkehrsdirektorin Ursula Wyss (SP). Sie erzielte 26'160 Stimmen. Ihr Parteikollege Michael Aebersold zieht neu in den Gemeinderat ein mit 23'351 Stimmen. Reto Nause (CVP) reichten 11'033 Stimmen für die Wiederwahl.

Das RGM-Bündnis erhielt insgesamt 61.8 Prozent der Parteistimmen. Gegenüber den Wahlen 2012 legte Rotgrün also nochmals um rund zwei Prozent zu.

Nauses Mitte-Liste holte sich den verbleibenden Sitz mit 13.1 Prozent. Die liberal-bürgerliche Liste von Alexandre Schmidt musste sich mit 11.4 Prozent bescheiden. Die SVP, die allein angetreten war und grosse Hoffnungen gehegt hatte, scheitert mit 10.6 Prozent.

Zweiter Wahlgang fürs Stadtpräsidium

Wer in der Stadt Bern die Nachfolge des abtretendenden Stadtpräsidenten Alexander Tschäppät antritt, ist noch offen. Den ersten Wahlgang am Sonntag entschied von Graffenried für sich. Allerdings erreichte keiner der zahlreichen «Stapi»-Kandidaten das absolute Mehr. Der zweite Wahlgang findet Mitte Januar statt.

Ursula Wyss, bereits sehr früh als «Königsanwärterin» gehandelt wurde, musste sich im ersten Wahlgang hinter von Graffenried einreihen. Von Graffenried liess am Sonntag durchblicken, dass er zum zweiten Wahlgang antritt. Wyss betonte, dass RGM die Ausgangslage noch diskutieren werde.

Reto Nause nahm sich aus dem Rennen und signalisierte für den zweiten Wahlgang Unterstützung für von Graffenried.

Unregelmässigkeiten

Die Stadtberner Wahlen werden von einer Unregelmässigkeit überschattet. Rund 300 Zettel wurden mit der gleichen Handschrift ausgefüllt. Die Zettel wurden für ungültig erklärt. Die Stadtkanzlei wird eine Strafanzeige einreichen, wie sie am späten Abend mitteilte. (sda)

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schlitteln - 18.4.2016
Guter Mix zwischen Seriösem und lustigem Geblödel. Schön gibt es Watson.
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