Messerattacke auf Touristen an ägyptischem Strand mit zwei Toten

15.07.17, 02:56

In Ägypten hat ein Angreifer in einer Hotelanlage im Urlaubsort Hurghada am Roten Meer zwei Menschen mit einem Messer getötet und mehrere Urlauber verletzt. Bei den Erstochenen handelt es sich um zwei deutsche Frauen. Sie lebten offenbar schon länger in dem Land.

Die beiden Frauen hätten dauerhaft in dem Badeort gelebt, sagte deren Bekannter und ehemalige deutsche Honorarkonsul Hurghadas, Peter-Jürgen Ely am Samstagmorgen der Nachrichtenagentur dpa. Eine Bekannte von ihm habe die Frauen nach der Tat identifiziert. Er bestätigte Angaben des ägyptischen Staatlichen Informationsservices (SIS).

Das Auswärtige Amt in Deutschland bestätigte die Angaben zunächst nicht. Der Konsul der deutschen Botschaft in der Hauptstadt Kairo sowie ein Beamter des Bundeskriminalamtes wurden noch in der Nacht in Hurghada erwartet. Unter anderem sollen sie den Tatort besichtigen und die Rückführung der Leichen in die Wege leiten.

Auch die vier Verletzten der Messerattacke sind demnach Ausländer. Die Agentur Interfax berichtete unter Berufung auf das russische Konsulat, dass eine russische Frau verletzt worden sei. Das tschechische Aussenministerium bestätigte, dass eine 36 Jahre alte Landsfrau bei der Messerattacke am Bein verletzt worden sei. Das Aussendepartement (EDA) in Bern hatte am Freitagabend keine Kenntnis von Schweizer Opfern.

Das Ministerium in Berlin verurteilte den Angriff. «Diese feige und niederträchtige Tat, die sich gezielt gegen Urlauber gerichtet zu haben scheint, die einfach nur eine unbeschwerte und erholsame Zeit am Meer verbringen wollten, verurteilen wir auf das Schärfste», erklärte ein Sprecher. «Wir trauern mit den Familien der Opfer und hoffen, dass alle, die bei dem Angriff verletzt worden sind, rasch und vollständig wieder gesund werden.»

An Hotelstrand geschwommen

Die Messerattacke ereignete sich an einem Strand in dem beliebten Ferienort Hurghada am Roten Meer. Der Angreifer sei von einem öffentlichen Bereich aus an den Hotelstrand geschwommen und habe mit dem Messer mehrere Touristengruppen angegriffen, hiess es in einer Erklärung des ägyptischen Innenministeriums.

Die ägyptische Nachrichtenseite «Al-Masry Al-Youm» zitierte den Manager des Hotels «El Palacio». Demnach soll der Angreifer zunächst an einem benachbarten Hotelstrand Urlauber attackiert haben, bevor er zum Strand seiner Anlage weitergeschwommen sei. Dort sei er von Sicherheitsleuten und Gästen überwältigt worden.

Fotos im Internet zeigten, wie der überwältigte Angreifer auf einem Karren liegend durch den Garten einer Hotelanlage gezogen wurde. Auf einem anderen Foto, das ägyptische Medien verbreiteten, lag eine blutverschmierte Touristin mit Bikini und Sonnenbrille auf einem Sofa in einer Hotellobby.

Polizisten beschossen

Hurghada ist neben Scharm el Scheich das grösste ägyptische Touristenzentrum am Roten Meer. Seit den 1980er Jahren sind mehr als 250 Hotelanlagen in dem früheren Fischerdorf entstanden. Hurghada gilt als wichtigstes Ziel für Taucher am Roten Meer.

Seit dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi im Jahr 2013 durch die Armee unter Kontrolle des heutigen, autoritär regierenden Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi kommt es in Ägypten immer wieder zu Angriffen auf Sicherheitskräfte und Touristen.

Vor zwei Jahren stürzte eine russische Passagiermaschine kurz nach dem Start aus dem Ferienort Scharm el Scheich über der Sinai-Halbinsel ab. Bei dem Unglück starben alle 224 Menschen an Bord. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) behauptete später, das Flugzeug mit einer Bombe in einer Getränkedose zum Absturz gebracht zu haben.

Kurz vor der Attacke auf die Feriengäste in Hurghada hatte es in der Nähe der Hauptstadt Kairo noch einen weiteren Zwischenfall gegeben. Maskierte griffen mit Maschinengewehren einen Kontrollpunkt der Polizei an und töteten dabei fünf Polizisten, wie es aus Sicherheitskreisen hiess. Der Angriff ereignete sich in der Provinz Gizeh in Al-Badraschein rund 40 Kilometer südlich von Kairo. (sda/dpa/afp/reu)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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