Mindestens 24 Tote bei verheerendem Waldbrand in Portugal

18.06.17, 05:04

Mindestens 24 Menschen sind bei einem schweren Waldbrand in Portugal ums Leben gekommen. Die Situation im betroffenen Kreis Pedrógão Grande knapp 200 Kilometer nordöstlich von Lissabon war in der Nacht zum Sonntag nach amtlichen Angaben besorgniserregend.

Es gebe einige Dörfer, die «von den Flammen völlig eingekesselt» seien, sagte der Bürgermeister von Pedrógão Grande, Valdemar Alves, der Zeitung «Público».

Nach Angaben des portugiesischen Innenministeriums waren mindestens 16 der Todesopfer mit ihren Fahrzeugen unterwegs, als sie von den Flammen eingeschlossen wurden. Mindestens drei weitere Opfer seien nach ersten Erkenntnissen in der Nähe eines Friedhofes an Rauchvergiftungen ums Leben gekommen. Ausserdem würden mindestens zwei Personen vermisst.

Mehr Tote befürchtet

Ministerpräsident Antonio Costa sprach von einer «furchtbaren Tragödie». Nach seinen Worten könnte die Zahl der Todesopfer sogar noch weiter steigen.

Das Feuer war den Angaben zufolge am Samstagnachmittag in der dünn besiedelten Region aus noch unbekannter Ursache ausgebrochen. Mindestens 20 Verletzte, darunter sechs Feuerwehrmänner, wurden in Spitäler gebracht. In einigen Gebieten fiel der Strom aus. Feuerwehrfahrzeuge wurden von den Flammen zerstört, mehrere Familien mussten ihre Häuser verlassen. In Portugal herrschten am Samstag Temperaturen von teilweise über 40 Grad Celsius.

Grosseinsatz der Rettungskräfte

Das Feuer sei an vier Fronten aktiv und werde von mehr als 260 Feuerwehrmännern mit über 80 Einsatzfahrzeugen und zwei Flugzeugen bekämpft, sagte Innenministeriums-Staatssekretär Jorge Gomes. Dennoch habe man nicht verhindern können, dass die Flammen auf den Nachbarkreis Figueiró dos Vinhos übergriffen. Starke Winde erschwerten die Löscharbeiten, hiess es.

Der Kreis Pedrógão Grande hat auf 128 Quadratkilometer Fläche lediglich rund 4000 Einwohner, die sich in erster Linie der Land-, aber auch der Textilwirtschaft widmen. Die nahezu unberührte Natur mit Lagunen und Stauseen zog in den vergangenen Jahren immer mehr Wanderer und Wassersportler an. (sda/dpa/afp)

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Micha-CH, 16.12.2016
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