«Stark ist das neue hübsch» – diese Fotografin führt unser Rollenbild ad absurdum

19.05.17, 13:53

philipp dahm

Wurm-Fänger. bild: kate parker

Als unsere Grossmütter jung waren, wehte noch ein anderer Wind. Die Welt war nicht nur im Kalten Krieg schwarz und weiss, sondern auch bei den Rollen der Geschlechter. Der Mann war der Versorger, die Frau hatte vor allem gut auszusehen und gute Hausarbeit abzuliefern.

«Eine Frau hat zwei Lebensfragen: Was soll ich anziehen? Und: Was soll ich kochen?» Sexistische Werbung der 50er Jahre. Video: YouTube/TaeglichWerbung

Obwohl diese Zeiten lange vorbei sind, halten sich einige Klischees hartnäckig. Noch immer gibt es Menschen, die meinen, Mädchen müssten kleine Prinzesschen sein – so adrett wie eine Barbie-Puppe. Das regt Kate Parker wahnsinnig auf: Die Fotografin aus Atlanta, Georgia, will nicht, dass ihre beiden Töchter mit so einem Selbstverständnis aufwachsen. Deshalb hat eine eindrückliche Reihe von Bildern erschaffen. Das Motto: «Stark ist das neue hübsch».

«Es ist eine Serie von Fotografien, die meine beiden jungen Mädchen und ihre Freundinnen zeigen. Einfach so, wie sie sind: laut, athletisch, furchtlos, unordentlich, fröhlich, frustriert. Ich wollte diese Mädchen als das würdigen, was sie sind und nicht so, wie man es von Frauen erwartet. Es ist nicht wichtig, hübsch oder perfekt zu sein. Sich selbst zu sein dagegen schon», erklärte Parker gegenüber watson. 

Soccer Girls. bild: kate parker

Eine Spielerin. bild: kate parker

Glorreiche Ausnahme von 1979: «Kassensturz» zeigte einen eigenen Werbespot mit Zitaten aus einer Hemdenreklame, vertauschte dabei aber die Rollen von Mann und Frau. Video: YouTube/SRF Archiv

Wie ist die Amerikanerin auf diese Idee gekommen? «Das Projekt begann anfangs aus dem Wunsch heraus, meine Töchter und ihre Kindheitserinnerungen einzufangen. Ausserdem wollte ich mit verschiedenen Kameras und mit unterschiedlichen Arten von Beleuchtung, Umgebungen und Tageszeiten üben. Doch nach etwa einem Jahr entwickelte es sich von selbst in eine andere Richtung. Die Bilder veränderten sich.»

Wenn ihre Töchter wenig «mädchenhaft» wirkten, gefielen sie ihrer Mutter am besten. «Ich fing an, Muster zu bemerken und erkannte, dass die Bilder die stärksten waren, auf denen ich die Mädchen authentisch fotografiert habe. Meine Lieblingsfotos waren die, auf denen die Mädchen echt waren. Als mir das auffiel, fotografierte ich mit dem Gedanken im Hinterkopf.»

Poolparty. bild: kate parker

Skateboarder. bild: kate parker

So zu arbeiten sei überfällig, findet Parker: «Es wird auf Mädchen (und Frauen) jede Menge Druck ausgeübt, so und so auszusehen, sich auf eine bestimmte Art zu benehmen. Und ich wollte meine Töchter wissen lassen, dass es ausreicht zu sein, wie sie von Natur aus sind.»

Scooter braucht ein Bad. bild: kate parker

Trainieren. bild: kate parker

Mehr Bilder und Informationen findest du auf Kate Parkers Homepage, ihrer Facebook-Seite, auf Instagram und Twitter.

Hinweis: Dieser Artikel wurde im April 2015 veröffentlicht.

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User-Review:
Galghamon, 3.12.2016
Ein guter Mix von News und Unterhaltung, sowie der Mut zur kritischen Analyse.
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  • Adam Gretener (1) 22.05.2017 11:00
    Highlight Ganz starke Bilder!
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