Japans Regierung: Rakete aus Nordkorea war «ernsthafte» Bedrohung

29.08.17, 00:36

Nordkorea hat nach Angaben Südkoreas eine Rakete über das benachbarte Japan hinweg geschossen. Die ballistische Rakete sei am Dienstag nahe der Hauptstadt Pjöngjang abgefeuert worden und 2700 Kilometer geflogen, teilte der Generalstab der südkoreanischen Armee mit.

Nach Berichten des japanischen Senders NHK gingen Teile der Rakete im Pazifik etwa 1180 Kilometer östlich der nördlichsten Hauptinsel Hokkaido nieder. Japan habe jedoch keine Abwehrrakete gestartet, hiess es unter Berufung auf das Militär. Damit erreicht der Konflikt um Nordkorea eine neue Eskalationsstufe.

Das Raketenabschuss stelle eine «ernste und schwerwiegende Bedrohung Japans dar», erklärte der japanische Regierungssprecher Yoshihide Suga. Man werde eng mit der Schutzmacht USA sowie Südkorea kooperieren. Es war nicht das erste Mal, dass eine Rakete Nordkoreas über Japan hinwegflog. Es sei aber das erste Mal, dass das unangekündigt erfolgt sei, wie NHK meldete.

Pentagon: Keine Gefahr für USA

Das US-Verteidigungsministerium bestätigte, dass die von Nordkorea abgefeuerte Rakete über Japan hinweg geflogen sei. Der Test werde derzeit noch ausgewertet, teilte Pentagon-Sprecher Robert Manning in Washington mit. Man sei aber bereits zu der Einschätzung gekommen, dass die Rakete keine Bedrohung für die USA dargestellt habe.

Nordkorea hatte erst am Wochenende während laufender Militärmanöver der USA mit Südkorea drei Kurzstreckenraketen abgefeuert. Zwei Raketen flogen bei den Tests am Samstag nach Angaben des US-Pazifikkommandos etwa 250 Kilometer weit. Angesichts der jüngsten Drohungen Pjöngjangs hatte das Kommando betont, die Raketen hätten keine Gefahr für das Festland der USA oder ihre Pazifikinsel Guam bedeutet.

UNO verbietet eigentlich Raketen-Tests

UNO-Resolutionen verbieten Nordkorea Tests mit solchen Raketen. Ballistische Raketen sind in der Regel militärische Boden-Boden-Raketen, sie können je nach Bauart konventionelle, biologische, chemische oder auch atomare Sprengköpfe befördern.

Pjöngjang hatte im Juli mit zwei Tests von Interkontinentalraketen (ICBM) weltweit Empörung ausgelöst. Als Reaktion verhängte der Weltsicherheitsrat die bislang schärfsten Wirtschaftssanktionen gegen das diplomatisch isolierte Land.

Nordkorea arbeitet an Raketen, die einen Atomsprengkopf bis in die USA tragen können. Pjöngjang wirft den USA regelmässig vor, durch ihre Manöver mit Südkorea eine Angriff vorzubereiten, was beide Länder bestreiten. (sda/afp/reu/dpa)

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