Nationalfeiertag in Frankreich mit US-Freunden und Terror-Gedenken

14.07.17, 18:16

Frankreich hat in Nizza der Opfer der Lastwagen-Attacke vor genau einem Jahr gedacht. Bei einer Militärzeremonie mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron wurden am Freitag zahlreiche Orden verliehen.

Ausgezeichnet wurde auch ein Mann, der von seinem Roller aus versucht hatte, den Terroristen zu stoppen, der dort in eine Menschmenge gerast war.

Bei dem Anschlag am 14. Juli 2016 nach dem alljährlichen Feuerwerk zum Nationalfeiertag hatte der 31-jährige Mohamed Lahouaiej-Bouhlel auf der Strandpromenade der Mittelmeerstadt 86 Menschen ermordet. Die Polizei erschoss ihn. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bezeichnete den Täter als ihren «Soldaten» - doch eine Verbindung des Mannes zu der Organisation fanden die Ermittler nicht.

Wegen des symbolischen Datums war die Attacke auch als Angriff auf Frankreich und seine Werte verstanden worden. Der Nationalfeiertag erinnert an den Sturm auf die als Gefängnis genutzte Pariser Festung Bastille 1789, der als Geburtsstunde der Französischen Revolution gilt.

In Nizza legten am Freitag seit dem Vormittag Menschen Plaketten in Blau, Weiss und Rot - den französischen Nationalfarben - auf die Strandpromenade. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie sich der Nationalspruch «Liberté, Égalité, Fraternité abzeichnete - »Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit". Für diese Botschaft hatten sich Angehörige der Opfer entschieden.

Für den Abend war ein Chor- und Orchester-Konzert geplant. Um 22.34 Uhr, dem genauen Zeitpunkt des Anschlags, sollte es eine Schweigeminute geben. Zahlreiche Angehörige hatten sich zu den Gedenkzeremonien angekündigt.

Trump an Militärparade

Am Vormittag hatte Macron die traditionelle Militärparade auf den Champs-Élysées in Paris verfolgt. Als Ehrengäste sassen US-Präsident Donald Trump und seine Frau Melania mit auf der Bühne.

Macron würdigte anschliessend die Freundschaft zu den USA. Frankreich habe in seiner Geschichte «zuverlässige Verbündete gefunden, Freunde, die uns zu Hilfe geeilt sind», sagte er bei einer - eigentlich nicht üblichen - Ansprache nach der Parade. «Die Vereinigten Staaten von Amerika gehören dazu. Deshalb wird nichts uns jemals trennen.»

Anlass für den eintägigen Besuch Trumps war das Jubiläum des Eintritts der USA in den Ersten Weltkrieg vor 100 Jahren. Die Amerikaner kämpften damals an der Seite Frankreichs gegen Deutschland. An der Parade nahmen mehr als 3700 Fusssoldaten und mehr als 200 Fahrzeuge teil. Auch US-Militärs marschierten mit.

«Die Anwesenheit von Präsident Donald Trump und seiner Frau an meiner Seite ist das Zeichen einer Freundschaft, die die Zeiten übersteht», sagte Macron. Er hatte sich während des Besuchs alle Mühe gegeben, den US-Präsidenten trotz dessen Differenzen mit anderen westlichen Staatschefs nicht als isoliert dastehen zu lassen.

«Unzerbrechliche» Freundschaft

Trump bezeichnete die Freundschaft der beiden Länder auf Twitter als «unzerbrechlich». Ein Foto, das vor einem gemeinsamen Abendessen im Eiffelturm aufgenommen worden war, kommentierte er mit den Worten: «Das Verhältnis zu Frankreich ist so stark wie nie.»

Inhaltlich hatten sich der Franzose und der Amerikaner auf Themen konzentriert, bei denen eine Einigung möglich war: ein gemeinsames Vorgehen im Anti-Terror-Kampf und gegen Dumping auf dem Weltmarkt.

Ausserdem wollen sie einen Fahrplan für die Zukunft von Syrien nach dem Bürgerkrieg initiieren. Politische Meinungsverschiedenheiten wie beim Klimaschutz rückten sie in den Hintergrund. (sda/afp)

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