Bundesrat ist gegen Subventionen für Tiere mit Hörnern

15.02.17, 11:08

Für den Bundesrat geht die Hornkuh-Initiative in die falsche Richtung. Er empfiehlt dem Parlament, das Volksbegehren ohne Gegenvorschlag abzulehnen.

Die Urheber der Initiative «Für die Würde der landwirtschaftlichen Nutztiere» (Hornkuh-Initiative) wollen erreichen, dass weniger Tiere enthornt werden. Darum soll in der Verfassung festgehalten werden, dass horntragende ausgewachsene Kühe, Zuchtstiere, Ziegen und Zuchtziegenböcke finanziell gefördert werden.

Mehr Geld für Tierhaltung

Das hätte zur Folge, dass ein grösserer Teil der Direktzahlungen für die Tierhaltung eingesetzt werden müsste, schreibt der Bundesrat in der Botschaft ans Parlament, die er am Mittwoch verabschiedet hat. Seiner Ansicht nach wäre es auch schwieriger, alle Aspekte des Tierwohls ausgewogen zu fördern. Zudem gebe es keine Studie, die zeige, dass dass das Wohlergehen von Kühen oder Ziegen ohne Hörner unverhältnismässig beeinträchtigt sei.

Es sei ein unternehmerischer Entscheid der Landwirte, horntragende Tiere zu halten, schreibt der Bundesrat. Seiner Ansicht nach müssen sie die Abwägung zwischen dem Enthornen einerseits und dem zusätzlichen Aufwand und dem höheren Unfallrisiko andererseits machen.

Unerwünschte Nebenwirkung

Er warnt auch davor, dass die Anbindehaltung wieder zunehmen könnte, weil horntragende Kühe in Freilaufställen mehr Platz benötigen. In der Botschaft ist von Zusatzkosten von 10 bis 20 Prozent die Rede. Das wäre eine unerwünschte Entwicklung, schreibt der Bundesrat.

Er ist sich aber auch bewusst, dass das Anliegen bei der Bevölkerung auf Wohlwollen stösst. Die Milchkuh sei eine Sympathieträgerin, die in der Werbung oft mit Hörnern dargestellt werde. Breite Kreise teilten vermutlich die Ansicht, dass das Enthornen einen unverhältnismässigen Eingriff in die Würde der Tiere darstelle. Trotzdem empfiehlt der Bundesrat dem Parlament die Initiative zur Ablehnung.

Diese ist im März 2016 mit fast 120'000 gültigen Unterschriften eingereicht worden. Hinter der Initiative steht eine Interessengemeinschaft um den Bergbauern Armin Capaul.

In der Schweiz werden den meisten Kälbern nach vorgängiger Schmerzausschaltung die Hornanlagen ausgebrannt. Laut der Nutztierschutzorganisation Kagfreiland sind inzwischen fast drei Viertel der Milchkühe hornlos. (sda)

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