Zwei Tote bei Protesten in Kenia nach Wahlsieg Kenyattas

12.08.17, 09:56

Nach Staatschef Uhuru Kenyattas Sieg bei der Präsidentschaftswahl ist auf den Strassen Kenias gefeiert und auch protestiert worden. Bei den Protesten wurden in der Nacht zum Samstag nach Angaben von Polizei- und Rettungskräften mindestens zwei Menschen erschossen.

Die Gesundheitsbehörde im westlichen Bezirk Kisumu berichtete von einem Toten und vier Verletzten, die mit Schusswunden ins Spital gebracht worden seien. Ein Polizeibeamter in der südwestlichen Stadt Siaya bestätigte ein zweites Todesopfer. Augenzeugen berichteten von Schüssen und dem Einsatz von Tränengas.

Zuvor hatte die Wahlkommission Amtsinhaber Kenyatta zum Sieger der Präsidentschaftswahl erklärt. Kenyatta setzte sich demnach mit 54.27 Prozent der Stimmen gegen seinen Herausforderer Raila Odinga durch, der auf 44.74 Prozent kam. Odingas Parteienbündnis Nasa lehnte die Ergebnisse als «Farce» ab und erhob Manipulationsvorwürfe.

Fernsehbilder zeigten am frühen Samstagmorgen derweil jubelnde Anhänger des seit 2013 amtierenden Kenyatta. «Lasst uns friedlich sein», sagte der 55-Jährige, der sich mit dem Sieg eine zweite fünfjährige Amtszeit sicherte. Kenia habe in der Vergangenheit die Auswirkungen politischer Gewalt gesehen. «Und ich bin mir sicher, dass kein einziger Kenianer zu dem zurückkehren will.»

Weitestgehend frei und glaubwürdig

Internationale Wahlbeobachter hatten zuvor die Präsidentschafts- und Parlamentswahlen am Dienstag für weitestgehend frei und glaubwürdig erklärt. Sie verliefen zudem nach Angaben der Polizei und Wahlbehörde meist friedlich.

Neben dem Präsidenten und beiden Kammern des Parlaments wählten die Kenianer in den 47 Verwaltungsbezirken des Landes auch neue Gouverneure und Regionalvertretungen.

Spannungen und Angst vor Gewalt hatten den harten Wahlkampf und die Wahlen stets begleitet. Zudem hatte der bislang ungeklärte Mord an einem Mitarbeiter der Wahlkommission für Verunsicherung gesorgt. Nach den Wahlen 2007 gab es blutige Zusammenstösse, bei denen mehr als 1000 Menschen getötet wurden und rund 150'000 flohen. (sda/dpa/afp)

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