Sekten

Über 1750 Anfragen bei der Fachstelle infoSekta

26.05.14, 12:55 26.05.14, 13:18

Die Zürcher Fachstelle für Sektenfragen, infoSekta, hat im vergangenen Jahr 1754 Beratungsgespräche geführt. Dies sind rund drei Prozent mehr als im Vorjahr, wie aus dem am Montag publizierten Jahresbericht 2013 hervorgeht. An der Spitze der nachgefragten Gruppen steht Scientology.

Hinter Scientology folgen die Endzeitgemeinschaft der Zeugen Jehovas, die charismatische Trendgemeinde ICF und die christlich-fundamentalistische Organische Christus-Generation.

80 Prozent der Anfragen bezogen sich auf eine Vielzahl von kleinen Gruppen und Einzelanbietern, oft aus dem Bereich der esoterischen Lebenshilfe. 44 Prozent der Anfragen betrafen christliche Gruppen, mehr als zwei Drittel davon evangelikale Gemeinschaften.

Evangelikale Kreise geraten wegen ihrer Haltung zu Homosexualität – die sie für eine therapierbare Störung halten – immer wieder in die Schlagzeilen.

Bei infoSekta tauchten immer wieder Fragen auf, weshalb sich die evangelikale Gemeinschaft mit dem Thema Homosexualität derart schwer tue, obwohl sich viele evangelikal Gläubige eine undogmatischere Diskussion wünschten.

Insgesamt seien die Anfragen ein Spiegel der fortschreitenden Fragmentierung und Individualisierung des Weltanschauungs- und Lebenshilfemarktes, heisst es in der Mitteilung. Das Internet und insbesondere Social Media gewännen bei den Problemgruppen zunehmend an Bedeutung.

Im Beratungsjahr 2013 verzeichnete infoSekta 814 Erstanfragen und 940 Folgekontakte. Dies ergibt insgesamt 1754 Beratungskontakte.

35 Prozent der Erstanfragen erreichten die Organisation telefonisch, 56 Prozent auf dem schriftlichen Weg – hauptsächlich per E-Mail. Neun Prozent der Ratsuchenden kamen persönlich vorbei.

86 Prozent der Anfragen kamen aus der Deutschschweiz, einzelne aus der französischen Schweiz und dem Kanton Tessin. 11 Prozent stammten aus dem Ausland. 37 Prozent der Ratsuchenden wohnen in Stadt oder Kanton Zürich.

InfoSekta ist nach eigenen Angaben eine politisch und konfessionell unabhängige Konsumentenschutzorganisation. Sie wurde 1990 als Verein gegründet und leistet seither Beratungs- und Aufklärungsarbeit zum Thema Sekten. Finanziert wird infoSekta aus Spendengeldern und Subventionen von Stadt und Kanton Zürich. (whr/sda)

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