Estland - Russland

Estnischer Geheimdienstmitarbeiter nach Russland entführt

05.09.14, 21:43 06.09.14, 12:33

In Estland ist ein Beamter der Sicherheitspolizei im Dienst von Unbekannten mit Waffengewalt entführt und nach Russland verschleppt worden. Russische Behörden stellten hingegen den Vorfall als Abwehr einer Spionageaktion auf russischem Gebiet dar.

Der Mann war nahe des Grenzübergangs Luhamaa im Kampf gegen grenzüberschreitende Kriminalität im Einsatz, teilte die Sicherheitspolizei in Tallinn am Freitag mit. Die Behörde geht nach ersten Ermittlungen nicht davon aus, dass die Einführung politisch motiviert ist.

Vor der Entführung störten die aus Russland stammenden Entführer die Funkkommunikation und zündeten eine Rauchgranate, teilte Behördenleiter Arnold Sinisalu mit. Bei der Untersuchung des Tatorts seien dann nach Russland führende Fussspuren entdeckt worden, sagte er nach Angaben der Agentur BNS.

Dagegen teilte der russische Geheimdienst FSB mit, der estnische Beamte sei in der grenznahen russischen Region Pskow während einer Undercover-Operation festgenommen worden. Dabei seien eine Pistole, 5000 Euro in bar sowie Ausrüstung für versteckte Tonaufnahmen bei ihm sichergestellt worden, meldete die Agentur Itar-Tass unter Berufung auf die Behörde.

Estlands Aussenminister Urmas Paet sprach von einem verstörenden Vorfall und bestellte den russischen Botschafter ein. Regierungschef Taavi Rõivas forderte Russland zur uneingeschränkten Zusammenarbeit bei der Lösung des Falles auf. (sda/dpa)

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