Terror-Ermittlungen nach Angriff an US-Uni mit elf Verletzten

Publiziert: 29.11.16, 05:44

Nach der Attacke eines Mannes an der State University im US-Bundesstaat Ohio wird auch Hinweisen wegen Terrorverdachts nachgegangen. Das sagten Ermittler vor Medien. Die Polizei erschoss den Täter nach wenigen Minuten.

Der Mann war am Montag zunächst in eine Gruppe Fussgänger gefahren, danach hatte er mit einem Metzgermesser auf dem Campus mehrere Menschen attackiert. Insgesamt verletzte der Mann nach Berichten von US-Medien elf Menschen. Keiner der Verletzten schwebe in Lebensgefahr.

Nach Angaben der Ermittler war der 18-Jährige einer der 66'000 Studierenden der Universität. CNN berichtete unter Berufung auf einen Ermittler, der Täter stamme aus Somalia. Die Auswertung der Aufnahmen von Überwachungskameras habe eindeutig ergeben, dass der Mann alleine handelte, sagte der Chef der Campus-Polizei, Craig Stone. Auch die Bundespolizei FBI untersucht den Fall.

Botschaft gepostet

Nach Medienberichten hatte der Mann vor seiner Attacke eine gegen die USA gerichtete politische Botschaft in den sozialen Netzwerken gepostet. Darin forderte er die USA auf, ihre Einmischung in muslimischen Staaten zu beenden. «Wir sind nicht schwach, denkt daran», schrieb er nach Angaben des Senders CNBC.

«Wir werden euch nicht schlafen lassen, ehe ihr den Muslimen nicht Frieden gewährt.» Die Botschaft, vermutlich auf seiner Facebook-Seite, erschien wenige Minuten vor seiner Attacke, inzwischen sei die Seite aber blockiert, berichtete der Sender ABC.

Fliehen, verstecken, kämpfen

Die Universitätsleitung hatte am Morgen eine Warnung herausgegeben: Die Studenten auf dem Campus sollten fliehen, sich verstecken und kämpfen.

Der Angreifer wurde nach Angaben der Polizei binnen weniger als einer Minute von einem herbeigeeilten Polizisten getötet. Die Verletzten werden wegen Stich- oder Schnittverletzungen behandelt, andere wegen Blessuren nach dem Zusammenprall mit dem Auto.

Klage über Benachteiligung

Erst im Sommer hatte die Campuszeitung «The Lantern» ein Porträt über einen Studenten veröffentlicht, der sich als Muslim an der Universität benachteiligt fühlte. Ob es sich um den späteren Täter handelte, war zunächst nicht klar. Er hatte in dem Artikel beklagt, dass es auf dem Campus keinen Gebetsraum für Muslime gebe und dass er sich unwohl dabei fühle, offen vor den anderen Studenten zu beten.

Die Liste von gewalttätigen Vorkommnissen auf Schulhöfen und den Arealen von Universitäten in den USA ist lang. Jedes Jahr werden mehrere Vorkommnisse gemeldet, bei denen Menschen verletzt oder sogar getötet werden.

Beim bislang blutigsten Amoklauf an einer US-Hochschule starben im Jahr 2007 an der Virginia Tech in Blacksburg mindestens 33 Menschen, darunter der Täter. Am 1. November starb in North Carolina ein 19-Jähriger bei einer solchen Gewalttat. (sda/dpa/afp)

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