Trump will als Präsident auf politische Gegner zugehen

Publiziert: 09.11.16, 09:48

Der künftige US-Präsident Donald Trump hat die Bürger der Vereinigten Staaten nach seinem Wahlsieg zur Einheit aufgerufen. Er wolle das Land nun einen, sagte Trump am frühen Mittwochmorgen in New York vor Anhängern. «Ich werde Präsident aller Amerikaner sein.»

Seine demokratische Konkurrentin Hillary Clinton habe ihn zuvor angerufen und zu seinem Sieg gratuliert. Er habe ihr und ihrer Familie für ihren harten Einsatz gedankt.

«Wir haben nicht einen Wahlkampf gemacht, sondern eher eine unglaubliche, grossartige Bewegung in Gang gesetzt», sagte Trump in New York. Er habe sein Berufsleben lang als Geschäftsmann nach ungehobenen Potenzialen gesucht. Das wolle er jetzt als Präsident tun. Er dankte seiner Familie für ihre Unterstützung in der harten Zeit des Wahlkampfs.

«Grossartiger» Wirtschaftsplan

Trump wiederholte eine Reihe seiner Wahlversprechen. Die Infrastruktur solle wieder aufgebaut, Arbeitsplätze zurück in die USA geholt werden. Den Veteranen werde es besser gehen. Er habe einen «grossartigen» Wirtschaftsplan für das Land.

Trump bot der Weltgemeinde eine faire Zusammenarbeit an. «Wir werden grossartige Beziehungen pflegen», sagte er. Es müsse aber gesagt werden, dass Amerika zuerst komme. Er werde dafür sorgen, dass sich das Wirtschaftswachstum der USA verdopple und sein Land die stärkste Wirtschaft aller Nationen habe.

Den Menschen anderer Länder wolle er die Partnerschaft der USA anbieten, nicht die Feindschaft des Landes, sagte Trump.

«Ich liebe dieses Land», sagte Trump zum Abschluss seiner kurzen Dankesrede. Seine Anhänger skandierten «USA, USA».

Entscheidung fiel im «Rostgürtel»

Die Präsidentschaftswahlen sind ein politisches Erdbeben für die USA: Entgegen allen Erwartungen setzte sich der Republikaner Trump in den meisten Schlüsselstaaten gegen seine demokratische Konkurrentin Clinton durch. Die Siege in Wisconsin und Pennsylvania brachten ihm schliesslich genügend Elektoren-Stimmen für den Einzug ins Weisse Haus.

Die als entscheidend geltenden Staaten Florida, North Carolina und Ohio waren ebenfalls an den Republikaner gegangen. Auch in Iowa und Alaska trug Trump den Sieg davon. Clinton gewann in Virginia und Colorado.

Der Wahlausgang überrascht: Trumps Wahlkampf, in dem er auch gegen internationale Handelsabkommen und Globalisierung Stimmung gemacht hatte, verfing in den von Abschwung geprägten Gegenden im «Rostgürtel» offensichtlich sehr. Das hatten Meinungsforscher so nicht vorausgesehen.

Kein Umschwung im Kongress

Auch ein Umschwung im von den Republikanern dominierten Repräsentantenhaus gelang den Demokraten nicht. Wie der Sender CNN meldete, werden die Republikaner dort mindestens 224 der 435 Sitze behalten. Derzeit haben die Republikaner im Repräsentantenhaus 246 Sitze, die Demokraten 186.

Die Republikaner sicherten sich zudem auch im Senat genügend Mandate, um die Kontrolle über die Kammer zu behaupten, meldete die Nachrichtenagentur AP am Mittwoch.

Den Demokraten gelang es dort zunächst nur, den Republikanern einen Sitz abzunehmen. Für eine Senats-Mehrheit müssten die Demokraten den Republikanern jedoch fünf Sitze abnehmen. Im Falle eines Wahlsieges könnte Trump also mit einer Mehrheit in beiden Parlamentskammern reagieren.

Erbitterte Auseinandersetzungen

Beide Kandidaten hatten sich in den vergangenen Wochen erbitterte Auseinandersetzungen geliefert. Der Wahlkampf gilt als einer der härtesten und schmutzigsten der amerikanischen Geschichte. Er war geprägt von persönlichen Beleidigungen und Schmähungen. Ein Ringen um politisch attraktivere Positionen gab es nicht. Fakten und Inhalte spielten kaum eine Rolle.

Noch nie in der Geschichte der US-Wahlen waren zwei Kandidaten gleichermassen so unbeliebt: Trump wegen seiner Art und seiner Ausfälle, Clinton wegen ihrer Skandale und ihrer Nähe zum bestehenden System.

Acht Jahre nach der Wahl von Barack Obama zum ersten schwarzen Präsidenten erweisen sich die USA als ein tief gespaltenes Land. Sein Ansinnen, einen politischen Ausgleich zu erreichen, konnte Obama in seiner Präsidentschaft nicht in die Tat umsetzen.

Wahlberechtigt waren etwa 219 Millionen Menschen. Voraussetzung war, dass sich ein Wähler registrieren liess und nicht von der Wahl ausgeschlossen wurde - beispielsweise wegen einer kriminellen Vergangenheit. (sda/dpa/afp/reu)

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schlitteln - 18.4.2016
Guter Mix zwischen Seriösem und lustigem Geblödel. Schön gibt es Watson.
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