Mindestens 52 Tote durch Bombenanschlag in Pakistan

Publiziert: 12.11.16, 21:48

Bei einem Bombenanschlag auf eine religiöse Stätte in der pakistanischen Provinz Baluchistan sind am Samstag mindestens 52 Menschen getötet worden. Die Zahl der Verletzten bei der Explosion an einem Sufi-Schrein lag den Behörden zufolge bei 105.

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) erklärte, Kämpfer der Organisation hätten den Anschlag ausgeführt. Die Bombe explodierte am Schah Noorani-Schrein. Behördenvertreter der Region erklärten, zum Zeitpunkt des Attentats habe es dort eine Tanzandacht gegeben, die jeden Tag vor Einsetzen der Abenddämmerung stattfinde. Medienberichten zufolge nahmen Hunderte Gläubige an der Zeremonie teil.

Die Explosion ereignete sich im Gebiet von Khuzdar rund 760 Kilometer südlich der Provinzhauptstadt Quetta und rund 150 Kilometer von der Stadt Hub entfernt. Der Innenminister der Provinz sagte, Rettungskräfte hätten Schwierigkeiten, den Ort zu erreichen. Die Behörden riefen Anwohner zur Hilfe auf.

Pakistanische Politiker verurteilten die Tat scharf. Der Sufismus ist eine mystische Bewegung im Islam. Einige islamische Fundamentalisten, die Musik und Tanz beim Gebet als unislamisch bewerten sehen den Sufismus als ketzerisch an.

In der grössten pakistanischen Provinz Baluchistan sind extremistische Gruppen besonders präsent und aktiv - sie gilt als Unruheherd des Landes. Darunter sind etwa Separatisten, sunnitische Extremisten sowie pakistanische und afghanische Taliban. In der jüngsten Zeit hat es mehrere Anschläge gegeben

So kamen bei einem Angriff auf eine Polizeiakademie in der Provinzhauptstadt Quetta im Oktober mehr als 40 Menschen ums Leben, mehr als 100 wurden verletzt. Die Sicherheitsbehörden machten die pakistanischen Taliban für die Bluttat verantwortlich.

Im August wurden bei einem Bombenattentat auf ein Spital in Quetta 73 Menschen getötet. Zu der Tat bekannten sich sowohl die pakistanische Taliban-Gruppierung Jamaat-ul-Ahrar als auch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS).

Im Juni erschossen zwei Männer den Sufi-Sänger Amjad Sabri - nach Meinung von Beobachtern möglicherweise, weil er als prominenter Vertreter des Sufismus bekannt war. (sda/afp/dpa/reuters)

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