Mindestens 31 Tote bei Bahnunglück im Iran

Publiziert: 25.11.16, 18:16

Beim Zusammenstoss zweier Züge im Norden des Iran sind am Freitag mindestens 31 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 70 weitere seien verletzt worden, sagte der Gouverneur der Provinz Semnan, Mohammed Resa Chabbas, im staatlichen Fernsehen.

Den Angaben zufolge raste ein Passagierzug am Morgen in einen Schnellzug, der wegen einer Panne auf freier Strecke gehalten hatte.

Zwei Waggons des Schnellzuges, der von Tabris nach Maschhad fuhr, gingen in Flammen auf. Die ersten vier Waggons des aufgefahrenen Zuges entgleisten und stürzten um. Der Schnellzug habe möglicherweise wegen einer technischen Panne aufgrund des kalten Novemberwetters auf freier Strecke gehalten, sagte Gouverneur Chabbas dem Fernsehsender Irib.

Auf Fernsehbildern waren dichter schwarzer Rauch und Flammen zu sehen, die aus den zerschmetterten Fensterscheiben der Waggons loderten. Noch am Mittag kämpften die Einsatzkräfte gegen das Feuer und holten Verletzte aus den verunglückten Waggons. Die Opfer wurden in Spitäler in den Städten Semnan und Damghan gebracht. «Ich hatte gerade noch geschlafen, da wurde ich aus einem brennenden Waggon gebracht», sagte ein verletzter Passagier im Fernsehen.

Der Direktor der Hilfsorganisation Roter Halbmond in der Provinz, Hassan Schokrollahi, sagte, die Rettungsarbeiten gestalteten sich schwierig, weil der Unglücksort sehr abgelegen sei. Zunächst konnte demnach nur ein Helikopter den Ort erreichen. Erst hatte es geheissen, der Schnellzug habe in einem Bahnhof gestanden, als sich das Unglück ereignete. Chabbas sagte dann aber später, die Kollision habe sich rund vier Kilometer vom Bahnhof Haft Chan entfernt ereignet.

Strecke für Ermittlungen gesperrt

Die wichtige Zugstrecke zwischen der Hauptstadt Teheran und Irans zweitgrösster Stadt Maschhad wurde gesperrt, um Ermittlungen zur Unglücksursache aufnehmen zu können, wie ein Bahnsprecher sagte. Präsident Hassan Ruhani forderte die Ermittler auf, «alle technischen, behördlichen und vorbeugenden Massnahmen zu ergreifen, um die Wiederholung eines solchen Ereignisses zu verhindern».

Auf derselben Bahnstrecke waren im Juni 2014 schon einmal zwei Züge kollidiert. Bei dem Zusammenstoss eines Güterzugs mit einem Passagierzug wurden zwei Menschen getötet und 30 weitere verletzt. In diesem Jahr sind im Iran schon vier Züge mit Strassenfahrzeugen kollidiert. Beim Zusammenstoss eines Zuges mit einem Lastwagen in der nördlichen Provinz Masandaran wurden im Juli rund 30 Menschen verletzt.

Beim bislang schwersten Zugunglück im Iran waren im Februar 2004 fast 330 Menschen getötet worden, als im Norden des Landes ein mit Schwefel, Benzin und Dünger beladener Güterzug explodierte.

Während Zugkollisionen im Iran insgesamt selten sind, sind Unfälle im Strassenverkehr häufig, weil sich viele Fahrer nicht an die Regeln halten. Allein im vergangenen iranischen Kalenderjahr zwischen März 2015 und März 2016 gab es 16'000 Verkehrstote. (sda/afp)

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