Ella Pamfilova, Chefin der russischen Wahlkommission. Bild: Ivan Sekretarev/AP/KEYSTONE

Die Frau hat Nerven! Chefin der russischen Wahlkommission räumt Unregelmässigkeiten ein

Publiziert: 19.09.16, 09:51 Aktualisiert: 19.09.16, 10:05

Die Chefin der russischen Wahlkommission hat Unregelmässigkeiten bei der Parlamentswahl am Sonntag eingeräumt. In einigen Regionen habe es Probleme gegeben, sagte Kommissionschefin Ella Pamfilowa. Die Wahl sei aber «nichtsdestotrotz ziemlich rechtmässig» gelaufen.

Beobachter hatten aus zahlreichen Regionen Russlands Verstösse gemeldet. So seien Wähler mit Bussen zwischen verschiedenen Wahllokalen herumgefahren worden, um mehrfach ihre Stimme abzugeben.

OSZE wird Wahlbeobachter in Russland nahezu verdoppeln

Beim Urnengang in dem riesigen Land waren knapp 500 Wahlbeobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) im Einsatz. Die OSZE hatte die Parlamentswahl im Jahr 2011 wegen Verstössen gegen demokratische Standards als nicht fair eingestuft.

Vorgänger bei Wahlkommission abgesetzt

Es folgten wochenlange Massenproteste gegen die Regierung in Moskau. Der damalige Leiter der Wahlkommission, den die Opposition für die Unregelmässigkeiten verantwortlich gemacht hatte, wurde mittlerweile abgelöst.

Bei der Wahl am Sonntag holte die Kreml-treue Partei Einiges Russland erneut die absolute Mehrheit. Nach Auszählung von 90 Prozent der abgegebenen Stimmen kam sie auf 54.3 Prozent und stellt künftig 338 der 450 Abgeordneten im Parlament – 100 mehr als bisher. Oppositionsparteien wie Jabloko und Parnas scheiterten an der Fünf-Prozent-Hürde. (egg/sda/afp)

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  • walsi 19.09.2016 12:59
    Highlight Alle die den Russen diese Unregelmässigkeiten unter die Nase reiben sollten das mit Bedacht tun. Wie sagt man so schön wenn man mit dem Finger auf jemanden zeigt, zeigen drei Finger gegen einem. Selbst in unserer "Musterdemokratie" gibt es immer wieder Unregelmässigkeiten bei Abstimmungen und Wahlen. Man könnte jetzt sagen: "Aber nicht in diesem Umfang wie in Russland!" Das macht es nicht weniger schlimm. Wahlmanipulationen bleiben Wahlmanipulationen. Wir sollten als zuerst vor unserer Haustüre kehren.
    4 6 Melden
    • R&B 20.09.2016 11:11
      Highlight Aha...
      0 0 Melden
    600
  • Radiochopf 19.09.2016 10:41
    Highlight Gibt es für die Geschichte mit den Bussen auch Beweise oder wurde das einfach von den letzten Wahlen übernommen?.. Und welche Beobachter haben welche Unregelmässigkeiten? Wo sind Beweise, Fotos die das bezeugen? das in der Ukraine russische Bürger an der Wahl gehindert wurde, über das wird natürlich nicht berichtet, auch wenn es davon Fotos gib.. es gibt "demokratische" Länder, bei denen braucht es bei den nächsten Wahlen 5x mehr OSZE-Beobachter: http://www.spiegel.de/politik/ausland/us-praesidentschaftswahl-osze-verfuenffacht-die-zahl-der-wahlbeobachter-in-den-usa-a-1100341.html
    14 40 Melden
    • Fabio74 19.09.2016 10:57
      Highlight Einfach weils nicht in die russische Propaganda passt? Warum soll die OSZE lügen? Was hätte sie davon?
      28 6 Melden
    • roger.schmid 19.09.2016 11:29
      Highlight radiochopf mit whatabout nr. 214..

      über die Wahlen in den USA wird wohl genug berichtet und war bei diesem Artikel nicht das Thema.

      ausserdem faszinierend.. Sobald es um die USA geht, ist der bei den Freunden des Kremls so verpönte Spiegel anscheinend plötzlich eine seriöse Quelle die man verlinken kann..
      20 7 Melden
    • Nico Schorer 19.09.2016 12:08
      Highlight Dass russische bürger in kiew vor dem russ. Konsulat vom ukr. Rechten Sektor behindert wurden, darüber wird nicht geschwiegen. Das steht etwa bei der Bbcund anderswo. Also keine Angst vor Lügenpresse, Propaganda...
      6 6 Melden
    • R&B 19.09.2016 13:20
      Highlight Ein weitere Verschwörungskommentar von unserem Verschwörungsspezialisten Radiochopf...
      4 2 Melden
    600
  • secondtruth 19.09.2016 10:14
    Highlight da freue ich mich doch schon jetzt, dann von euch noch zu hören, wer jetzt wen mit Bussen herum gefahren hat;) wird man es hier auch lesen können, wenn es die "anderen" waren?
    8 23 Melden
    • saukaibli 19.09.2016 10:45
      Highlight Vermutlich die gleichen, die 2011 dabei gefilmt wurden, wie sie mehrere Wahlzettel in die gleiche Urne geworfen haben ;-)
      28 2 Melden
    600
  • Stachanowist 19.09.2016 10:09
    Highlight Wenn man sich die extrem hohe Wahlbeteiligung (über 90%) in Kabardino-Balkarien, Nordossetien, Tschetschenien und Inguschetien anschaut, ist klar, dass im Nordkaukasus mal wieder gemauschelt wurde. Das ist so offensichtlich, dafür braucht es nicht einmal eine OSZE oder eine Frau Pamfilova ;)
    46 1 Melden
    600

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