Bildung

Lehrerverband: Beurteilungssystem muss geändert werden

27.04.14, 12:09 27.04.14, 13:15

Der Dachverband Lehrerinnen und Lehrer (LCH) drängt im Hinblick auf den neuen Lehrplan 21 auf Änderungen bei der Beurteilung der Schülerinnen und Schüler. «Der Lehrplan 21 ohne neues Beurteilungssystem ist nicht möglich», sagt Jürg Brühlmann, Leiter der Pädagogischen Arbeitsstelle des LCH.

In einer verbandsinternen Umfrage zum Lehrplan 21 hatten sich rund 90 Prozent der Befragten dafür ausgesprochen, dass am heutigen Beurteilungssystem etwas geändert werden müsse. Brühlmann bestätigte eine entsprechende Meldung der Zeitungen «Schweiz am Sonntag» und «Ostschweiz am Sonntag».

Das heutige Beurteilungssystem sei für den Lehrplan 21 ungenügend, sagte Brühlmann auf Anfrage der SDA. Es gehe aber nicht darum, die Noten abzuschaffen, stellte er klar. «Wir fordern eine Diskussion über das Beurteilungssystem, keine Notendiskussion.»

Denn der Lehrplan 21 gibt den Bildungsauftrag neu in Form von Kompetenzen vor - anstatt von reinem Fachwissen. Die Beurteilung von Kompetenzen aber sei schwierig, sagt Brühlmann. «Wenn beispielsweise im Fach Französisch geprüft werden muss, ob der Schüler auf Französisch ein Zugbillett kaufen kann, könnte dies in einem Rollenspiel getestet werden. Doch wie dieses beurteilt werden soll, ist unklar.»

Der LCH fordert deshalb, dass Kriterien definiert werden, wann eine Kompetenz als erreicht gilt. Die Deutschschweizer Erziehungsdirektorenkonferenz (D-EDK) habe diese Diskussion bisher aber abgelehnt, sagte Brühlmann. In den nächsten Wochen will der LCH nun einen Vorstoss zum Thema veröffentlichen.

Der Lehrplan 21 wird derzeit überarbeitet. Nach der Konsultation entschied die D-EDK aufgrund der Rückmeldungen, den Lehrplan 21 um einen Fünftel zu kürzen. Kritikpunkte waren Umfang, Detaillierungsgrad sowie die teilweise zu hohen Anforderungen an die Schüler.

Die überarbeitete Version soll im Herbst 2014 vorliegen und Ende 2014 von den Erziehungsdirektorinnen und -direktoren der Deutschschweiz zur Einführung in den Kantonen freigegeben werden. Die meisten Kantone planen die Einführung für das Schuljahr 2017/18, einzelne Kantone früher. (sda)

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