Überfall auf Hotelanlage in Manila: Mutmasslicher Täter tot

02.06.17, 05:20

Nach einem Überfall auf einen Hotel- und Casinokomplex in der philippinischen Hauptstadt Manila hat sich der mutmassliche Täter selbst getötet. Der Mann verbrannte sich in der Nacht zum Freitag in dem Hotelzimmer, in dem er sich verbarrikadiert hatte.

Zuvor war er laut Polizeiangaben mit einer Waffe in der Hand in die Anlage «Resorts World Manila» gestürmt und hatte um sich geschossen. Mehr als 50 Menschen wurden dabei verletzt.

Der Überfall löste Panik in dem Komplex aus. Viele Besucher vermuteten offenbar einen Angriff von mehreren Terroristen. Als sie versuchten, aus der Anlage zu fliehen, gab es die meisten Verletzten. Mehrere Menschen sprangen sogar aus Fenstern. Ein Sicherheitsbeamter schoss sich aus Versehen selbst an.

Kein Terrorakt vermutet

Der Polizeichef der Philippinen, Ronald dela Rosa, schloss einen terroristischen Hintergrund aus. «Wir können sagen, dass dies kein terroristischer Akt war», sagte er nach der Entdeckung des Toten. Dela Rosa widersprach damit auch Behauptungen der islamistischen Terrormiliz Islamischer Staat (IS), die den Überfall im Internet für sich reklamiert hatte. Dies sei nur Propaganda.

Allerdings war die Situation auch Stunden nach dem Überfall noch unübersichtlich. Die Polizei hatte zunächst auch von einem getöteten Zivilisten berichtet. Erst später wurde deutlich, dass es sich dabei vermutlich um den Täter handelt. Zu seiner Identität gab es zunächst keine näheren Angaben. Über den Hintergrund der Tat wurde spekuliert.

Jetons gestohlen

Manilas Polizeichef Oscar Albayalde sagte im Radiosender DZBB: «Das ist das Werk eines Verrückten. Vielleicht war er spielsüchtig, hat all sein Geld verloren und ist dann durchgedreht.» Nach Angaben der Polizei wurden in einem Rucksack des Toten gestohlene Spiel-Jetons im Wert von umgerechnet rund zwei Millionen Franken entdeckt.

Der mit einem Schnellfeuergewehr bewaffnete Mann hatte die Anlage kurz vor Mitternacht gestürmt. Nach Angaben der Polizei schoss er auf Fernseher und Bildschirme und steckte mehrere Spieltische in Brand. Eine der Angestellten, Maricel Navarro, sagte: «Ich kam gerade von meiner Pause zurück, als ich Leute rennen und schreien sah. Alle waren in Panik. Manche haben gesagt, dass ISIS geschrien wurde.» ISIS ist eine andere Abkürzung für die Terrormiliz Islamischer Staat (IS).

Auf den Philippinen geht die Armee seit mehr als einer Woche hart gegen islamistische Rebellen vor, die sich in der Stadt Marawi im Süden des Landes verschanzt haben. Seit Dienstag vergangener Woche gab es bereits mehr als 180 Tote. Präsident Rodrigo Duterte hat über Marawi und die gesamte Philippinen-Insel Mindanao mit mehr als 20 Millionen Bewohnern das Kriegsrecht verhängt. Die Islamisten behaupten, mehrere Dutzend Zivilisten in ihrer Gewalt zu haben. (sda/dpa)

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