«Love Ambassador» Emil Wyss mischte als Schweizer Konsul Pakistan auf. 

Party für 800 Leute und Facebook-Exzesse: Schweizer Konsul in Karachi liess es krachen

01.10.17, 07:25 01.10.17, 08:57

Emil Wyss war in Pakistan offenbar bekannt wie kein anderer Diplomat. Der ehemalige Schweizer Konsul von Karachi trat in TV-Shows auf, spendete öffentlichkeitswirksam Blut und postete auf Facebook seine unzähligen Auftritte. Wyss bekam den Übernamen «Love Ambassador». 

Nicht nur dies passte dem Aussendepartement EDA gar nicht. Der Konsul ist den Inspektoren des Bundes wegen «übermässigen» Facebook-Gebrauchs und einer 1. August-Feier für 800 Gäste negativ aufgefallen, wie die Sonntagszeitung berichtet.

Wyss war in Pakistan stets präsent.  Video: YouTube/grizzlyursine

Die Veranstaltung habe alle Rekorde gebrochen, schrieben demnach die Kontrolleure des Aussendepartements nach einer Visite im Dezember 2016 in einem Kurzbericht an Bundesrat Didier Burkhalter (FDP). Nebst «klar exzessive Ausgaben» hielten sie fest, sei ein «beträchtliches Kontrolldefizit» festgestellt worden.

Kritisiert wurde der Konsul auch für eine «Pakistan Switzerland Friendship Exhibition». Hier liess der Diplomat – neben einem lebensgrossen Foto von sich – mit Ornamenten bemalte Plastikkühe im Flughafen Karachi ausstellen. Die Veranstaltung habe die Ressourcen der Vertretung über Monate beansprucht. Schweizer Interessen in Pakistan seien hingegen nur gering gefördert worden, so die Sonntagszeitung weiter. 

Der Schweizer Botschafter im 1500 Kilometer entfernten Islamabad habe sich kaum um das Geschehen im Aussenposten gekümmert. Das EDA zog die Reissleine und zog den Diplomaten nach zwei Jahren in Los Angeles ab. Der Konsul quittierte mittlerweile den diplomatischen Dienst und lebt laut der Zeitung als Privatmann weiterhin in Karachi.

(amü)

«Niemand will ein Narzisst sein, aber DU bist einer!»

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Video: watson/Jodok Meier, Emily Engkent

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  • Don Sinner 01.10.2017 15:27
    Highlight Solche Pläuschler und Möchtegerns, die Party auf Staats- = Steuerkosten machen, statt ihren Aufgaben seriös nachzugehen, gehören für immer weg vom Dienst.
    1 0 Melden
  • Therealmonti 01.10.2017 14:17
    Highlight Da fragt man sich, was für ein Auswahlverfahren das EDA für die Schweizer Diplomaten anwendet. Immerhin sind es die Repräsentanten unseres Landes.
    3 0 Melden
  • Damien 01.10.2017 13:33
    Highlight Oder wie man dort auch sagt: Er hat es so richtig karachin lassen 😂😂😂
    4 2 Melden
  • .:|HonigTroll|:. 01.10.2017 12:20
    Highlight Der Typ ist mir schon jetzt sympatisch.
    2 2 Melden
  • zombie woof 01.10.2017 12:03
    Highlight Macht macht Grössenwahnsinnig
    2 0 Melden
  • Datsyuk 01.10.2017 11:37
    Highlight Unglaublich. :)
    1 0 Melden
  • Gummibär 01.10.2017 10:30
    Highlight "Das EDA zog die Reissleine und zog den Diplomaten nach zwei Jahren in Los Angeles ab"
    Emil Wyss wurde erst im September 2016 nach L.A. versetzt, war also ein Jahr dort.
    1 1 Melden
  • Hierundjetzt 01.10.2017 09:45
    Highlight Warum wird der Botschafter von LA abgezogen (der in Washington D.C. lebt und stationiert ist) wenn in Karachi ein lustiger Berner einen auf Wolf of Karachi macht? 😳
    2 1 Melden
  • Holla die Waldfee 01.10.2017 09:24
    Highlight Noch so ein Narzisst, der sich für einen König hält. Er wird schneller zerbröseln als er Blubb sagen kann, wenn sie ihn nicht mehr feiern und bewundern. Armseliger Wicht.
    2 0 Melden
  • dä dingsbums 01.10.2017 09:14
    Highlight "Das EDA zog die Reissleine und zog den Diplomaten nach zwei Jahren in Los Angeles ab."

    Das verstehe ich nicht.
    6 0 Melden
  • maulauf 01.10.2017 09:12
    Highlight Welches sind denn Schweizer Interessen in Pakistan?
    1 1 Melden
  • niklausb 01.10.2017 09:10
    Highlight 2 jahre weiter wursteln lassen nenne ich aber nicht Reissleine ziehen....
    0 0 Melden
  • Chääschueche 01.10.2017 08:18
    Highlight Das so einer überhaupt weiter beschäftigt wird sagt vieles über unsere Politiker aus.

    In der Privatwirtschaft würde man dafür wohl gefeuert werden.
    2 1 Melden