Börse in Tokio bricht aus Nervosität über möglichen Trump-Sieg ein

Publiziert: 09.11.16, 06:32

Die Nervosität über einen möglichen Sieg von Donald Trump bei den US-Präsidentschaftswahlen schüttelte am frühen Mittwochmorgen die Märkte durch. Der Franken und den Euro verteuerten sich gegenüber dem Dollar deutlich. Die Börse in Tokio brach ein.

Der Nikkei-Index für 225 führende Werte stürzte im Nachmittagshandel um mehr als 5.4 Prozent ab. Weitere Börsen in Asien kannten ebenfalls nur eine Richtung: Hongkongs Hang Sen lag bei minus 2.8 Prozent, der südkoreanische Kospi bei minus 2.7 Prozent, Shanghai Composite bei minus 1.3 Prozent und der australische S&P ASX/200 bei minus 1.7 Prozent.

Der sich abzeichnende Sieg Trumps liess zudem den Schweizer Franken und den Euro gegenüber dem Dollar deutlich verteuern. Der Dollar verlor 2.17 Prozent an Wert gegenüber dem Franken; ein Dollar kostete noch knapp 95.7 Rappen.

Der Euro gewann mehr als 2 Prozent an Wert und kostete bis zu 1.13 US-Dollar. Das ist der höchste Stand seit Ende September.

Der japanische Yen legte zum US-Dollar um mehr als drei Prozent zu. Das ist der stärkste Stand seit Anfang Oktober. Ein Dollar kostete zeitweise nur noch 102.04 Yen.

Der mexikanische Peso gab dagegen im Verhältnis zum US-Dollar um bis zu 13.4 Prozent nach. Ein Dollar kostete am frühen Morgen bis zu 20.74 Peso. Die Nachrichtenagentur Reuters ging davon aus, dass der Peso auf den höchsten Tagesverlust seit 22 Jahren zusteuerte.

Der mexikanische Peso galt im Vorfeld der US-Präsidentschaftswahlen an den Finanzmärkten als «Trump-o-Meter». Weil Trump Mexiko mit einem Handelskrieg und dem Bau einer Mauer an der Landesgrenze gedroht hatte, hiess es: Je höher die Chancen Donald Trumps auf einen Wahlsieg eingeschätzt wurden, desto höher war der Druck auf den Peso.

Gold wird teurer

Der russische Rubel verlor im Verhältnis zum US-Dollar um mehr als ein Prozent. Ein Dollar kostete bis zu 64.6573 Rubel. Als eine der wichtigsten Schwellenländer-Währungen reagierte der Rubel immer wieder auf jüngste Ereignisse im US-Wahlkampf.

Zugleich legte der Goldpreis am frühen Morgen um bis zu 4.9 Prozent zu. Der Preis für eine Feinunze (etwa 31.1 Gramm) stieg auf bis zu 1337.40 US-Dollar.

Gold gilt vielen Anlegern als sichere Geldanlage in unsicheren Zeiten. Sinkt das Sicherheitsbedürfnis der Anleger, gibt der Goldpreis daher tendenziell nach. Umgekehrt legt er in der Tendenz zu, wenn die Unsicherheit steigt.

Ölpreis fällt

Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent fiel bis auf 44.56 US-Dollar und damit auf den niedrigsten Stand seit August. Der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI fiel bis auf 43.31 Dollar und damit auf den niedrigsten Stand seit September.

Der weiter ungewisse Ausgang der Wahl macht auch die Anleger an Asiens Aktienmärkten nervös: Zahlreiche Börsen drehten am Mittwoch in einem sehr unruhigen Handel ins Minus. Der US-Dollar sackte ebenfalls ab.

Der MSCI-Index für die Region Asien/Pazifik ohne Japan notierte 1.4 Prozent schwächer. In Tokio lag der Nikkei -Index der 225 führenden Titel 0.8 Prozent im Minus auf 17'040 Punkten. Die Terminkontrakte auf den Börsenindex S&P-500 tendierten 2.7 Prozent tiefer, nachdem sie zuvor ebenfalls zugelegt hatten.

Viele Anleger hoffen auf einen Sieg der Demokratin Hillary Clinton. Sie steht an den Märkten für Kontinuität, während ihr Rivale Donald Trump von den Republikanern als unberechenbar und als Investorenschreck gilt. Die laufende Auszählung der US-Wahl weist für Trump bessere Werte aus als Umfragen erwarten liessen. (sda/reu/dpa)

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Gina226 - 6.4.2016
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