Bei Gletscherleichen handelt es sich um vermisstes Ehepaar Dumoulin

19.07.17, 11:56

Das Rätsel der beiden vom Tsanfleuron-Gletscher freigegebenen Leichen ist geklärt. Es handelt sich um das seit dem 15. August 1942 vermisste Ehepaar Marcelin und Francine Dumoulin.

Der Fund hatte international für Schlagzeilen gesorgt - das Bild der Wanderschuhe mit genagelten Sohlen sowie der Flasche aus Glas auf dem Gletscher ging um die Welt. Bereits am Dienstag hatte sich eine Tochter des Ehepaars der Westschweizer Zeitung «Le Matin» anvertraut.

Ihre Eltern seien von Chandolin bei Savièse VS aus zu Fuss aufgebrochen, um das Vieh auf der Alp im Kanton Bern zu füttern, sagte Marceline Udry-Dumoulin. Die Mutter sei zum ersten Mal mitgegangen, in den Jahren zuvor sei sie stets schwanger gewesen.

Nachdem die Eltern nicht zurückkehrten, blieb die heute 79-jährige Frau als kleines Kind als Waise zurück, ebenso ihre Geschwister. Am Mittwoch folgte nun die Gewissheit, dass es sich bei den gefundenen Gletscherleichen um ihre Eltern handelt.

«Die zwei vermissten Personen konnten durch die DNA-Analysen der Gerichtsmedizin identifiziert werden», teilte die Walliser Kantonspolizei mit. Die beiden Personen seien wahrscheinlich Opfer eines Bergunfalls geworden.

Von Pistenbully-Fahrer gefunden

Bei den vom Gletscher frei gegebenen Leichen der verstorbenen Personen wurden auch persönlichen Gegenstände wie ein Rucksack, eine Uhr und ein Buch gefunden. Die Walliser Kantonspolizei führt eine Liste der Personen, die seit 1925 in den Bergen oder in Gewässern als vermisst gelten und konnte so den Fund abgleichen.

Die sterblichen Überreste des Ehepaars waren am Donnerstag von einem Pistenbully-Fahrer in einer Höhe von 2615 Metern über Meer gefunden worden, wie das Gebiet Glacier 3000 bereits bestätigt hatte. Der Angestellte meinte zunächst, dass es sich um Steine handle.

Beim näherer Betrachtung entdeckte er die jahrzehntelang im Eis eingeschlossenen Leichen. Der Tsanfleuron-Gletscher war früher eine viel benutzte Fussverbindung zwischen dem Wallis und dem Kanton Bern.

«Innerer Friede»

Weil der Tsanfleuron-Gletscher auf Walliser Kantonsgebiet liegt, wurde die Walliser Polizei aufgeboten. Sie brachte die sterblichen Überreste der beiden Personen per Helikopter ins Tal für eine rechtsmedizinische Untersuchung.

Die Tochter Marceline Urdy-Dumoulin zeigte sich nach dem Fund erleichtert. «Ich spüre einen richtigen inneren Frieden», gab sie an. Die Nachfahren wollen nun endlich mit einem katholischen Begräbnis Abschied nehmen von den während 75 Jahren vermissten Eltern. (sda)

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
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