30'000 Kurden demonstrieren in Frankfurt gegen «Diktatur»

18.03.17, 16:28

Zehntausende Kurden haben in Frankfurt gegen die türkische Regierungspolitik demonstriert und dabei auch verbotenerweise Porträts des PKK-Anführers Abdullah Öcalan gezeigt.

Unter dem Motto «Nein zur Diktatur - Ja zu Demokratie und Freiheit» kamen zum Abschluss nach Polizeiangaben rund 30'000 Menschen zusammen. Die von einem grossen Polizeiaufgebot begleitete Demonstration zum kurdischen Neujahrsfest Newroz verlief friedlich.

Im Mittelpunkt der Demonstration stand der Protest gegen das vom türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan und seiner AKP-Partei initiierte Referendum für eine Verfassungsreform. Es soll ein Präsidialsystem eingeführt werden, das nach Ansicht von Kritikern Erdogans Machtbefugnisse massiv ausweiten würde. Am 16. April sollen die Türken darüber abstimmen. Bereits ab Ende März können Türken in Deutschland ihre Stimme abgeben.

PKK als Terrororganisation verboten

Die Demonstranten skandierten Sprechchöre wie «Es lebe der Widerstand des kurdischen Volkes» und schwenkten Fahnen mit dem Porträt Öcalans. Er ist der Anführer der kurdischen Arbeiterpartei PKK, die in Deutschland seit 1993 als Terrororganisation verboten ist. Erst vor kurzem hatte die Bundesregierung das PKK-Verbot ausgeweitet und auch das öffentliche Zeigen von Öcalan-Porträts untersagt.

Die Polizei in Frankfurt forderte die Demonstranten mehrfach auf, die Öcalan-Fahnen wieder einzurollen. Da dies unterblieb, kündigten die Einsatzkräfte an, Videoaufnahmen zu machen.

Die Veranstalter hatten ursprünglich mit 20'000 Teilnehmern gerechnet. Die Polizei hatte für die Demonstration Beamte «in niedrigem vierstelligen Bereich» aufgeboten - und auch Wasserwerfer vorsorglich in Position gebracht. In der Vergangenheit war es bei kurdischen Demonstartionen zu Zusammenstössen mit nationalistischen türkischen Gruppen gekommen.

Die samstags stets stark belebte Frankfurter Innenstadt blieb ungewohnt leer. Viele Passanten waren offensichtlich wegen der Demonstration dem Zentrum ferngeblieben. Zahlreiche Strassen waren gesperrt. Mehrere Strassenbahn- und Buslinien wurden umgeleitet oder fuhren nur eingeschränkt. (sda/dpa)

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