Angriff auf Paris

Ermittlungen am Club Bataclan: Das Handy wurde in der Nähe gefunden.
Bild: Getty Images Europe

Die Spur auf dem Smartphone und ein dubioses Hotelzimmer – hier übernachteten die Terroristen vor den Anschlägen

Ermittler haben in der Nähe des Musikclubs Bataclan ein verdächtiges Handy gefunden. Eine SMS deutet darauf hin, dass die Terroristen von Paris das Telefon benutzt haben. Womöglich führte es sogar zu dem Einsatz in Saint Denis.

18.11.15, 14:40 18.11.15, 15:11

Lisa Erdmann

Ein Artikel von

In Paris ist offenbar eines der Handys gefunden worden, das die Attentäter am vergangenen Freitag benutzt haben. Französischen Medien zufolge wurde es nahe dem Musikklub Bataclan in einem Mülleimer entdeckt. Auf dem Smartphone sollen sich den Berichten zufolge ein Plan von den Räumen des Bataclan und eine SMS befunden haben.

Der französischen Tageszeitung «Le Monde» zufolge lautete die SMS im Original: «On est parti on commence » («Wir sind los, wir fangen an.»)

Die Geodaten des Telefons sollen dem Bericht zufolge auch zu einem Hotel in dem nur wenige Kilometer südwestlich von Paris gelegenen Ort Alfortville geführt haben. Hier sollen insgesamt sechs Männer die Zimmer 311 und 312 gemietet haben. Zu der Gruppe soll auch Abdelhamid Abaaoud gehört haben, der als Drahtzieher der Anschläge gesucht wird. Die Männer sollen bis Freitag zwei Nächte dort verbracht haben. Das Hotel verfügt offenbar nicht über Überwachungskameras, die Bilder der Gruppe hätten liefern können.

Pariser Hotelzimmer durchsucht

Die Zeitung «Le Point» veröffentlichte inzwischen ein Video mit Innenaufnahmen aus einem dem Hotelzimmer. Es zeigt ein schlichtes Apartment mit zwei Betten. Auf dem Schreibtisch ein Karton mit Pizzaresten. Auf einem runden Tisch liegen medizinische Gegenstände: Spritzen, Schläuche, Nadeln. Unklar ist den französischen Medien zufolge, ob die Utensilien zum Bombenbau dienten oder ob die Männer irgendeine Art von Drogen genommen haben.

In diesem Hotelzimmer sollen die Drahtzieher die letzten zwei Tage vor den Anschlägen verbracht haben.
YouTube/Albawabh TalkShow

Auf dem Video ist deutlich zu sehen, dass die Ermittler der Polizei bereits ihre Arbeit gemacht haben: Die Matratzen sind aus den Betten gezogen, auf dem Tisch ist schwarzes Pulver zu sehen, vermutlich wurde hier nach Fingerabdrücken gesucht.

Die Daten des in dem Mülleimer gefundenen Handys zeigen, dass der Besitzer des Telefons vor der Terrorserie vom Freitag in dem Hotel gewesen ist. Unklar ist allerdings den französischen Berichten zufolge noch, ob es die Daten auf diesem Telefon waren, die zu dem mehrstündigen Einsatz am Morgen in Saint Denis geführt haben. Der Zugriff dort richtete sich gegen Abaaoud, berichteten mehrere französische Medien unter Berufung auf Ermittler.

Der 28-Jährige ist der meistgesuchte Islamist Belgiens. Er hat marokkanische Wurzeln und lebte früher in der Brüsseler Islamistenhochburg Molenbeek, zuletzt soll er sich in Syrien aufgehalten und für die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gekämpft haben. Es wäre sehr überraschend, wenn er sich in Paris aufhalten würde.

Abdelhamid Abaaoud steht im Zentrum der aktuellen Ermittlungen.
Bild: AP/Militant Website

Die französische Polizei sucht mit Hochdruck nach weiteren Verdächtigen, die an den Attentaten beteiligt waren: In Belgien wird nach dem 26-jährigen Salah Abdeslam gefahndet. Am Dienstagabend tauchte ein Video auf, das auf einen möglichen weiteren flüchtigen Attentäter hindeutet.

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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  • Squalli 18.11.2015 15:15
    Highlight Hört doch auf, alles zu glauben was immer verbreitet wird!
    Das Handy "wurde gefunden". Genau. Genauso wie auch immer ein "Pass in der Nähe der Terroristen gefunden wird"..

    Was die Medien "auskotzen" wird von den Ottonormal-Bürgern brav gefressen, um das Feidbild aufrecht zu halten.
    Bitte wacht endlich auf!

    Nehmt euch bitte 30Minuten Zeit für folgendes Video:


    Dies wird (hoffentlich) viele wachrütteln!
    9 55 Melden
    • demokrit 18.11.2015 15:52
      27 4 Melden
    • Paul_Partisan 18.11.2015 15:53
      Highlight haha! sagt "hört doch auf, alles zu glauben was immer verbreitet wird" und postet ein kenFM video...

      vermutlich waren es die Juden, gell? Oder doch die CIA? Oder vielleicht USrael? Aber bestimmt nicht der liebe Putin, der ist ja der Einzige der alles richtig macht.
      42 5 Melden
    • Sanchez 18.11.2015 16:16
      Highlight Immer schön brav den Alu-Hut aufsetzen....
      30 6 Melden
    • Olaf44512 18.11.2015 16:34
      Highlight Hopphopp, Aluhut auf!
      31 6 Melden
    • Zuagroasta 18.11.2015 16:39
      Highlight Von KenFM? Warte, ich muss mich kurz sammeln.
      Ok, los gehts..
      22 4 Melden
    • Kookaburra 18.11.2015 16:39
      Highlight Hoi Squalli. Ich glaub dir. Und Ken. Kannst zu uns in die Aluhütten-Fraktion kommen. Freies Denken (oder überhaupt Denken) ist Heute leider ein Luxus, den sich unsere Gesellschaft immer weniger leisten will und kann. Darfst ihnen aber nicht böse sein. Ich hab auch Angst vor der Zukunft und bin mit der derzeitigen Entwicklung überfordert und verwirrt... und weil ichs nicht verstehe und nichts machen kann, bin ich wütend und in meiner Hilflosigkeit halt irrational...
      5 22 Melden
    • Supermagic 18.11.2015 16:45
      Highlight man kann ken jebsen mögen oder nicht, aber fakt ist, dass er definitiv mehr glaubwürdigkeit besitzt als z.b. der axel-springer-verlag...
      13 19 Melden

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