Basel

Staatsanwalt droht FCB-Fans mit Internet-Pranger

Nach den schweren Ausschreitungen beim Basler Fussballstadion St. Jakob-Park vom April droht die Staatsanwaltschaft gewalttätigen Fussballfans nun mit einer Internet-Fahndung: Sie will Fotos publizieren, wenn sich die Gesuchten nicht bis Ende Monat stellen.

Publiziert: 12.10.16, 13:58 Aktualisiert: 12.10.16, 19:10

Trotz intensiver Ermittlungen seien mehrere Tatverdächtige noch nicht identifiziert, teilte die Staatsanwaltschaft Basel-Stadt am Mittwoch mit. Sofern sich die gesuchten Personen nicht melden, erfolge Ende Oktober eine Veröffentlichung von verpixelten Fotos im Internet. Zeige dies keine Wirkung, sollen ab Mitte November Bilder unverpixelt veröffentlicht werden.

Nach dem Heimspiel des FC Basel gegen den FC Zürich vom 10. April kam es vor dem Stadion zu Ausschreitungen. Auf der Bildfolge ist zu sehen, wie ein «Fan» einen Polizisten von hinten zu Boden tritt. bild: Screenshots

Die Ausschreitungen hatten am 10. April nach dem Abpfiff des Fussballspiels des FC Basel gegen den FC Zürich stattgefunden. Sie dehnten sich von der so genannten Eventplattform auf dem Gelände des Stadions St. Jakob-Park später aus auf den Parkplatz vor der St. Jakobshalle auf Baselbieter Kantonsgebiet.

Auf der Plattform bewarfen die Randalierer Polizisten mit Steinen, Petarden, Flaschen und anderen Gegenständen, als die Beamten das Tor zum Eisenbahnperron sichern wollten. Zur Selbstverteidigung setzte die Polizei diverse Mittel ein.

Mehrere Verletzte, zwölf Festnahmen

Mehrere Polizistinnen und Polizisten der Basler und auch der Baselbieter Kantonspolizei wurden verletzt. Ausserhalb des Stadions fiel ein Kind eine Treppe herunter, nachdem es von einer Person angerempelt worden war. Zudem wurde ein Mann durch ein Gummischrotgeschoss eines Polizisten am Auge schwer verletzt. Gegen den Polizisten wurde ein Verfahren wegen Körperverletzung eingeleitet.

Zwölf mutmassliche Täter waren festgenommen worden; darunter zwei Jugendliche. Die Staatsanwaltschaft führt Verfahren wegen Landfriedensbruchs, Körperverletzung und Sachbeschädigung sowie Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte. Bei den Ausschreitungen entstand ein Sachschaden von mindestens 100'000 Franken.

Als Massnahme nach den Ausschreitungen hatten die Verantwortlichen im Sommer bekannt gegeben, auf der Eventplattform zusätzliche und bessere Videokameras zu installieren. Die Bilder werden laufend im Stadion-Kontrollraum von FCB-Sicherheitsleuten und Polizei ausgewertet und sollen Eingreifen und Strafverfolgung verbessern.

Wer Stadion- oder Rayonverbot hat, soll zudem von FCB und Polizei zu einem Gespräch eingeladen werden, das Konsequenzen von Fehlverhalten klarstellt. Ab Februar 2017 sollen zudem zwecks Sozialkontrolle Fans auf der Plattform eine Bar betreiben, in Zusammenarbeit mit der Fanarbeit und in Absprache mit dem FCB.

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  • 1%Ich weiss nicht.
  • 10%Ich verurteile die Taten, finde den Pranger aber etwas übertrieben.
  • 29%Internet-Pranger geht gar nicht.

(sda/bzbasel.ch)

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User-Review:
naja, mir - 16.4.2016
Immer auf dem neusten Stand. Besticht mit sympathischem, intelligentem Witz!
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  • phreko 12.10.2016 21:44
    Highlight Also der Text ist seine Pixel nicht Wert. Da wirft ein Idiot einen Polizisten um und danach schiesst im Video des Vorfalls ein Polizist blindlings Gummischrot in die Menschenmenge.

    Habe bis jetzt nicht gelesen, dass gegen diesen Polizisten ein Verfahren eröffnet wurde. Besser kann man Krawalle kaum mehr starten...

    Wo bleiben die Medien, die dem Staat auf die Finger schauen?

    (Anmerkung der Redaktion: Wir haben nach den Vorfällen diesen Text veröffentlicht -> http://www.watson.ch/!859924520)
    12 11 Melden
    • phreko 13.10.2016 00:18
      Highlight Das war ein guter Artikel. Doch in diesem hier gibt es nicht mal im Ansatz ein Wort zum etwas fragwürdigen Ablauf der Krawalle, was doch irgendwie äusserst relevant ist, wenn Anzeigen in beide Richtungen flattern.

      Ordnet doch das nächste mal den angezeigten Polizisten ein. Das müsste der Polizei eigentlich gewaltig peinlich sein. Ohne Druck stehen solche Typen am nächsten Match wieder in der ersten Reihe und lösen die nächsten Krawalle aus.
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  • zettie94 12.10.2016 19:06
    Highlight Finde ich gut. Hoffe die Chaoten werden baldmöglichst gefasst. Die sind eine Schande für den Fussball und Schuld daran, dass man als normaler Fan beim Matchbesuch immer mehr Strapazen und Einschränkungen auf sich nehmen muss (beispielsweise kann bei Auswärtsspielen vorgeschrieben werden, dass Gästefans zwingend mit dem Extrazug/-bus anreisen müssen und sonst nicht in den Gästesektor dürfen - für Leute, welche Fan eines Klubs sind, der nicht gerade bei ihnen um die Ecke zuhause ist sehr blöd, da sie je nachdem einen grösseren Umweg machen müssten).
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  • Gantii 12.10.2016 18:26
    Highlight ein weiterer tag mit einer kriminellen polizei.
    der internetpranger ist illegal.

    vorallem mit der inkompetenz der polizei werden bestimmt wieder bilder von unschuldigen verbreitet.
    aber hey die (mehrheit der) watson leser und schweizer findet das voll geil.

    ich hoffe es werden bilder von euch verbreitet, dann lernt ihr mal, welchen schaden solch planloses vorgehen der polizei verursacht.
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    • zettie94 12.10.2016 19:00
      Highlight Ich glaube Gantii ist einer der Leute, die sie suchen, so vehement, wie der sich gegen den Internetpranger stellt...
      Die Polizei wird sicher nicht einfach Bilder veröffentlichen, ohne dass sie 100% sicher sind, dass es sich dabei auch tatsächlich um die Chaoten handelt. Es kann also keine Rede davon sein, dass sie Bilder von Unschuldigen verbreitet.
      Btw.: Kannst du mir die Rechtsquelle nennen, auf die du dich bei der Behauptung, der Internetpranger sei illegal stützt?
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    • deleted_807114855 12.10.2016 19:23
      Highlight Hmmm... juristisch ist die Sache verzwickt: Wenn man den "Internetpranger" als öffentliche Fahndung versteht, müsste das legal sein, wenn ein entsprechend schweres Delikt verfolgt wird. Allerdings werden durch den heutigen Mechanismus der "etappenweisen" Veröffentlichung die Unschuldsvermutung und das Verbot des Selbstbelastungszwanges schon arg strapaziert. Meiner Ansicht nach ist so eine Art der Fahndung zulässig, wenn gegen die abgebildeten Personen ein starker Verdacht betreffend erheblicher Straftaten besteht. Sympathisch ist mir das trotzdem nicht.
      14 7 Melden
    • Switch_On 12.10.2016 20:10
      Highlight Ich finde der Pranger ist das letzte aller Mittel die eingesetzt werden sollen, aber ich muss bei dieser Aktion sagen, dass er gerechtfertigt ist.
      Trotzdem: Gewisse Fragen muss sich die Basler Polizei gefallen lassen: Wie kann es sein, dass so wenige Täter verhaftet worden obwohl gewisse Video zeigen, dass sie einige hatten aber wieder frei gelassen haben? Sind gewisse politische Gründe dahinter?

      Eingentlich ist es aber für jeden normalen Fan ein trauriger Tag: Es waren 31'000 Leute im Stadion. Und wegen ca. 50 Idioten kommen wieder strengere Kontrollen usw. Aber eben 30'950 sind ganz normal.
      7 7 Melden
    • Mentorius 12.10.2016 23:08
      Highlight http://www.bzbasel.ch/basel/basel-stadt/falsches-foto-wurde-beim-internetpranger-veroeffentlicht-129601716
      http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Der-falsche-Hooligan-/story/12901401
      @zettie94 nur 2 Beispiel wie seriös die Polizei ihre Arbeit nimmt.
      Aber Fussballfans sind eh nur böse, da kann man sich das ja schon erlauben. Es ist sowieso super das all diese bösen Hooligans die in unseren super gefüllten Stadien Wochenende für Wochenende für Gewalt und Zerstörung sorgen auch richtig hart gefasst werden. Arbeitslager in Syrien wäre doch eine Idee
      6 0 Melden
    • Wake-Up 12.10.2016 23:21
      Highlight Inkompetenz der Polizei? Bitte lernen Sie erst einmal den Unterschied zwischen Polizei und Staatsanwaltschaft kennen.
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