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Watson kam zu spät ins Berner Oberland: Sherlock Holmes war schon tot

Watson kam zu spät ins Berner Oberland: Sherlock Holmes war schon tot

04.05.2016, 10:0004.05.2016, 22:04
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Seit genau 125 Jahren begeistert das Ende des wohl bekanntesten Detektivs der Literaturgeschichte Krimifans in aller Welt. Im Zweikampf taumelten Sherlock Holmes und sein Erzfeind, Professor Moriarty, in einen tosenden Wasserfall im Berner Oberland.

Exakt auf den 4. Mai 1891 legte der britische Schriftsteller Sir Arthur Conan Doyle das Datum des Endkampfs zwischen Gut und Böse. Das regelmässige Verfassen neuer Detektivgeschichten war Doyle zu mühsam geworden und so liess er die Protagonisten - dem Geschmack der Zeit entsprechend - in den Schweizer Alpen ihr grausliches, mutmassliches Ende finden.

«Auf dem Gesichte liegend, spähte ich hinab in den Wasserstaub, der mich von allen Seiten umsprühte. (...) Abermals rief ich; aber nichts traf mein Ohr, als wiederum jener einem menschlichen Schrei ähnelnde Klang des Wasserfalls»
Watson

Nachzulesen ist der Kampf zwischen dem Meisterdetektiv und seinem nicht minder begabten, brillanten Erzfeind in der 1893 erschienenen Kurzgeschichte «Das letzte Problem». Darin lässt der Schriftsteller Holmes Assistenten, Dr. Watson, zu Wort kommen.

Die Reichenbachfälle bei Meiringen im Berner Oberland. Hier soll Holmes zu Tode gestürzt sein.
Die Reichenbachfälle bei Meiringen im Berner Oberland. Hier soll Holmes zu Tode gestürzt sein.
Bild: KEYSTONE

In Sorge um Holmes hatte sich Watson auf die Suche nach dem Meisterdetektiv gemacht, kam aber zu spät zur Stätte des Geschehens, den abgelegenen Reichenbachfällen oberhalb von Meiringen. Aus den Fuss- und Kampfspuren am Ort schloss Watson dann, dass Holmes und Moriarty über die jähen Felswände am Wasserfall zu Tode gestürzt sein mussten.

«Auf dem Gesichte liegend, spähte ich hinab in den Wasserstaub, der mich von allen Seiten umsprühte. (...) Abermals rief ich; aber nichts traf mein Ohr, als wiederum jener einem menschlichen Schrei ähnelnde Klang des Wasserfalls», so Watsons dramatischer Befund, der wohl Millionen von Leserinnen und Lesern Schauer über den Rücken gejagt hat.

Holmes' «Wiedergeburt»

Nach der Veröffentlichung der letzten Holmes-Geschichte soll Doyle in seinem Tagebuch notiert haben: «killed Holmes» (habe Holmes umgebracht). Der Tod der äusserst populären Kunstfigur führte zu öffentlichen Trauerbezeugungen.

Doyle wurde von Lesern mit Post eingedeckt, die das abrupte Ende der Geschichten, gelinde gesagt, bedauerten. Der Autor soll sich mit dem Satz gerechtfertigt haben: «Wenn ich ihn nicht getötet hätte, hätte er zweifellos mich getötet».

1901 liess sich Doyle dann aber doch erweichen - wohl nicht zuletzt auch von den riesigen Geldsummen, die ihm sein Verleger in Aussicht stellte - und setzte die Serie fort.

Holmes habe sich in letzter Sekunde dank einer japanischen Kampfkunsttechnik aus Moriartys Umklammerung lösen können, so dass nur der Bösewicht in den Wasserfällen zerschellte, erklärte der Schriftsteller Holmes' «Wiedergeburt». (whr/sda)

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