Blogs

Voilà: Tröglitz, «einer der Orte mit der höchsten Kriminalitäts- und Gemeinheitsrate der Welt». Bild: EPA/DPA

Tröglitz und die wundersame Kette der Einzelfälle

07.04.15, 18:19 08.04.15, 09:08

Nachdem in dem ostdeutschen Weiler Tröglitz zunächst der Bürgermeister aufgrund von NPD-Drohungen zurücktreten musste und danach ein Flüchtlingsheim Opfer eines Brandanschlags wurde, denkt die deutsche Politik über Konsequenzen nach. «Es handelt sich um eine Kette von Einzelfällen», betonte ein SPD-Politiker, der aus Sicherheitsgründen nicht genannt werden möchte. «Wir wissen aus geologischen Untersuchungen, dass in dem Gebiet um Tröglitz schon seit den Zeiten der Römer immer wieder gehäuft Einzelfälle auftreten. Das ist eine natürliche Besonderheit der Region und kein Anlass für Alarmismus.»

Er empfiehlt, die Ortsgrenzen weiter ins Umland hinaus zu ziehen, um die Einzelfälle statistisch besser auf das Gebiet zu verteilen. 

Andere fordern radikalere Lösungen: «Wir kommen nicht umhin zu sagen: Tröglitzismus in unserer Gesellschaft ist ein Problem», so ein Statement eines ungenannt bleiben wollenden CDU-Mannes, der Tröglitz schon vor zwei Monaten verlassen hat. 

Er empfiehlt, die Ortschaft zu räumen, oder, eingedenk seliger Zonen-Zeiten, einen Schutzwall drumherum zu errichten: «Nur, wenn wir den Ort rechtzeitig und sicher eindämmen, können wir beweisen, dass Ausgrenzung und Verfolgung in Deutschland keine Chance haben.» 

Die Gemeinde selbst hat derweil den Kontakt zur Aussenwelt abgebrochen, nachdem herauskam, dass sämtliche V-Männer im NSU-Verfahren aus Tröglitz kamen, ebenso wie Thomas Middelhof, sämtliche Mitglieder der Organisation «Skull and Bones», der Autor Thomas Pynchon sowie die Drahtzieher des Kennedy-Attentats. 

«Es handelt sich um einen der Orte mit der höchsten Kriminalitäts- und Gemeinheitsrate der Welt», sagt ein anonymer Sprecher der Polizeigewerkschaft. «Dass dort überhaupt Flüchtlinge angesiedelt werden sollten, ist für mich das eigentliche Verbrechen!»

Bild:

Leo Fischer

Der ehemalige Chefredaktor vom Satiremagazin «Titanic» schreibt jede Woche einen «Brief von der Heimatfront». Er liefert den deutschen Invasoren in der Schweiz Schlachtpläne, wie sie die deutsche Dominanz in den Universitäten oder dem Gesundheitswesen noch stärker durchsetzen und festigen können. Er wird aber auch seinen Landsleuten mit ordentlich Humor grob aufs Dach hauen. Mehr von Leo Fischer gibt's bei Titanic

Hol dir die App!

Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
0Alle Kommentare anzeigen
0
Um mit zudiskutieren oder Bilder und Youtube-Videos zu posten, musst du eingeloggt sein.
Youtube-Videos und Links einfach ins Textfeld kopieren.
600

Briefe von der Heimatfront (36)

Nach der Abercrombie-Pleite: Was wird jetzt aus den ganzen Nacktverkäufern?

Keine schönen Zahlen für die Marke der schönen Menschen: Das Modelabel Abercrombie & Fitch erlebt heftige Verluste – um fast 15% ging der Absatz zurück, und das allein in Europa. Die Nachricht schockiert vor allem Fans, die frühzeitig in den Kult investiert haben: z.B. Kaythleen, 14. Das junge Not-yet-It-Girl steht seit sechseinhalb Monaten in der Warteschlange vor der A&F-Filiale in Frankfurt, ernährt sich von Luft und Bulimie. Tagsüber erhält sie Makeup-Spenden …

Artikel lesen