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Hauptsache, jemanden zum Reden. kafi freitag

Künstliche Befruchtung: Mit wem darüber reden?

Liebe Kafi
Mein Partner und ich haben uns für eine künstliche Befruchtung entschieden. Es ist unsere einzige Chance auf eine Familie. Viele Ängste kommen auf: Vertrage ich die Behandlung? Was, wenn es nicht klappt? Obwohl ich mit meinem Partner wunderbar reden kann, habe ich das Bedürfnis, ein, zwei Freundinnen einzuweihen. Doch ich merke, mit wie vielen Vorurteilen das Thema belegt ist.Und weiss nicht, wer mich in dieser schwierigen Zeit unterstützen will/kann. Wem soll ich mich anvertrauen? Roberta, 32

Publiziert: 30.12.16, 17:06 Aktualisiert: 31.12.16, 16:10

Liebe Roberta

Sie wollen ein Kindli und Ihr Partner will auch ein Kindli. Daran ist doch nichts verkehrt. Und dass es nicht klappt, ist auch weit verbreitet. Da ist es doch nur normal, dass man weitere Möglichkeiten wie eine künstliche Befruchtung ausprobiert. Das tun sehr viele Paare, Sie wären vermutlich erstaunt, dass es mit Sicherheit auch in Ihrem Bekanntenkreis solche gibt. Versuchen Sie darum, das Thema von der Scham zu befreien. Es ist nichts, wofür man sich zu schämen bräuchte. Das ist ein Prozess, der in Ihrem Kopf stattfinden muss. Wenn Sie das geschafft haben, werden Sie mit engen Freundinnen darüber reden können.

Und reden ist in einer solchen Phase wirklich wichtig, weil vieles mit einem passiert, das einen beschäftigt und das man nicht nur mit dem Partner bereden möchte, sondern vielleicht auch mit einer anderen Frau. Manchmal hat man so eine Freundin und mit dieser eine Zuhörerin, die einem die Ängste etwas nehmen kann. Wenn man keine solche Person im Freundeskreis hat, dann kann das aber auch eine Therapeutin oder ein Coach sein. (Meine Freundin Sara Satir begleitet oft Frauen durch diesen oder ähnliche Prozesse. Sie ist selber Mutter und bei ihr ist man mit solchen Fragen sehr gut aufgehoben.)

Im Prinzip ist es nicht so wichtig, mit wem man spricht, sondern vielmehr, dass man es tut. Beim Wunsch, schwanger zu werden, werden wir mit der Tatsache konfrontiert, dass wir nicht alles steuern und kontrollieren können. Und selbst dann, wenn es geklappt hat, haben wir es nicht ganz in der Hand. Das erfüllt uns mit viel Unsicherheit und über die muss man reden können, damit sie sich auflösen kann. Vergessen Sie dennoch Ihren Partner nicht. Ich weiss, dass man gewisse Themen lieber mit einer Frau bespricht, aber Ihr Mann hat vielleicht auch Ängste und Gedanken, die er gerne mit Ihnen teilen würde. Seien Sie herzlich umarmt. Ihre Kafi

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Kafi Freitag (40!) beantwortet auf ihrem Blog Frag Frau Freitag Alltagsfragen ihrer Leserschaft. Daneben ist sie Mitbegründerin einer neuen Plattform für Frauen: Tribute.

Im analogen Leben führt sie eine Praxis für prozessorientiertes Coaching (Freitag Coaching) und fotografiert leidenschaftlich gern. Sie lebt mit ihrem 11-jährigen Sohn in Zürich.

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21 Kommentare anzeigen
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  • OkeyKeny 02.01.2017 03:02
    Highlight Ist Kidnapping eigentlich nicht mehr im Trend?
    6 3 Melden
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  • Bruno Wüthrich 31.12.2016 11:26
    Highlight Der Antwort von Frau Freitag will ich nichts beifügen (ausser dass wer Freunde und Freundinnen hat, sein Geld nicht für einen Coach zum Fenster heraus zu werfen braucht).

    Meine heutigen Zeilen haben einen ganz anderen Grund: Ich wünsche allen Lesern meiner Kommentare ein erfreuliches 2017. Damit ist nicht nur ein guter Start, sondern eine ebenso gute Fortsetzung gemeint. Bleibt alle gesund und verpasst nicht die schönen Momente im Leben. Es gibt viele davon!

    Frau Freitag wünsche ich vor allem viel Erfolg beim Coaching, damit sie in ihrem Blog nicht mehr so viel Werbung dafür machen muss.
    29 11 Melden
    • OkeyKeny 02.01.2017 03:01
      Highlight Bruno + Kafi ist die love story des Jahres! 😍
      13 0 Melden
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  • Joël 31.12.2016 07:52
    Highlight Mir war nicht bewusst, dass künstliche Befruchtung noch stigmatisiert ist. Ich hätte eher vermutet, dass es gesellschaftlich akzeptiert ist. Oder ist Unfruchtbarkeit mit Scham behaftet? Ich stelle einmal die Hypothese auf, dass die katholische Kirche mitschuldig ist an solchen Problemen. Predigt sie doch die unbedingte Verbindung von Sex und Zeugung. Das hat wohl Auswirkungen, dass Menschen denken, es dürfe keine Zeugung ohne Sex geben.
    17 7 Melden
    • R&B 04.01.2017 12:39
      Highlight @Joël: Oder liegt es daran, dass die Gesellschaft sich nicht mit Krankheiten beschäftigen will? Wie viele Krebskranke verheimlichen Ihre (überwundene) Krebserkrankung? Viele schämen sich, weil die Umgebung nicht mit der Fehlbarkeit des Körpers konfrontiert werden möchte.
      1 0 Melden
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  • Spooky 30.12.2016 22:22
    Highlight "Es ist unsere einzige Chance auf eine Familie."

    Was ist das eigentlich mit diesen Familien? Warum zum Teufel wollen gewisse Leute umsverrecken eine Familie?
    17 41 Melden
    • Macke 31.12.2016 06:59
      Highlight Und warum wollen gewisse Leute keine Familien? Was soll diese Frage? Wenn du keine Familie möchtest, darfst du das gerne. Aber andere Menschen möchten eine. Es ist nicht an dir, die Lebenswünsche und -entwürfe zu beurteilen.
      35 6 Melden
    • R&B 04.01.2017 12:40
      Highlight @Spooky: Weil es ein natürlicher Trieb ist.
      2 0 Melden
    • Spooky 05.01.2017 23:58
      Highlight Okay. Kinder zu machen ist wahrscheinlich ein natürlicher Trieb.

      Aber: "Die Familie ist die Keimzelle des Verbrechens." (Jean Genet)

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  • Alina33 30.12.2016 21:40
    Highlight Mir hat Franziska Ferber bisher sehr geholfen, auch ihr Buch kann ich wärmstens empfehlen (www.kindersehnsucht.de).
    Persönlich kann ich nur empfehlen Deine Freundinnen einzuweihen, du wirst erstaunt sein, wieviele davon betroffen sind.. Alles Gute!
    9 0 Melden
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  • pamayer 30.12.2016 18:46
    Highlight Schöne Antwort.

    Viel Glück euch beiden/dreien.

    Den Kommentar von E. Eduard Grey finde ich sehr bemerkenswert: wie viele Kinder wäre zutiefst dankbar, in einer liebevollen und strabiken Familie leben zu können. Man muss dabei ja nicht wie die Jolie gleich mehrere Frustadoptionen shoppen gehen.
    Ist einfach auch eine Variante.
    18 9 Melden
    • Macke 31.12.2016 06:55
      Highlight Jedes Kind wünscht sich ein stabiles, sicheres Umfeld. Aber von welchen Kindern sprichst du konkret? Und inwiefern hat das mit der gestellten Frage zu tun? Aus deinem Kommentar lese ich heraus, dass du vermutlich von Pflegekindern sprichst. Und wie ich bereits unten geschrieben habe, muss sich nicht jedes Paar zutrauen, Pflegekinder aufzunehmen.
      5 0 Melden
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  • Yelina 30.12.2016 18:36
    Highlight Auch wenn ich selbst keinen Kinderwunsch verspüre, kann ich mir trotzdem vorstellen, wie quälend ein unerfüllter Kinderwunsch für die Betroffenen sein muss und ich finde es gut, dass es Möglichkeiten für solche Paare gibt.
    35 2 Melden
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  • E. Edward Grey 30.12.2016 18:21
    Highlight Gehen Die doch mal in ein Kinderheim und reden sie mit den dortigen Kindern welche sich sehnlichst eine warme Statt und stabile Familie wünschen, warum sie nicht darauf einzugehen gedenken.
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    • Macke 30.12.2016 18:48
      Highlight Hättest du dich mit dem Thema auseinandergesetzt, wüsstest du, dass es a) in der Schweiz schwierig ist zu adoptieren, weil glücklicherweise wenig Kinder zur Adoption freigegeben werden b) eine Adoption von Kindern aus dem Ausland nicht über alle Zweifel erhaben ist, da Kinder oft ihren noch lebenden Eltern weggenommen oder abgekauft werden.
      Ich selbst finde es toll, wenn Menschen Pflegekinder oder Flüchtlingskinder aufnehmen, aber nicht alle können und wollen mit den Konsequenzen umgehen, falls die Usprungsfamilie plötzlich wieder präsenter sein kann etc. Dein Kommentar ist fehl am Platz.
      58 5 Melden
    • Martiis 30.12.2016 19:49
      Highlight Auf Watson wurde auch schon über dieses Thema berichtet.
      "Gemäss Frohofer kommen auf jedes Kind fünf bis sechs Paare, die es am Ende in die engere Wahl schaffen."
      Bei Auslandadoptionen ist zudem vorgeschrieben, dass potentielle Adoptiveltern aus dem jeweiligen Land bevorzugt werden.
      23 1 Melden
    • Maracuja 30.12.2016 19:59
      Highlight 1. kann man in Schweizer Heime nicht einfach reintrampeln und den Kindern etwas erzählen. 2. sind die meisten der dort untergebrachten Kinder keine Vollwaisen, sondern haben Eltern, die aus div. Gründen nicht fähig sind für ihren Nachwuchs zu sorgen. Für diese Kinder werden allenfalls Pflegeeltern gesucht, aber nicht Adoptiveltern. Bitte informieren Sie sich in Zukunft zuerst, bevor Sie andere zu beschämen versuchen 😠
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    • Amboss 30.12.2016 20:07
      Highlight Gibt es heute in der Schweiz noch Kinderheime?
      2 11 Melden
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  • Amboss 30.12.2016 17:51
    Highlight Ich würde unbedingt gute Freundinnen einweihen und auch die Eltern können eine Stütze sein.

    Ansonsten kann ich dir nur alles gute wünschen. Meine Frau und ich sind auch diesen Weg gegangen, zwei Mal. Wir haben jetzt einen wunderbaren Sohn und das zweite ist unterwegs.
    Teilweise war es schon schwierig, aber es lohnt sich auf jeden Fall.
    38 2 Melden
    • Amboss 30.12.2016 19:20
      Highlight Und noch was: Vermeide Foren. Die nehmen dir echt den Mut.
      Im Kinderwunschzentrum und auf seriösen Internetseiten wirst du gut informiert
      In Foren liest du echt die strubsten Dinge, Geschichten, wo es nicht geklappt hat. Oder eine, die drei Kinder hat, jedes nach einer künstlichen Befruchtung, beim vierten klappt es aber nicht und sie hat voll Krise. Solches Zeugs
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  • lilie 30.12.2016 17:19
    Highlight Wie wärs zusätzlich oder unabhängig davon sich einer Selbsthilfegruppe oder etwas ähnlichem anzuschliessen?

    Ich glaube, in einer solchen Situation kann es hilfreich und befreiend sein, mit anderen reden zu können, die in der gleichen Situation sind.
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FRAGFRAUFREITAG

Liebe Kafi. Ich, 25-jährige gelernte Köchin und Alleinerziehende eines Erstklässlers, stürze mich in das Wagnis einer höheren Berufsausbildung als Sozialpädagogin. 

Liebe Melanie  Die letzten Tage war ich sehr faul und konnte mich nicht durchringen, an den Computer zu sitzen und auch nur einen Buchstaben zu schreiben. Aber als ich vorhin Ihre Frage erhielt, war ich sofort Feuer und Flamme und nun sitze ich hier und mein Herz schlägt wild und ich will Ihnen laut und deutlich sagen: Sie dürfen sich das nicht nur zutrauen, sondern Sie sollen. Ja, Sie müssen sogar! Unsere Welt wird getragen von Menschen, die sich etwas zutrauen und die Dinge tun, …

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