Blogs

Wie Sie über mich denken, sagt viel darüber aus, wie Sie über sich selber denken.  kafi freitag

Ich, (35) bin Invalidenrentner und werde gedemütigt. 

Liebe Kafi,
Ich bin Invalidenrentner, dem man seine Behinderung nicht ansieht. An meinem letzten Wohnort hätte man mich am liebsten mit Fackeln und Heugabeln vertrieben, ich konnte keinen Schritt auf die Strasse tun, ohne mir einen dummen Spruch anzuhören. Am jetzigen Wohnort wurde ich gut aufgenommen, der Beruf war nie ein Thema. Wie verhält man sich bei Fragen diesbezüglich? Ich lüge äusserst ungerne, aber ich leide unter meiner Erwerbsunfähigkeit und möchte nicht noch dafür gedemütigt werden. Beni, 35

07.01.17, 14:54 07.01.17, 15:10

Lieber Beni

Es tut mir furchtbar leid zu lesen, was Sie alles erleben mussten wegen Ihrer Erwerbsunfähigkeit. Ich kann sehr gut nachfühlen, dass es nicht einfach ist, wenn man als so junger Mensch bereits Invalidenrentner ist, gerade in einer Gesellschaft, die sich so sehr über die Arbeit und das Einkommen identifiziert. Ihre Thematik erleben auch Menschen, die aus psychischen Gründen nicht in dem Ausmass arbeiten können, wie sie es gerne täten. Wir Menschen können besser mit einem gebrochenen eingegipsten Bein umgehen als mit einer Behinderung oder Erkrankung, die man äusserlich nicht sofort erkennen und benennen kann. Das wird in Ihrem Fall vermutlich nicht anders sein, wie ich mir denken kann.

Ich verstehe gut, dass Sie unter dieser Situation leiden. Allerdings können Sie Ihr Umfeld nicht ändern, höchstens sich selber. Beginnen Sie damit, an Ihrer Selbstakzeptanz zu arbeiten. Wie stehen Sie selber zu sich? Wie sehr mögen Sie sich selber? Können Sie sich akzeptieren als der, der Sie nun mal sind, oder machen Sie sich selber klein, weil Sie keine Erwerbstätigkeit haben?

Diese Fragen sind die Allerwichtigsten, wenn Sie Ihr Leben verändern möchten. Solange Sie sich selber nicht gern haben, werden andere es nicht tun. Solange Sie sich selber deswegen kleinreden oder -denken, werden es die Anderen Ihnen gleichtun. Wir Menschen sind wie Hunde. Wir riechen gegen den Wind, wenn jemand eine Unsicherheit hat, die plagt. Personen, die über ein gesundes Selbstvertrauen verfügen, nutzen diese Unsicherheit nicht aus. Alle anderen erfreuen sich darüber und stochern aufgegeilt darin herum, weil sie sich dann selber besser fühlen können für einen Moment.

Was das nun für Sie bedeutet? Arbeiten Sie an Ihrer eigenen Selbstzufriedenheit. Hören Sie damit auf, sich über Ihre Defizite zu definieren. Sammeln Sie stattdessen all Ihre Stärken, Ihre Liebenswürdigkeit und all das Positive, was Sie zu geben haben, in einem Heft, schreiben Sie alles auf! Wenn es Ihnen gelingt, sich selber nicht mehr dafür zu demütigen, dass Sie Invalide sind, dann haben Sie den grössten Teil der Arbeit schon getan! Und ja ich weiss, dass ich Ihnen mit diesem Rat unterstelle, DASS Sie es tun. Das mache ich mit vollem Bewusstsein weil ich weiss, dass es stimmt. Achten Sie darauf, wie Sie über sich selber denken! Dort fängt es nämlich an. Sobald Ihre Erwerbsunfähigkeit für Sie kein Thema mehr ist, für das Sie sich schämen, wird es kein Thema mehr für Ihr Umfeld sein.

Sobald Sie selber respektvoll über sich denken können, schauen Sie mal, was um Sie herum passiert. In der Regel muss man dann gar nichts mehr tun, weil das System sich von selber anpasst. Menschen, die Sie bis anhin gedemütigt haben, werden sich von Ihnen abwenden, weil es so einfach keinen Spass mehr macht. Alle anderen werden Sie als das sehen, was Sie sind: Ein liebenswerter Mensch, der viel mehr zu geben hat, als es eine bezahlte Arbeit jemals kann.

Mit herzlichem Gruss. Ihre Kafi

Kafi Freitag - Das Buch

Die 222 besten Fragen und Antworten in einem schön gestalteten und aufwendig hergestellten Geschenkband.

www.fragfraufreitag.ch
www.salisverlag.com

Fragen an Frau Freitag? ​

Hier stellen!

Kafi Freitag (41!) beantwortet auf ihrem Blog Frag Frau Freitag Alltagsfragen ihrer Leserschaft. Daneben ist sie Mitbegründerin einer neuen Plattform für Frauen: Tribute.

Im analogen Leben führt sie eine Praxis für prozessorientiertes Coaching (Freitag Coaching) und fotografiert leidenschaftlich gern. Sie lebt mit ihrem 12-jährigen Sohn in Zürich.

Haben Sie Artikel von FRAG FRAU FREITAG verpasst?
Sälber tschuld! Hier nachlesen!

Das könnte dich auch interessieren:

Was beim iPhone X wirklich neu ist

Spanien-Attentäter planten Anschlag auf Basilika

Massenschlägerei unter Flüchtlingen in Calais

So lief der Dwamena-Deal wirklich ab. Wir haben exklusiv die Whatsapp-Protokolle

Totale Sonnenfinsternis in den USA – hier gibt's den Livestream der NASA

Sebastian Kurz greift Erdogan an

Frauenleiche ist die vermisste Journalistin

Um den Dienstag zu überstehen, brauchst du diese 16 Fail-GIFs

Die Schule geht wieder los? So viel verdient dein Lehrer – der grosse Lohnreport

Die kreative Reaktion dieses Supermarkts auf Rassismus und Fremdenfeindlichkeit

Bürgerkrieg und Sklaverei: Die unverheilte Wunde der USA

Fanta gibt's dank den Nazis – und 12 weitere WTF-Fakten zu Cola, Limo und Co.

7 Gründe, warum die Badenfahrt das bessere Züri Fäscht ist

Macht, Mord und Monobrauen: Im Harem des persischen Schahs

«Wir sind die grössten Loser – wenn das BGE mit uns klappt, dann klappt es überall»

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
65Alle Kommentare anzeigen
65
Um mit zudiskutieren oder Bilder und Youtube-Videos zu posten, musst du eingeloggt sein.
Youtube-Videos und Links einfach ins Textfeld kopieren.
600
  • Spooky 09.01.2017 00:26
    Highlight Ich finde es mutig von dir, Kafi, dass du das Thema von Schweizern, die Pech haben, aufs Tapet bringst. Ich habe nämlich das unbestimmte Gefühl, dass Watson im Allgemeinen Berührungsängste hat mit den verarmten Schweizern. Obwohl es 1 Million davon gibt.
    29 9 Melden
    600
  • Gelöschter Benutzer 07.01.2017 22:02
    Highlight Ein Leben lang beeinträchtigt sein, das hinterlässt schon spuren, vor allem nicht nur Unsicherheit, - man schämt sich sogar vor seinen früheren Schulkollegen, - Ausbildung und Arbeitskollegen. Wenn die Kontakte halt mal verloren sind, dann sucht man halt neue Freunde, und in einem neuen Gegend zu leben ist gut, doch man soll raus gehen, - vielleicht in ein Restaurant, - in einem Park, Seepromenade, oder so wie Ichs mache, ein General Abo für Schiffreisen, Bus, Bahn, Seilbahn. Und noch was, schnell Freunde suchen, dann werden Plagegeister still, denn da steht man nicht mehr alleine da.
    47 3 Melden
    • Spooky 07.01.2017 22:51
      Highlight @Rony
      Wenn alle Leute so denken würden wie du, dann wäre unser Planet ein schönerer Ort, als er zur Zeit ist.
      35 2 Melden
    600
  • Gelöschter Benutzer 07.01.2017 21:33
    Highlight Kafi: "Wir Menschen sind wie Hunde. Wir riechen gegen den Wind, wenn jemand eine Unsicherheit hat, die plagt."

    Das ist krass richtig. Und ich finde es auch krass, wie viele Menschen auf diese Unsicherheit mit Machtgeilheit reagieren. Ich fand das immer abstossend. Meine Erfahrung ist: Begegne ich einem unsicheren Menschen mit meiner individuellen, spontanen Freundlichkeit, wirkt sich das bei meinem Gegenüber meiner Erfahrung nach zu 98% Halt gebend aus. Ich habe noch kaum eine andere Erfahrung gemacht auch in schwierigen Situationen. Der Mensch wittert auch Menschlichkeit. Und liebt sie.
    64 5 Melden
    • Rendel 07.01.2017 22:42
      Highlight Nicht jeder der Unsicherheit beim andern riechen kann prügelt auf ihn ein oder heisst zu. Das ist ein falsches Bild. Es gibt Menschen mit Empathie, die ist noch nicht ganz ausgestorben, wenn Empathie auch nicht mehr gefördert wird und jeder sich nur auf sich selber besinnen soll.
      25 1 Melden
    600
  • Spooky 07.01.2017 20:41
    Highlight Nur schnell ein Tipp, Beni: Kauf eine Lederjacke. Natürlich nicht eine neue, sondern eine abgeriebene vom Second Hand Shop. Leder = Gefahr

    Und trage nicht irgendwelche harmlosen Birkenstock Sandalen, sondern gute, starke Schuhe, natürlich auch aus Leder.

    Diese feigen Leute, die dich demütigen, sind eigentlich ängstlich. Wenn sie nicht ängstlich wären, dann würden sie nämlich gegen oben ausschlagen, nicht gegen unten.

    Vor Leder haben solche Leute Angst. Du wirst staunen. Du wirst mit Respekt behandelt werden.

    Und...äh...lügen ist übrigens nicht illegal.
    27 30 Melden
    • OkeyKeny 07.01.2017 23:43
      Highlight Nein, da bin ich nicht deiner Meinung. Wahre stärke kommt von innen und kann nicht per Lederjacke herbeigezaubert werden. Beni, glaub an dich selbst, aber werd ja nie einer dieser Leute die stärke mit härte verwechseln!
      33 4 Melden
    • Spooky 08.01.2017 02:20
      Highlight @OkeyKeny
      Ich bin nicht deiner Meinung. Und ich weiss, wovon ich rede. Als Invalidenrentner ist man kein Mensch mehr, sondern nur noch ein gejagtes Tier. Wahre Stärke? So ein Unsinn! Wenn man Invalidenrentner ist, geht es nur noch um das finanzielle und um das soziale und psychische Überleben.

      Aber ich weiss schon, dass du das nicht verstehst. Die Kommunikation zwischen den Gewinnern und den Verlierern ist abgebrochen. War es vielleicht immer schon. Ist ja egal. Die Welt ist so, wie sie ist.
      15 9 Melden
    • Spooky 08.01.2017 05:47
      Highlight @OkeyKeny
      Wenn man Invalidenrentner ist, dann befindet man sich in einem Überlebenskampf. Und wenn man in einem Überlebenskampf ist, dann kommt es nicht darauf an, wer oder was man ist. Es ist Krieg. Entweder der Andere oder ich. Es kommt nur noch darauf an, wie man auf andere Leute wirkt. Wer man ist, ist nicht wichtig. Als IV-Rentner ist man in einem tierähnlichen Zustand. Um in dieser Situation zu überleben, ist alles erlaubt: tarnen, täuschen, lügen, rennen, flüchten etc. (you name it).
      8 16 Melden
    • Lichtblau 08.01.2017 17:34
      Highlight Lügen erlaubt? Dann würde ich mir neben der Lederjacke und den Stiefeln einen erfundenen Freelancerjob zulegen, den man von daheim ausüben kann. Am besten einen, über den man sich auch mal unterhalten kann, weil man davon was versteht. Wo liegen Benis Interessen? Je nachdem würde ich frech behaupten, Webdesigner zu sein, für ein Hobbygärtner-Portal zu schreiben oder Youtube-Tutorials zu drehen. Und dann evtl. sogar daran arbeiten, die Lüge wahrzumachen? Okay, leichter gesagt als getan.
      2 6 Melden
    • Spooky 08.01.2017 19:26
      Highlight @Lichtblau
      Ich bin nicht Jurist. Aber ich weiss, dass es in der Schweiz nicht verboten ist zu lügen. Wir dürfen überall lügen, zum Beispiel bei der Polizei und auch vor dem Richter. Man kann uns fürs Lügen nicht bestrafen. Ob zu lügen ein Menschenrecht ist, weiss ich aber nicht.

      Was du erzählst, wäre ein gutes Drehbuch für einen Film. Ein IV-Rentner lügt aus der Not heraus, um sich vor den Leuten nicht unmöglich zu machen. Aber weil alle ihm glauben, was er zusammenlügt, ist er schlussendlich gezwungen, die Lügen in die Tat umzusetzen.
      0 12 Melden
    • Lichtblau 08.01.2017 20:47
      Highlight Spooky: Wäre ich in einer so prekären Situation - ich würde es vielleicht wagen. Aber da ich sowas bisher nie erlebt habe: Was weiss ich schon?

      Jedenfalls wünsche ich mir für für Beni, dass er an einem neuen Ort unbelastet anfangen kann. Und sei es, indem er die Wahrheit ein bisschen frisiert. Ihre Statements, Spooky, finde ich im übrigen immer sehr interessant.

      8 0 Melden
    • salliona 08.01.2017 21:01
      Highlight jakob der lügner😍 lesenswert
      0 0 Melden
    • Spooky 08.01.2017 21:59
      Highlight "Ihre Statements, Spooky, finde ich im übrigen immer sehr interessant."

      Danke, Lichtblau. Und ich sage: gleichfalls.
      3 1 Melden
    600
  • Gelöschter Benutzer 07.01.2017 20:10
    Highlight Lieber Beni, auch mir sieht man die IV nicht an. Was mir beim Überleben geholfen hat war das Erkennen, dass man nicht gegen die Krankheit kämpfen darf, sondern mit ihr leben lernen muss wie Kafi es sagen möchte. Und dass du herausfindest, was deine Stärken sind, Stichwort Brainstorming: herausfinden, was du eigentlich auch gerne tun würdest als "gesunder" Mensch: geh auf die Suche nach deinen Sehnsüchten und Fähigkeiten,und setzt sie um je nach Fähigkeiten. Fazit: Wissen und Kenntnisse, die dir niemand streitig machen kann, ein gesundes Selbstvertrauen. Ich wünsche dir von Herzen alles Gute.
    55 1 Melden
    • Stefflein 08.01.2017 00:36
      Highlight Auch ich bin "so eine", der mans nicht ansieht. Auch ich habe gelernt, dass ich - trotz oder vielleicht wegen meines Rucksacks - etws wert bin und geben kann. Allerdings ist der Grat zwischen "die Krankheit akzeptieren und lernen, mit ihr zu leben" zu "aufgeben, resignieren und aufhören, für die eigene Gesundheit zu kämpfen", sehr sehr schmal.
      28 0 Melden
    600
  • El Schnee 07.01.2017 20:02
    Highlight Nö, so einfach ist es leider nicht Frau Freitag. "Arbeiten Sie an sich selbst!" grenzt leider, auch wenn es nicht so gemeint ist, an Verklärung. Der IV-Status ist eine psychische Dauerbelastung, die man nicht wegtrainieren kann, sondern die allenfalls auf politischem Weg, also eben genau mit Veränderung des Umfelds angegangen werden muss, z.b. durch die Einführung eines Bedingungslosen Grundeinkommens. Dadurch würden viele Diskriminierungen und Demütigungen wie z.b. die Willkür bei Abklärungen oder die endlosen Schuldgefühle, weil man 'nichts leistet' entfallen.
    55 17 Melden
    • Gelöschter Benutzer 07.01.2017 20:54
      Highlight Eine Veränderung des Umfeldes findet nicht auf politischer Ebene statt, weil die Menschen darauf pfeifen. Sie findet nur insofern statt, insofern ich als Invalider meinem Umfeld signalisiere kann, dass ich gleichwertig bin indem ich meine Persönlichkeit in die Waagschale werfe. Und dies kann ich nur, wenn ich weiss, was ich will, was ich weiss und was ich kann. Dazu muss ich aber wissen, was ich sein, und wissen möchte und mir die entsprechenden Fähigkeiten aneigne so weit es in meinen Möglichkeiten liegt. Ein bedingsloses Einkommen z.B. würde den Neid auf IV- Bezüger nur noch erhöhen.
      15 8 Melden
    • lilie 07.01.2017 22:11
      Highlight @El Schnee: Diskriminierung wird nicht mit Geld behoben, sondern durch umdenken.
      17 3 Melden
    • El Schnee 08.01.2017 02:25
      Highlight @lilie: die Rede hier ist vom IV-Rentner-Status und nicht von der Behinderung als solches. Da geht es ums Geld. Geld ist nicht der einzige Aspekt von Diskriminierung , aber ein wesentlicher. Für die Gesundheit, deren Stabilisierung oder gar Verbesserung ist eine existentielle Sicherheit die beste Medizin, resp. Voraussetzung. Auch im präventiven Sinn. Und @roseship: das Konzept BG erzeugt eben genau kein Neid, weil es alle kriegen ... unabhängig von Geschlecht, Alter, Behinderung etc.
      9 0 Melden
    • lilie 08.01.2017 10:14
      Highlight @El Schnee: Dein Gedankengang funktioniert nur für Leute, die teilweise noch arbeiten können, weil das BGE nicht zum Leben reicht. Leute, die sich aus gesundheitlichen Gründen nichts dazuverdienen können, sind dann immer noch auf den Staat samt Abklärungen, Rechtfertigungen etc. angewiesen.
      7 1 Melden
    • El Schnee 08.01.2017 12:48
      Highlight @lilie: das BGE wird früher oder später kommen, es wird die Sozialversicherungen neu strukturieren, sinnvoller und gerechter. Und es wird auch für Vollinvalide funktionieren. Eine volle Rente ist ja für viele heute nicht ausreichend. Aber andererseits kriegen auch solche IV, die es finanziell nicht nötig haben. Auch ungerecht ist, dass ein Sozialhilfebezüger, der einfach keine Stelle findet über Jahre, schlechter gestellt sein soll als ein Behinderter. Wahrscheinlich ist, dass der Arbeitsmarkt lockerer würde, Behinderte mehr gefragt wären, weil 100%ige auch einen Gang runterschalten würden.
      7 1 Melden
    600
  • Gelöschter Benutzer 07.01.2017 19:32
    Highlight Gottchen, Kafi! Das Foto ist wunderschön. Du bist wunderschön!
    26 34 Melden
    • Gelöschter Benutzer 07.01.2017 19:58
      Highlight Allerdings.
      14 23 Melden
    • Lichtblau 07.01.2017 20:10
      Highlight Ich staune auch immer wieder über die Qualität der Bilder. Kompliment, Kafi!
      18 12 Melden
    • Spooky 07.01.2017 20:57
      Highlight Wer hat das Foto gemacht?
      10 4 Melden
    • Gelöschter Benutzer 07.01.2017 21:41
      Highlight Ihr Blitzer. Manchmal frage ich mich, was ihr schön findet. Jetzt ganz besonders. Was findet ihr schön? Zeigt es mir! Weil: Euere Blitze machen mich echt traurig in diesem Zusammenhang. Echt traurig. Aber es ändert kein Jota daran, dass Kafi DIE Winterprinzessin 2017 ist und die Fotographie subito ins Fotozentrum Winterthur gehört. Weil Kunst ist Kunst. Sie wird auch bei Euch nur Gutes bewirken. Mit der Zeit. Also schweigt oder gebt Antwort. Letzteres würde ich begrüssen.
      24 29 Melden
    • Spooky 07.01.2017 23:32
      Highlight Sag mal, Matt Stone! Du bist nicht etwa verliebt, oder?
      17 3 Melden
    • Gelöschter Benutzer 08.01.2017 17:50
      Highlight @Matt: Stimme dir zu. Ein echt schönes Foto.

      @Spooky: Im Sinne Walter Benjamins "Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduktion" ist Matts Verliebtheit wohl auf das durch das Abbild entstandene Bild rückzuführen. In diesem Sinne auch ein herzchen von mir, für diese Momentaufnahme des Seienden! :-)
      4 2 Melden
    • Gelöschter Benutzer 08.01.2017 18:23
      Highlight @gonetilnovember

      Gut geschrieben, Du hast meine Zustimmung. Aber es ist keine blosse Verliebtheit meinerseits. Ich liebe dieses Bild voll und ganz und bin davon überzeugt, dass es grosse Kunst ist.
      4 5 Melden
    600
  • OkeyKeny 07.01.2017 19:27
    Highlight Man kann auch ohne arbeiten glücklich werden. Frag Frau Freitag. Höhöhöh nenei Spässli ;)
    33 11 Melden
    600
  • Gelöschter Benutzer 07.01.2017 19:09
    Highlight Lieber Beni

    Ich kann Dich gut verstehen. Ich arbeite selbst vor allem mit Menschen, die von der Gesellschaft ausgeschwitzt werden, ja, ich war lange selbst so einer und noch jünger als Du. Bei mir war es eine endogene, lange nicht erkannte psychische Krankheit, die ich endlich durch professionelle psychiatrische und medikamentöse Hilfe gut in den Griff bekam. Dennoch geifert mich mein Nachbar manchmal noch an. Sehr, sehr böse. Ich habe aber erkannt, dass dieser Mensch selbst sehr leidet. Er hat durch die Arbeit kaputte Hände. Ich wollte sie sehen. Seither respektiert er mich. Einigermassen.
    24 4 Melden
    600
  • helios 07.01.2017 17:35
    Highlight Erinnert mich an einen leider verstorbenen Freund, der wegen Hebephrener Schizophrenie berentet war und später an Leukämie erkrankte; O-Ton: "Seit ich Krebs habe, geht es mir besser"

    "Tu doch nicht so" und "Chlemm di in Arsch" hört man bei Krebs eher weniger.
    87 4 Melden
    • Butschina 07.01.2017 23:13
      Highlight Es ist leider tatsächlich so, dass körperliche Gebrechen viel besser akzeptiert werden. Ich hatte früher aus psychischen Gründen vorübergehend eine IV Rente. Dann ging es mir besser, ich begann eine Ausbildung und hatte einen Unfall. Jetzt habe ich aus körperlichen Gründen eine Rente. Wenn ich jetzt sage, ich sei IV-Bezüger schaut mich keiner mehr schräg an. Ich finde das tragisch und hoffe, dass den Leuten die Augen aufgehen. Der grösste Teil der IV-Renten wird aus psychischen Gründen gewährt. Das ist leider immer noch vielen unbekannt.
      18 0 Melden
    600
  • Bruno Wüthrich 07.01.2017 16:56
    Highlight Manchmal nehmen Dinge eine Eigendynamik an, die schwer zu durchbrechen ist. Dies war wohl am alten Wohnort von Beni so. So kann es zum Beispiel schon gereicht haben, wenn Beni an einem schlechten Tag auf die falschen Leute traf. Mobbing gibt es nicht nur am Arbeitsplatz, und ich gehe davon aus, dass es sich bei Beni um Mobbing gehandelt hat.

    Wegzug war ein erster, richtiger Schritt. Anders als am Arbeitsplatz ist es in «freier Wildbahn» schwierig, sich Mobbing zu entziehen. Aber jetzt müssen weitere Schritte folgen. Raus aus der Opferrolle! Am besten mit psychologische Hilfe.
    26 7 Melden
    600
  • lilie 07.01.2017 16:52
    Highlight Nicht arbeiten zu können ist viel härter, als die "IV-Bezüger-sind-nur-zu-faul-zum-arbeiten"-Stammtisch-Philosophen sich vorstellen können. Nicht nur fällt man aus dem gesellschaftlichen Rahmen und wird vom Staat abhängig - man muss auch noch sehen, wie man den Tag füllt.

    Für Männer ist es vermutlich noch härter, weil die Identifikation mit der Arbeit noch ausgeprägter ist.

    Es kann deshalb hilfreich sein, sich eine kleine Beschäftigung zu suchen, die man schafft: im Altersheim Leute besuchen, Mitglied in einem Verein werden, dem Nachbar mal im Garten helfen...

    Sich nützlich machen dürfen!
    52 7 Melden
    • helios 07.01.2017 18:54
      Highlight Sofern man nicht von einem IV-Spion beobachtet wird. Ansonsten könnte solche Beschäftigungen als Arbeitsfähigkeit interpretiert werden.
      28 5 Melden
    • JasCar 07.01.2017 20:20
      Highlight Nein helios, man darf das sogar mit einer Beratungsperson der IV besprechen. Oft haben die auch Ideen und Adressen.
      Nur weil man in der heutigen Arbeitswelt nicht mehr bestehen kann, heisst das nicht, dass man zu überhaupt nichts mehr zu gebrauchen ist, und sich für immer im Keller verstecken muss...
      32 2 Melden
    • lilie 07.01.2017 20:25
      Highlight @helios: Klar muss man aufpassen. Aber ehrenamtliche Arbeit ist in der Regel kein Problem. Ausserdem dachte ich nicht an eine Vollbeschäftigung, sondern an stundenweise eins bis zweimal die Woche. Da sollte auch die IV nichts dagegen einzuwenden haben.
      16 2 Melden
    • Gelöschter Benutzer 07.01.2017 20:44
      Highlight @lilie: als Invalider ehrenamtlich tätig zu werden können Sie nur, wenn Sie in ihrer Persönlichkeit so gefestigt sind, dass die Schicksale Anderer Sie nicht mehr aus der Spur werfen UND: insofern diese Tätigkeit Ihnen nicht zu viel Energie nimmt, die Sie selbst benötigen. Bis Sie dies bemerken und es sich eingestehen sind Sie schon lange im energetischen Defizit. Und dann ist man genau an dm Punkt, wo man nicht sein wollte: da, wo man das Handtuch werfen muss und man sich wiederum selbst als Versager hunstwllt.
      4 2 Melden
    • lilie 07.01.2017 22:03
      Highlight @rosehip: Ich sagte ja, etwas, das man im Angesicht der gesundheitlichen Einschränkungen schafft. Ausserdem gibt es Freiwilligenarbeit nicht nur im sozialen Bereich, es gibt viele Möglichkeiten. Und es braucht auch keine Freiwilligenarbeit zu sein, wie erwähnt.
      7 3 Melden
    • Butschina 07.01.2017 23:17
      Highlight Im geschützten Rahmen kann man mit einer 100% Rente zu 100% arbeiten. Völlig legal. Falls das Einkommen zu hoch ist wird erst die EL gekürzt und gegebenenfalls die Rente (nur schafft man das praktisch nicht mit dem Lohn für geschützte Arbeitsplätze)
      7 0 Melden
    • helios 08.01.2017 01:20
      Highlight Ja, im geschützten Rahmen ist es kein Problem.
      Etwas anderes ist es, wenn ich dem Nachbarn helfen will:

      Ich wollte bei der Traubenlesen helfen. Da ich wegen der rechtlichen Situation unsicher war, hat mein Arzt anonymisiert bei der IV-Stelle abgeklärt, ob ich das darf.
      Antwort von der IV:
      - Ich brauche einen Arbeitsvertrag
      - Es muss bei der IV-Stelle gemeldet werden

      Begründung:
      - Vermehrt melden Privatpersonen "verdächtige" Rentner, und die SVA muss den Hinweisen nachgehen
      - Schwarzarbeit verhindern

      Und hinter vorgehaltener Hand gesagt riskiert man eine Reduzierung vom Invaliditätsgrad.
      5 0 Melden
    • lilie 08.01.2017 10:10
      Highlight @helios: Das gilt aber mMn nur, wenn der Nachbar dir auch etwas bezahlt. Wenn du einfach hinfehst und mithilfst, ist es so weit ich weiss kein Problem.
      3 0 Melden
    • helios 08.01.2017 12:07
      Highlight @lilie
      Ich wollte keine Bezahlung und das wurde auch ggü. der IV-Stelle so kommuniziert. Das sei aber nicht zulässig, ich bräuche einen Arbeitsvertrag mit branchenüblichem Lohn.

      Die rechtlichen Hintergründe habe ich nicht mehr im Kopf, da die Anfrage per Telefon erfolgte.
      1 1 Melden
    600
  • sintho 07.01.2017 16:18
    Highlight Ist das ein Repost? Kommt mir vor als hätte ich das schon mal gelesen..
    14 11 Melden
    • kafi 07.01.2017 16:52
      Highlight Liebe/r Sintho

      Nein. Ich reposte hier keine Antworten. Alles neu.

      Guete Neus! Herzlich, kafi
      43 8 Melden
    600
  • pamayer 07.01.2017 16:08
    Highlight Ufff. Ich hätte grosse Mühe, Erwerbsunfähigkeit zu sein.

    Danke Kafi für die konstruktive Antwort.

    Menschen sind wie die Hunde.
    Nicht grundsätzlich böse, aber wenn wir geschlagen wurden, können wir sehr böse werden. So in Bezug Haus abfackeln und andere Scheusslichkeiten.
    25 27 Melden
    • Luzi Fair 07.01.2017 18:11
      Highlight Bullshit! Hunde haben nicht grundlos Angst und Hass.
      15 19 Melden
    • Macke 07.01.2017 20:01
      Highlight @Luzi Fair: Menschen auch nicht. Du musst den Grund nicht gut finden, aber es gibt meiner Erfahrung immer einen oder mehrere.
      11 5 Melden
    • pamayer 08.01.2017 20:47
      Highlight @luzi fair
      habe ich ja genau geschrieben. oder?!
      2 0 Melden
    600
  • zialo 07.01.2017 15:49
    Highlight Der Aspekt des Neides, den ja die Medien auch bewirtschaftet haben, wird leider ausgeblendet: Neid von Mennschen die etwas haben aber dafür hart arbeiten müssen auf die die gar NICHTS haben und Sozialversicherungsgelder bekommen. Das für mich dunkelste Kapitel der Schweiz.
    An unseren alten Wohnort hatten wir ein älteres Paar welches von Sozialhilfe lebte. Ihr Balkon war 20m gegenüber von sechs Reiheneinfamilienhäusern mit Gartensitzplatz. Eine Mutter von zwei Kindern rastete wiedeholt verbal völlig aus. Da sieht man als Nachbar wie primitiv und hart es von oben herab zugeht.
    73 5 Melden
    • Yelina 07.01.2017 16:34
      Highlight Das wird ja von gewissen Parteien so vorgelebt: Nach oben buckeln und nach unten treten.
      86 15 Melden
    • Gelöschter Benutzer 07.01.2017 19:09
      Highlight @Yelina: jöö und was sagt die Partei, die tausende Existenzen und Schicksale auf ihrem Gewissen hat durch grenzenlose Gleichmacherei? Eure Heuchelei ist geradezu abscheulich!

      http://bazonline.ch/schweiz/standard/ich-hoere-von-der-linken-nichts/story/18690755
      6 40 Melden
    • Yelina 07.01.2017 19:56
      Highlight Ach Stipps, wer dem Schein nach das Volk vertritt, aber unter dem Strich nur für die Wirtschaft und deren Gewinnstreben arbeitet, sollte in Sachen Heuchelei keine Steine werfen
      33 4 Melden
    • Gelöschter Benutzer 07.01.2017 20:32
      Highlight @Stipps: ich meine, dass Parteizugehörigkeit wenig zu sagen hat. Ich meine, dass das persönliche Befinden der Menschen in einer expliziten Situation ausschlaggebend ist woraus Neid, Hass oder Gutsein und Helfen wollen entstehen. Was Menschen vermissen, die auf Sozialhilfe angewiesen sind, ist das angenommen werden ohne Wertung. Das Privileg, Mensch sein dürfen mit all den Schwächen, welche Bestandteile invalider Menschen nun mal eben sind.


      9 1 Melden
    • Gelöschter Benutzer 07.01.2017 21:13
      Highlight Ach Yelina, genau was ihr macht ... öffnet Tür und Tor für 500 Mio. billige Arbeitskräfte nur wegen der Ideologie den Nationalstaat aufzubrechen ... das wird euch die Arbeitnehmerschaft wohl nie verzeihen.
      6 37 Melden
    • Gelöschter Benutzer 07.01.2017 21:15
      Highlight Wollte noch sagen: IV zu sein/ haben ist keine politische Angelegenheit, sondern ein persönliches Schicksal, unabhängig von parteilichen Querelen. Die Menschen sollte es endlich lernen zu trennen. Die Betroffenen haben es schwer genug, in der Wippe von Politik und Ablehnung ein menschenwürdiges Gleichgewicht zu finden!
      21 1 Melden
    • Charlie Brown 07.01.2017 21:20
      Highlight Ich höre einen getreten Hund bellen. Abscheulich bellt er. Fast nicht zum aushalten.
      19 4 Melden
    • Gelöschter Benutzer 08.01.2017 07:41
      Highlight @Charlie Brown: ???
      2 3 Melden
    • Charlie Brown 08.01.2017 13:06
      Highlight @rosehip: Nicht du...
      4 2 Melden
    • Gelöschter Benutzer 08.01.2017 17:59
      Highlight @Stipps: wen meinst du genau mit "ihr"? Sowei ich weiss leben wir in einer direkten Demokratie, mit einem gewählten Parlament und Gesetzen bzw. Verordnungen die von diesem oder dem Volk angenommen wurden. Darauf basiert auch IV, Arbeitsmarktliberalisierung, Freizügigkeit etc. Also ein Mehrheitsentscheid.

      Meinst du demnach mit "ihr" die Majorität des Volkes?
      7 0 Melden
    • pamayer 08.01.2017 20:49
      Highlight stipps
      baz zitieren = his masters voice (C.B.)
      7 2 Melden
    • Gelöschter Benutzer 08.01.2017 21:10
      Highlight @gonetil: Richtig. Die Stände nicht vergessen. Alle in einem Topf. Nein, mit "ihr" meine ich die Ideologen dahinter und zwar mit den Worten von Rudolf Strahm: "Die Linke sah in der Personenfreizügigkeit einen Hebel, um den Nationalstaat zu kippen – und setzte auf eine europäische Sozialunion, die dereinst kommen sollte."
      2 9 Melden
    • Gelöschter Benutzer 08.01.2017 22:07
      Highlight @Stipps: soweit ich mich erinner wurden die Bilateralen 1, entsprechend auch die PFK, im Jahr 2000 mit über 67% angenommen vom CH-Stimmvolk. Es mag zwar ein linkes Unterfangen gewesen sein, doch fand diese die Mehrheit. Oder nicht?

      Will man diese Verträge künden, bedarf es einer erneuten Abstimmung. Mehrheitsentscheide sollten respektiert werden oder meinst du nicht?

      Wobei heute der Ausgang einiges enger würde.
      8 1 Melden
    600

Kafi, soll ich für einen Mann auf Kind und Entwicklung verzichten?

Liebe Kafi. Ich arbeite seit 6 Jahren in einem sicheren Job. Er verlangt mir aber viel Kraft ab und macht mir wenig Freude. Ähnlich geht es in der Beziehung. Bin seit 9 Jahren mit Partner zusammen aber es läuft solala. Wünschte mir auch Kinder, aber wir leben noch nicht mal zusammen. Nun könnte ich für 1 Jahr in Alaska Meeresbio. studieren. Kenne den Ort gut und habe Freunde dort. Es wäre ein Traum, aber mein Partner ist dagegen. Hab zudem Angst, dass ich zu alt dafür bin. Was würdest du tun? Herz

Liebe KatjaSie sind heute 32 Jahre alt. Das mag zwar noch relativ jung sein, aber im Bezug auf eine allfällige Mutterschaft sind Sie bereits auf dem absteigen Ast, liebe Katja. Ich könnte Ihnen jetzt in 35 wunderbar formulierten Sätzen erklären, warum es wichtig ist, seinen eigenen Träumen und Zielen zu folgen, aber ich denke, dass Sie bereits wissen, was kommen würde. Darum nur eine kurze, aber sehr effiziente Übung für Sie: Stellen Sie sich vor, Sie liegen auf dem Sterbebett und …

Artikel lesen