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«Ich bin besser als du»

Bild: shutterstock

Die Theorie von Wert versus Fertigkeit.

16.05.17, 13:56 16.05.17, 14:31

Ich habe da so eine Theorie. Sie schwebt schon ewig in meinem Kopf herum und macht dort oben wahnsinnig viel Sinn – aufgeschrieben habe ich sie jedoch noch nie. Ich werde das nun einmal versuchen.  

(Online-)Mobbing ist ein grosses Problem. Noch immer. Und es scheint keine einfache Lösung zu geben, wie man – für sich, also internal, denn MobberInnen wird es immer geben – damit umgehen kann. Da ich in meinem Beruf immer wieder davon betroffen bin, habe ich versucht, mir zurechtzulegen, was dieses Mobbing eigentlich ist. Ich habe im Laufe meines Lebens nämlich eins gelernt: Wenn man Dinge, die einem Angst machen, mal aufdröselt, verlieren sie oft an Bedrohlichkeit und das wiederum nimmt einem das Erstarren/Verstummen.  

Ich glaube, dass Angriffe unter die Gürtellinie – und damit meine ich die seelische, nicht die wahrhaftige – noch immer so «erfolgreich» sind, liegt am Verwechseln zweier Entitäten: Wert und Fertigkeit. Nochmal, diese Theorie besteht bisher erst in meinem Gehirn und ich werde versuchen, so gut wie möglich zu erklären, was ich damit meine.  

Wert haben wir alle denselben. Wir werden damit geboren. Man kann ihn auch Würde nennen und «die Würde des Menschen ist unantastbar».  

Nun glauben aber manche Menschen, man könne sich Wert erarbeiten. Er habe mit beruflichem Erfolg zu tun, mit dem Ankommen beim andern Geschlecht oder mit dem Körper, den wir uns – so wir denn wollen – antrainieren.  

Hier kommt jedoch die Knacknuss: Fertigkeit ist Fertigkeit und Wert ist Wert. Die Fertigkeiten, die wir uns bewusst aneignen können, ändern nichts an unserem Wert als Menschen. Nie.

Nun hat sich aber in unser Bewusstsein geschlichen, man könne sich via Fertigkeit mehr Wert verschaffen. Ich halte das für fundamental falsch und für eine Tendenz, die unserer Gesellschaft massiv schadet. Wenn man nämlich davon ausgeht, dass einige Menschen durch ihre Leistungen auf gewissen Gebieten wertvoller sind als andere, kreiert man damit Wettbewerb auf einer Ebene, die per definitionem mit Wettbewerb absolut nichts zu tun haben sollte – denn, nochmal: Wir haben alle denselben Wert, Wettbewerb ist daher müssig.  

Wenn wir also sagen, dass wir alle Individuen sind, und dass wir alle unterschiedliche Schneeflöckli im Wind darstellen, dann bezieht sich das nicht auf unseren Wert als Menschen, sondern auf unsere Fertigkeiten. Denn ja, manche Menschen können gewisse Dinge besser als andere. Manche sind ehrgeiziger, schneller, verbissener – aber auch das kann wieder auf unterschiedlichsten Ebenen geschehen. Wir sind allesamt einmalige Zämesetzli an Fertigkeiten, die wir mehr oder weniger gut drauf haben. Und so funktioniert dann auch die Gesellschaft, denn wenn alle gleich schlecht in Mathe wären wie ich, wären wir verdammt. Verdammt, sage ich Ihnen.

Wenn wir das nun alle verstünden und uns in Ruhe lassen würden, wäre das eigentlich eine wunderbare Sache und würde uns als Gesellschaft extrem vorantreiben. «Dein Tanzbereich, mein Tanzbereich», du ergänzt, was ich nicht so toll kann und es ist voll easy, dass du gewisse Dinge nicht so gut kannst wie ich. Kumbaya.  

Vorhang auf für: DAS EGO!  

Ja, das Ego, das in der trügerischen Überzeugung lebt, die Unterlegenheit anderer mache es zum Obermacker. Es kommt dahergestampft mit seinen Timberland-Schuhen und seinen gegelten Haaren, pickt sich einen spezifischen Fall raus, und findet lauthals: «Ich bin imfall besser als du». Dass es das nur in einer gewissen Fertigkeit ist und dass es seinem Gegenüber in anderen Belangen hinterherhinkt, ignoriert es gekonnt und schliesst von seiner punktuellen Überlegenheit nicht nur darauf, dass es ganz generell menschlich mehr Wert hat, sondern in der Konsequenz auch darauf, dass es – weil wertvoller – seinem Mitmenschen nun keinen Respekt mehr schuldet.

Mir persönlich hat das sehr geholfen. Nicht nur, wenn ich meine Schwachpunkte betreffend in destruktiver Weise angegriffen werde, sondern auch, wenn ich selber mal wieder in die Überlegenheits-Mackerin-Falle trete.  

Fazit:

1. Wert und Fertigkeit sind zwei unabhängige Entitäten.

2. Es hilft der Gesellschaft und deshalb letztendlich mir als Bestandteil dieser Gesellschaft, andere zu fördern, weil sie die Fertigkeiten mitbringen, die ich nicht habe. Diese Fertigkeiten können sie am besten ausbilden, wenn sie nicht in ihrem Wert angegriffen werden – ich sollte sie also in den Belangen, in denen ich ihnen überlegen bin, in Ruhe lassen, genauso wie ich mir das von ihnen wünsche. So funktioniert das Zusammenleben am besten.

3. Wer andere auf der Fertigkeitsebene degradiert und heruntermacht, weil er sie mit der Wertebene verwechselt, schadet letztendlich sich selbst.

4. MobberInnen wird es immer geben. Einsichten 1 bis 3 sind für mich eine konstruktive Grundlage, mit ihnen umzugehen – und mich selber zu hinterfragen, wenn ich andere angreife.

5. The End. Kumbaya und vill Liebi.

Yonni Meyer

Yonni Meyer (35) schreibt als Pony M. über ihre Alltagsbeobachtungen – direkt und scharfzüngig. Tausende Fans lesen mittlerweile jeden ihrer Beiträge. Bei watson schreibt die Reiterin ohne Pony – aber nicht weniger unverblümt. 
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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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  • Zeit_Genosse 18.05.2017 10:44
    Highlight Mobbing ist ein Foul unter Menschen auf dem Spielfeld des Lebens. Da wo auf den Menschen, statt auf den Ball gespielt wird und jemand sich Vorteile erhofft, wird das sichtbar. Doch die Spielregeln zeigen Übertretungen auf, die man auf geeignete Art sanktionieren kann. Und wenn Akteure oder Schiedsrichter wegschauen, ist es nicht für alle sicht-/erkennbar. Hat mit dem von ihnen geschilderten "Wert" eigentlich wenig zu tun. Dazu müsste man dann sagen "Alle Menschen sind unterschiedlich, doch die Gerechtigkeit gilt für alle gleich." Je stärker die Konkurrenz, desto heftiger die Balz.
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  • Zeit_Genosse 18.05.2017 10:33
    Highlight Danke für den geteilten Gedanken-Rohstoff. So können wir gemeinsam diese Blaupause/These aufnehmen

    Der Wert des Menschen ist nicht allgemeingültig definiert und so geben WIR unterschiedliche Werte (Wertvorstellungen). Mensch = 1 / kein Mensch = 0. Talentierter und mächtiger Mensch = ? / Armer und kranker Mensch = ? / altruistischer Mensch = ? / egoistischer Mensch = ? Umwelt = ? / Umfeld = ? / Tier = ? usw. Es bedürfte eines Wertesystems und der Einigkeit darüber. Wir leben in einer Welt wo Diversität das Überleben des Lebens bedeutet und damit sind wir auf Glatteis bei Diversitätsbewertungen
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  • guby 18.05.2017 09:44
    Highlight Für mich kommt das auf die Definition von "Wert" an. Ich zum Beispiel halte funktionierende Mitglieder der Gesellschaft für "wertvoller" als Serienmörder. Denn für mich definiert sich der Wert eines Individuums durch den positiven Einfluss auf seine Mitmenschen. Salopp gesagt: Je mehr Menschen man etwas Gutes tut (oder tun versucht) desto wertvoller ist man als Individuum. Mit materiellem Wert hat das aber nicht viel zu tun.
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    • Statler 18.05.2017 10:39
      Highlight Die Konsequenz aus Deiner Wertung wäre, dass man sich um «weniger wertvolle Menschen» weniger kümmern muss, als um andere. Der Serienmörder ist extrem, aber was, wenn eine Person viel Gutes tut, eine andere gar nichts? Ist letztere dann weniger «wert»? Und wäre es dann ok, diese Person (z.B.) in einer Notsituation sterben zu lassen (sie trägt ja nichts zur Gesellschaft bei, würde also auch nicht fehlen). Und wer bestimmt dann, welche Personen «wertvoll» sind und welche nicht? Der Wert einer Tat ist nämlich sehr individuell.
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    • guby 18.05.2017 15:01
      Highlight Ich finde tatsächlich angebracht egoistischen Menschen weniger Hilfe zukommen zu lassen. Natürlich nicht gar keine, aber halt weniger. Sähe ich zum Beispiel einen "wertvollen" Menschen ertrinken würde ich ihm hinterher springen um ihn zu retten. Weiss ich aber dass er ein Egoist ist, beliesse ich es eher beim Notruf -
      dieser Mensch ist es mir nicht wert vielleicht auch zu ertrinken. Natürlich ist das Leben nie Schwarz - Weiss, und der "Wert" ist immer individuell und schwer zu beziffern, aber im Grundsatz finde ich diese Haltung fair.
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  • Gelöschter Benutzer 18.05.2017 08:50
    Highlight Ich kann zu 100% zustimmen. I'm lovin it :-)
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  • rodolofo 18.05.2017 07:59
    Highlight Du sprichst da über sehr grundsätzliche Dinge des Lebens, nämlich über die Polarität zwischen "Oberflächlichem Schein" und "Tiefer Wahrheit".
    Durch die Augen eines Wesens kannst Du in die Tiefen seiner Seele tauchen! Da wirst Du eine wunderbar farbige und Artenreiche Unterwasserwelt entdecken!
    An der Oberfläche wiederum kräuseln sich die Wellen.
    Manchmal ist sie spiegelglatt und smaragdblau, an einem windstillen und sonnigen Tag.
    An anderen Tagen zeigt sich die Oberfläche aufgewühlt, mit hohen Wellen, die auf und nieder schaukeln.
    Wer das alles bewerten will, der verteile meinetwegen Punkte...
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  • Redly 17.05.2017 16:22
    Highlight Im Gegensatz zum Artikel finde ich, dass sich der Wert stark unterscheidet zw.
    - Menschen, die anderen helfen, viel Wohlstand schaffen, etwas beitragen
    - Egoisten oder Betrüger sind
    - Morden oder Gewalt verbreiten.
    Nein, diese haben nicht alle den gleichen Wert für mich.
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    • Migguel 17.05.2017 23:16
      Highlight Weiss was du meinst. Im Artikel gehts aber genau dadrum. Diese Menschen haben trotzdem den gleichen Wert.

      Meiner Meinung nach fehlt es ihnen an bestimmten Fertigkeiten, die diese Dinge vermeiden würden (z.B. Einfühlungsvermögen, Selbstreflexion etc.)
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  • Statler 17.05.2017 09:18
    Highlight Deine Überlegungen (und Fazit) in Ehren, aber mMn ist schon die Ausgangsfrage falsch.
    «Wert» impliziert eine messbare Grösse. Wie aber «bemisst» man den Wert eines Menschen? Kann man das überhaupt? Und wenn ja, in welcher Masseinheit? Es gibt keine und wenn, dann ist sie sehr individuell.
    Über den «Wert» von Menschen zu sprechen ist also bereits im Ansatz falsch, da es keine verlässliche Vergleichsmöglichkeit gibt. Tut man es doch, kommt man zwangsläufig zu falschen Ergebnissen...
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    • rodolofo 18.05.2017 08:02
      Highlight Ausserdem hängen solche Werte auch von den Begleitumständen ab.
      Wieviel Wert hat ein Glas Wasser in der Wüste, kurz vor dem Verdursten?
      Wieviel Wert hat das gleiche Glas Wasser in einem Mac Donalds, wo es auch Cola im Angebot hat?
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    • Statler 18.05.2017 10:30
      Highlight wenigstens einer, der meinen Gedankengängen einigermassen folgen kann ;)
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  • FranciscoTarrega 17.05.2017 08:17
    Highlight prinzipiell hast du recht, wie es kant auch schon hatte (kat. imperativ). Jedoch finde ich es zu einfach, wenn man sagt, dass das ego an mobbing schuld ist. du vergisst hier die komplette lebenswelt des mobbers. ein delinquentes verhalten lässt sich eigentlich immer auf die psychosozialen bewältigungsprobleme in folge gesellschaftlich bedingter desintegration zurükführen. auch wenn diese nur in einem lebensbereich des mobbers der fall ist. schöne gedanken die du hast, leider sehr alltagswissenschaftlich, würde besser kommen, wen du dich erst mit z.b thiersch oder böhnisch auseinandersetzt.:)
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    • LeChef 17.05.2017 10:12
      Highlight Delinquentes Verhalten korrelliert tatsächlich mit bestimmten negativen, sozial bedingten Einflüssen. Trotzdem ist doch jeder selbst verantwortlich für das, was er tut. Ich finde deine Argumentation ist gefährlich; sie lässt nicht zu, dass eine individuelle Schuld existiert.
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  • Wurst 17.05.2017 04:05
    Highlight 😍 Hach!

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  • pamayer 16.05.2017 23:16
    Highlight danke für deinen mut, dass du auch etwas noch nicht ausgereifte ideen präsentierst.
    deinen input finde ich sehr anregend.
    danke.
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  • LeChef 16.05.2017 23:16
    Highlight Wie erfährst du denn Mobbing, Yonni? Weshalb und in welcher Gestalt? Begegnest du dem häufig? Ich muss ehrlich sagen, dass ich diese Erfahrung seit der obligatorischen Schule nicht mehr gemacht habe/habe machen müssen (zum Glück). Es fällt mir wirklich schwer, mir vorzustellen, dass erwachsene Menschen sich auf so ein Niveau herablassen können...
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    • Mila1 17.05.2017 04:48
      Highlight Das gibt es leider, hab es selber erlebt, nicht gegen mich sonder an einen Mitarbeiter. Die Verantwortlichen wurden verurteilt. Ist auch richtig so.
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    • _kokolorix 17.05.2017 06:55
      Highlight Dss ist wohl eine Sache des Betriebsklimas. Obwohl ich selber nur selten damit konfrontiert wurde, habe ich doch in verschiedenen Teams gesehen, dass Mobbing an der Tagesordnung war. Nichtmobber verlassen solche Konfigurationen nach Möglichkeit, so dass sich eine klassische Blase entwickelt, wo häufig der schlechteste Mobber am Ende krankheitsbeding das Handtuch wirft. Eine ungeheure Bestätigung für alle die es nicht erwischt hat, und so geht es in die nächste Runde...
      Es wäre die Aufgabe von Führungspersönlichkeiten solchen Fehlentwicklungen entgegenzuwirken
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    • Migguel 17.05.2017 23:20
      Highlight Muss ja nicht gleich Mobbing sein. Was Yonny beschreibt fängt beim täglichen Kaffe-Tratsch ja schon an...
      Und das kennt jeder - glaub ich zumindest?
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    • rodolofo 18.05.2017 08:09
      Highlight Mobbing hat mit persönlich-charakterlichen Unverträglichkeiten zu tun.
      Deine Art nervt mich! Ich möchte nichts mit Dir zu tun haben, muss aber, weil Du mein Nachbar, Arbeitskollege, Mitschüler, oder ähnliches bist.
      Also werde ich versuchen, Dich rauszuekeln und dabei Allianzen eingehen mit Leuten, welche Dich auch nicht ausstehen können.
      Wenn solche zwischenmenschlichen Auseinandersetzungen "asymmetrisch" geführt werden, sprechen wir von "Mobbing".
      Sonst sind es die üblichen Reibereien und Streitigkeiten zwischen unterschiedlichen Typen, die auch lustvoll und lustig ausgetragen werden können.
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  • pamayer 16.05.2017 23:15
    Highlight der wert des menschen ist und bleibt der wert des menschen, davon habe alle gleich viel.

    das ego gibt dann den fertigkeiten eine grosse bedeutung - achtung: natürllich nur den fertigekeiten, mit denen ich mich profilieren kann. das ego erfindet immer wieder wettbewerbe, die es gewinnt. niemand sonst.
    goldmedaille.
    und das ego verkauft genau diesen beschiss als DAS wahre. und alle anderen steigen darauf ein.
    und folgen, liken, kaufen, bewundern, ...

    der kapitalismus baut auf dem wettbewerb, dass ich mehr habe als du.
    daraus resultieren wenig ichs und viele dus, die wenig haben.
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    • _kokolorix 17.05.2017 07:09
      Highlight Da ist was dran. Ich denke mit den 'sozialen' Medien sind wir gerade dabei die Kultur des Mobbings international durchzusetzten. Unpersönlich und ohne Risiko kann dort auf anderen herumgehackt werden.
      Das wir eine Gesellschaft aufgebaut haben wo Geld der universelle Wert darstellt mit dem auch Menschen, Tiere und Pflanzen gemessen werden, erleichtert zwar den Handel ungemein, lässt aber die nichthandelbaren Fertigkeiten und Eigenschaften verkümmern.
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  • Nausicaä 16.05.2017 21:28
    Highlight Interessante Überlegungen.
    Wenn man davon ausgeht, dass alle den gleichen 'Grund-Wert' haben, stehen auch mMn Fertigkeiten und Wert im philosophischen Sinn nicht miteinander in Verbindung.

    Aber was wenn man den (a priori?) Grundsatz, dass alle Menschen exakt den gleichen Wert haben, aussen vorlässt? Wodurch definiert sich Wert? Vor allem: Was ist mit Wert und Charaktereigenschaften, wie ist dort das Verhältnis? Gewisse Leute haben doch recht grauenhafte Charaktere und erniedrigen, manipulieren und unterdrücken dadurch andere. Sind diese Menschen wirklich gleich viel 'Wert' wie andere?
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    • pamayer 16.05.2017 23:09
      Highlight alle menschen sind gleich viel wert. das ist so und bleibt auch so.
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    • Nausicaä 17.05.2017 15:43
      Highlight Ich seh in deinem Satz leider keinerlei Argumente…
      In politischer Hinsicht bin ich mit dir einer Meinung. Aber auf philosophischer Ebene hinsichtlich der Beziehung von Wert und Charaktereigenschaften bin ich nicht einig.
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  • Wolf2000 16.05.2017 19:00
    Highlight Habe mich noch nie für andere interessiert. Denn ich weiss was ich bin. Das Leben hat mir nur gezeigt das die Grössten auch die Miesesten sind. Zum Glück lebe ich heute ausserhalb dies Zirkusses.
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  • Menel 16.05.2017 18:43
    Highlight Ist es nicht so, dass unser Selbstwert vor allem dadurch gesteigert wird, je "wertvoller", sprich unersetzlicher, wir für unsere Mitmenschen werden? Für mich würde das evolutionär absolut Sinn machen. Ein Push des Selbstwertes tut gut, man ist wichtig für das Überleben der Sippe und wird durch die Natur mit Endorphinen belohnt, denn man hilft aktiv mit die Spezies zu erhalten.
    Könnte der heutige, von dir angesprochene, Wert vielleicht daher kommen?
    In früheren Zeiten war der, der als einziger Faustkeile in einem Dorf herstellen konnte, enorm wertvoll für die Sippe.
    16 5 Melden
    • Merida 17.05.2017 09:57
      Highlight So gesehen haben unterschiedliche Fertigkeiten einen unterschiedlichen Wert für die Gemeinschaft. Schwierig wird es aber, hier nur die Fertigkeit zu berücksichtigen und sie nicht auf den Wert des Menschen der sie hat zu projizieren. Wenn wir das tun, hat nicht mehr jeder Mensch den gleichen Wert (für die Gemeinschaft).
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    • Menel 17.05.2017 10:16
      Highlight >>Wenn wir das tun, hat nicht mehr jeder Mensch den gleichen Wert.<<

      Aber das wird ja getan. Ich finde halt die Frage; wieso ist das so, sehr spannend. Denn alles was wir sind, sind wir, weil sich das in unserer Entwicklung bewährt hat.
      In der heutigen, hoch komplexen und technisierten Welt, haben solche Funktionen halt dann einfach die Tendenz zu "pervertieren". Sie sind auch nicht fürs Überleben in "unserer Welt" gedacht, sondern in einer "primitiveren". Ob man es gut heisst oder nicht, es ist in uns angelegt und wird so gehandhabt.
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  • Gummibär 16.05.2017 17:48
    Highlight Auf die Frage an einen Arzt in Liberia, was ihn dazu bewogen habe sich für sechs Monate ohne Entschädigung während der Ebola-Epidemie zur Verfügung zu stellen, gab er mir folgende Antwort:
    "MEIN WERT. hier bin ich für jeden Tag für Hunderte die einzige Hoffnung; zuhause sehe ich vielleicht zwanzig Patienten am Tag, die ebensogut von anderen versorgt werden können" Ich weiss, dass Menschen die sich ihres Wertes bewusst sind, sich um Wertskalen einen Deut scheren und sowohl mobbing als auch abschätzende Urteile wie Enten kaltes Wasser ablaufen lassen
    Miss Dich an Dir selber nicht an Anderen
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  • Raembe 16.05.2017 17:39
    Highlight Merci, werde Deine Tipps für den Umgang mit MobberInnen selbst versuchen.
    7 1 Melden
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  • Hans -würkli- Nötig 16.05.2017 17:00
    Highlight Kritische Kommentar werden nicht veröffentlicht?
    5 31 Melden
    600
  • öpfeli 16.05.2017 16:17
    Highlight Deine Theorie ergibt sinn für mich. Sehr schön geschrieben 🙋
    34 2 Melden
    600
  • André Thomas 16.05.2017 15:59
    Highlight Danke! für den Bericht

    Fertigkeit ist Fertigkeit und Wert ist Wert!

    Diese Zeile sagt alles was wichtig ist und sollte einfach mal von allen verstanden werden.

    Danke!
    30 0 Melden
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  • reamiado 16.05.2017 15:45
    Highlight Vielen Dank fürs Niederschreiben dieser Gedanken; ich kann mich darin wiederfinden. Es ist teilweise wirkich schwierig, Menschen nicht auf ihre Fertigkeiten zu reduzieren und ihren wahren Wert zu sehen. Noch schwieriger wird es, wenn Menschen den Nutzen von Anderen aufgrund nicht direkt sichtbarer Fähigkeiten hinterfragen. Die Denkweise der – Verzeihung für den Ausdruck – kapitalistischen Leistungsgesellschaft wurde auf andere Lebensbereiche übertragen.
    20 2 Melden
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  • Bruno Wüthrich 16.05.2017 15:06
    Highlight Fertigkeit wird halt oft mit Geld aufgewogen. Geld wiederum stellt einen Wert dar, wie auch die Güter, die man damit erwirbt.

    Dieshalb erscheint jemand mit viel Geld oder vielen Gütern als wertvoller als andere mit weniger Geld oder Gütern (was oft mit Fertigkeiten zusammenhängt).

    Frau Meyer, ich glaube, ich weiss was Sie meinen. Aber wenn man berücksichtigt, dass mit Geld, das einen Wert hat, die unterschiedlichen Arten und Qualitäten von Fertigkeiten unterschiedlich abgegolten werden, könnte es schwierig werden, Ihre Theorie zu verkaufen.

    Es bleibt aber zu hoffen, dass es gelingt.
    17 17 Melden
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  • Hans -würkli- Nötig 16.05.2017 14:25
    Highlight Arschlochverhalten könnte man auch als erarbeitete Fertigkeit bezeichnen. Nun wäre das Arschlochverhalten aber eine Fertigkeit für deren Erreichen man von Anderen bestraft/gemobbt werden könnte, was mMn richtig wäre da es eben mMn den Wert einer Person mindert (ja ich bin der Meinung, dass Leute die sich bewusst wie Arschlöcher verhalten "weniger Wert" sind, siehe dazu die altbekannte "moralische Überlegenheit").
    Ich bin also mit Fazit 1. und 3. nur solange einverstanden wie es sich um moralisch erstrebenswerte Fertigkeiten handelt. Welche das sind ist wiederum eine individuelle Frage.
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    • _kokolorix 17.05.2017 06:46
      Highlight Was du als Arschlochverhalten bezeichnest ist wohl nichts anderes als das von Yonny angesprochene Ego. Der Versuch andere schlechtzumachen um sich selber im besseren Licht darzustellen. Dieses Verhalten zeigt wohl jedes Kind beim heranwachsen. Erziehungsbedingt wird es eher schlecht belohnt, so das die meisten es wieder lassen. Einige jedoch können sich (nur) damit Erfolge verschaffen, und wenn sie Pech haben verbringen sie ihr ganzes Leben in dieser Kindheitsphase. Es gibt ganze Gesellschaftsgruppen welche dieser Unart fröhnen. Wir sollten das als (therapierbare?) Krankheit begreifen
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Frau, 35 und NICHT Mutter

Warum ich manchmal glücklich bin, (noch) keine Kinder zu haben. Und manchmal überhaupt nicht.

Wenn ich in der Vergangenheit eins gelernt habe, dann, dass es kein extremeres Trigger-Thema gibt als Kinder. Ich habe schon ganze Texte über komplett andere Themen geschrieben – wenn da nur ein Satz über Kinder drin steht, drehen sich die Diskussionen in den Kommentarspalten garantiert um diesen einen Satz.

Als Kinderlose darf man nicht über Kinder schreiben. Also, man darf schon, man wird’s einfach bereuen. Ich hab's mehrfach versucht. Auch wenn ich probierte, sehr differenziert zu sein, …

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