Der Enthüller

Dies Bild ist deshalb so gross, weil Sie als «Digital Immigrant» wohl nicht mehr allzu gut sehen dürften. Bild: KACPER PEMPEL/REUTERS

Sie sind ein «Digital Immigrant» und langsam aber sicher uncool? Mit diesen Twitter-Tipps lässt sich dies ändern

07.04.15, 12:07 09.04.15, 16:12

pavel kulicka

Sie lesen Zeitung, wenn es hoch kommt auch mal online in diesem Internet. Und immer wieder lesen Sie von Twitter. «Dieser Promi hat ein Bild von sich getwittert», «dieser Politiker ist via Twitter ins Fettnäpfchen getreten» und «dieser Journalist fährt jenem Journalisten via Twitter übers Maul». Auch Ihre jungen, hippen Bürokollegen und Verwandten sind plötzlich (also eigentlich schon seit vier Jahren) auf dem Twitter. Da wollen Sie natürlich nicht hinten anstehen und sich nun diesem Neuland annehmen.

Wir als führendes Digitalmagazin der Schweiz helfen Ihnen gerne, sich in dieser neuen, fremden Welt zurechtzufinden. Hier sind die drei wichtigsten Fragen, die Sie sich über kurz oder lang stellen werden:

WICHTIGER HINWEIS!!

Sollten Sie diesen Artikel aus der Türkei lesen, oder beabsichtigen Sie, bald in dieses demokratische Land auszuwandern, dann hat sich die ganze Twitter-Geschichte für Sie eigentlich bereits erledigt. Wir wünschen Ihnen deshalb viel Durchhaltevermögen mit Ajatollah Erdogan. MySpace wird in der Türkei glaub's nicht so häufig gesperrt. Vielleicht versuchen Sie besser dort ihr Glück ...

1. Wie krieg ich möglichst viele Follower?

Da haben Sie grundsätzlich zwei Möglichkeiten:
Sie suchen sich eine Nische und beackern diese stetig. Sie können sich zum Beispiel einen Namen machen, indem Sie ein Bild von jeder ÖV-Station im Kanton Zürich posten (=publizieren ≠einkaufen). Irgendjemand wird sich garantiert brennend dafür interessieren und es all seinen Bekannten und Verwandten weitersagen und die alle kriegen dann ein huren Gaudi, wenn Sie dann tatsächlich die Postautostation aus deren Wohnorte ins Netz stellen.

Dann gibt es die zweite, einfachere Möglichkeit. Sie folgen wahllos jedem Account, der Ihnen vor die Flinte läuft. Leider herrscht auf Twitter die Meinung vor, dass man sich (aus Höflichkeit?) zurückfolgen muss. Wenn Sie also mal schnell 1000 wildfremden Personen folgen, stehen die Chancen gut, dass Ihnen 500 Personen zurückfolgen, ohne dass Sie einen Tweet geschrieben haben. Dies macht Sie dann ganz offiziell zu einer Follower-Schlampe, aber dass soll Sie nicht beunruhigen, Sie sind bei Twitter in bester Gesellschaft.

Das hat der Gilli Markus dem Enthüller tatsächlich geschrieben. Warum? Das sehen Sie, wenn sie den Link im letzten Abschnitt anklicken.

2. Wem soll ich folgen?

Es stellt sich die Frage, was Sie auf Twitter eigentlich wollen? Verfolgen Sie das Ziel, zu zeigen, dass Sie etwas oder jemanden gut finden, dann folgen Sie Promis, die schon mindestens eine Million Follower haben. Dies zeigt Ihrem Umfeld: «Die Lady Gaga finde ich im Fall mega lässig. Und die Jonas Brothers im Fall auch. Und erst recht diesen Schauspieler, der mal in dem Film mitgespielt hat, weist du, der mit dem Schnauz.» Da soll es Sie auch nicht stören, dass diese Promis nichts zu sagen haben, was Sie auch nur im Geringsten betrifft oder gar belustigt. Die Message ist klar: Sie sind mega hip, weil Sie einer mega hippen Person folgen.

Sie können sich aber auch bei Ihren Peers beliebt machen, indem Sie so genannten Spezialisten folgen. Diese Typen sind immer auf dem neusten Stand und lassen ihre Follower (also bald auch Sie) rege an den bahnbrechendsten Entwicklungen teilhaben. Dies verschafft Ihnen den entscheidenden Wissensvorsprung im Büro, denn Sie wissen nun, was multivirales Storytelling ist oder welcher Politiker sich gerade wieder wahnsinnig über die anderen Parlamentarier wegen irgendeinem Chabis aufregt.

3. Warum werde ich auf Twitter öfters blöd angemacht?

Entweder haben Sie das Pech, dass Sie durch eine Unachtsamkeit den heiligen Zorn von Markus Gilli auf Sich geladen haben, oder Sie sind an einen so genannten Troll geraten. Tun Sie es einfach wie ein Opossum im Angesicht des Feindes: Stellen Sie sich tot und warten Sie, bis die Trolle vorüber sind. Ausser natürlich der Gilli hockt Ihnen im Nacken. Da hilft nur noch Account deaktivieren und sich für ein Jahr nicht mehr im Netz blicken zu lassen.

Der Enthüller

Hart recherchierte Fakten, fundierte Kritik und realistische Analysen? Die gibt es anderswo. Chefredaktor Buzz Orgler und sein Praktikant Pavel Kulicka decken auf, was keiner wissen will. Ob Berichte über einen Schwangerschaftstest fürs iPhone oder mit Zwiebeln verunreinigte Kebabs, die beiden gescheiterten Journalisten sind sich für keine satirische Schlagzeile zu schade. Und schneller als die Wahrheit sind sie noch dazu.

www.der-enthüller.ch
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Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.
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