Deutschland

Flüchtling springt in den Suizid – Nachbarn sollen ihn angefeuert haben

Ein 17 Jahre alter Flüchtling aus Somalia hat im thüringischen Schmölln Suizid begangen. Anwohner sollen den Jugendlichen durch Rufe ermuntert haben, tatsächlich aus dem Fenster zu springen.

23.10.16, 05:27 23.10.16, 09:17

Ein Artikel von

Ein junger Flüchtling aus Somalia hat in Schmölln in Thüringen Suizid begangen. Der 17-Jährige sprang laut einer Polizeimeldung am Freitagnachmittag aus einem Fenster im fünften Stock seiner Unterkunft.

Anwohner sollen den Jugendlichen laut dem MDR Thüringen dazu aufgefordert haben, sich das Leben zu nehmen. Sie hätten «Spring doch!» gerufen, bestätigte auch David Hirsch, Geschäftsführer der Betreuungseinrichtung, der «Süddeutschen Zeitung». Seine Mitarbeiter hätten die Rufe zweifelsfrei gehört. Dies werde auch in einem nichtöffentlichen Bericht an das zuständige Landesjugendamt übermittelt.

Aus diesem Plattenbau sprang der Flüchtling in den Tod. bild: mdr

«Uns liegen Informationen vor, dass einige Schaulustige dem Vorfall lange beigewohnt haben, und es sollen wohl auch Rufe wie ‹Spring doch› gefallen sein. Das macht die ganze Situation umso unglaublicher», sagte auch der Bürgermeister von Schmölln, Sven Schrade (SPD), in einer eilig am Samstag einberufenen Pressekonferenz. Eindeutig bestätigen konnte er den Vorfall mit den Rufen allerdings laut einem Videomitschnitt des MDR nicht. «Das kann man nur verurteilen», sagte Schrade demnach weiter.

Im Polizeibericht fehlt ein Hinweis auf derartige Rufe. Anfragen von SPIEGEL ONLINE an den Bürgermeister blieben bislang unbeantwortet. Die Polizei Schmölln verwies auf Anfrage an die Polizeiinspektion Gera, man wolle sich nicht zu dem Fall äussern.

Jugendlicher soll traumatisiert gewesen sein

Betreuer hatten die Polizei alarmiert, weil der Somalier in seiner Wohngruppe randaliert haben soll. Als die Polizei eintraf, sass der Jugendliche bereits auf der Fensterbank. Auch die Feuerwehr war vor Ort und versuchte laut Lokalmedien vergeblich, den Tod des Jugendlichen durch ein Sprungtuch zu verhindern.

Der Jugendliche soll sich seit April in der Obhut des örtlichen Jugendamts befunden haben und mehrfach in psychischer Behandlung gewesen sein, hiess es laut «Leipziger Volkszeitung» auf der Pressekonferenz. «Er war traumatisiert und hatte psychische Probleme», zitiert die Zeitung Jugendamtschef Dirk Nowosatko. Deshalb sei er am Donnerstag in die Kinder- und Jugendpsychiatrie des Landesfachkrankenhauses nach Stadtroda gebracht worden. Am Freitag wurde er offenbar von dort abgeholt und nach Schmölln zurückgebracht, kurze Zeit später kam es zu dem Suizid.

gru

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Brikne, 20.7.2017
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  • dmark 23.10.2016 12:25
    Highlight Da wird mal wieder so einiges hinein interpretiert. Gerade las ich in der dt. Presse, dass dieses "Spring doch" wohl doch nicht gefallen sein soll.
    Es würde halt sehr gut in das momentane Klischee des Ostens hinein passen. Man beachte aber, dass ausgerechnet Thüringen eine Linksregierung hat.
    32 14 Melden
  • Soli Dar 23.10.2016 11:02
    Highlight Unglaublich! An alle, welche ständig gegen Flüchtlinge hetzen, sowie rassistische und fremdenfeindliche Parolen verbreiten; das habt ihr jetzt davon. Wer Wind sät, erntet Sturm...
    22 42 Melden
    • E7#9 23.10.2016 13:54
      Highlight Nur damit ich deine Logik verstehe. Wenn ein Flüchtling (mit psychischen Problemen) Suizid begeht ist der Grund dafür automatisch, dass es Menschen gibt, die gegen Flüchtlinge hetzen. Also wenn ein Linksautonomer das macht, dann liegt die Ursache bei den Kahlköpfen. Beim Skinhead widerum ist demnach die Antifa schuldig. Nach einem Selbstmord eines Bürgerlichen muss man bei der SP ansetzen und wenn eine Feministin den Freitod wählt müssen sich alle Männer verantworten. Beim Vegetarier ist es der Metzger. Greepeace wenn sich ein Wahlfänger umbringt und bei der Maus wäre es die Katze. Richtig so?
      28 10 Melden
    • Soli Dar 23.10.2016 16:58
      Highlight Du hast wohl den Artikel nicht richtig gelesen! Es gab Leute die den Flüchtling richtiggehnd zum Selbstmord anfeuerten und Sorry, dass ist nicht OK! Genau da hört die Meinungsfreiheit auf!
      1 5 Melden
    • Soli Dar 23.10.2016 17:04
      Highlight Deine Vergleiche sind völlig absurd. Ich sagts Mal so, wer ständig zeuselt und mit dem Feuer spielt muss sich nicht wundern wenns brennt.
      2 5 Melden
    • E7#9 23.10.2016 19:23
      Highlight Anfeuern ist klar völlig daneben. Sollte diese nicht verifizierte und von keiner Seite bestätigte Handlung wirklich so gewesen sein (was ja einen Kommentar weiter oben in Frage gestellt wird), dann hoffe ich natürlich, dass der Verantwortliche zur Rechenschaft gezogen werden kann. Jedenfalls ist der Flüchtling vorher schon suizidgefährdet gewesen. Ein Flüchtling ist in erster Linie ein Mensch wie du und ich. Wie alle Menschen können sie psychische Probleme haben. So simpel ist die Welt nicht, dass man jeden Vorfall in dem ein Flüchtling zum Opfer wird so einfach auf Hetze zurückführen kann.
      3 1 Melden
  • Friends w/o pants 23.10.2016 11:00
    Highlight Das sind sie also, diese ehrenhaften besorgten Mitbürger... Jetzt verallgemeinere ich einmal: diese Leute sind der letzte Abschaum.
    37 15 Melden
  • roterriese {gender fluid; AH-64} 23.10.2016 09:12
    Highlight ... und was sagt die SP dazu?
    20 28 Melden
    • atomschlaf 23.10.2016 12:42
      Highlight Was sollte die SP dazu sagen?

      Und überhaupt...
      Was interessiert es mich, als in der Schweiz wohnhafter Schweizer, wenn in einem deutschen Kaff ein Somalier aus dem Fenster springt?
      Ist etwa gleich interessant, wie wenn ein Kanadier in Süditalien vom Auto überfahren wird.
      Weshalb bringt watson diese Story überhaupt?
      Hätte man die Story auch gebracht, wenn nicht ein Flüchtling sondern ein Deutscher gesprungen wäre?
      52 39 Melden
    • Antwoord 23.10.2016 13:15
      Highlight @atomschlaf:
      Wenn eine Gruppe von Flüchtlingen einen Deutschen angefeuert hätte und dieser daraufhin in den Tod gesprungen wäre? So eine Story wäre gedruckt bevor der Mann unten aufprallt.
      27 22 Melden
    • Gelöschter Benutzer 23.10.2016 16:02
      Highlight @Klangschlaufe: Kaum. Meines Wissens gilt in DE immer noch die Devise, dass über Flüchtlinge erst dann negativ geschrieben wird, wenn sich etwas nicht mehr unter dem Deckel halten lässt.
      Könnte sonst den Kampf gegen "Rechts" behindern. 😱
      12 5 Melden
    • Switch_On 23.10.2016 22:35
      Highlight @Atomschlaf: Ihre Gesinnung ist langsam allen bekannt und dass es dir auch egal ist wenn jemand aus dem Fenster springt haben sie ja auch geschrieben. Und übrigens ist ihr Vergleich völlig unpassend.
      3 6 Melden
    • atomschlaf 28.10.2016 03:21
      Highlight @Switch_On: Soso, wie ist denn Deiner Meinung nach meine "Gesinnung", die "langsam allen bekannt" sei...?
      3 0 Melden
  • Fischra 23.10.2016 09:06
    Highlight Es zeigt das Niveau der Hassmenschen welche nie etwas gelernt und nie etwas erreicht haben und erreichen werden. Faul dumm und Naiv. Kein Verständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge. Einfach immer der Meinung sein, das ohne eigenes Engagement Wohlstand selbstverständlich ist und nicht begreifen das es Menschen gibt welche wirklich traumatisiert sind, das ist der typische Wutbürger der heutigen Zeit. Man kann nicht mal sagen das diese Leute psychos sind. Es sind einfach primatenähnliche selbstverliebte frustrierte dumpfbacken ohne jegliches sozialverständnis. Schade um diesen toten. Rip
    33 20 Melden
  • arthos 23.10.2016 08:25
    Highlight Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch ...
    B. Brecht
    35 35 Melden
    • Antwoord 23.10.2016 11:43
      Highlight Spott ist oft Mangel an Geist ...
      Jean de La Bruyère
      17 5 Melden
    • arthos 24.10.2016 00:18
      Highlight Da ist kein Spott, da hast du was überhaupt nicht kapiert.
      0 0 Melden
  • Dunkleosteus6765 23.10.2016 08:16
    Highlight Einen psychisch labilen !!17-Jährigen!! zum Suizid ermuntern.
    Wenn das wirklich so geschehen ist, hoffe ich dass diejenigen, die Ihn emuntert haben, auf immer und ewig in ihrer persönlichen Hölle schmoren.
    158 32 Melden
    • Money Matter 23.10.2016 10:43
      Highlight Blitze? ...
      24 11 Melden
  • rodolofo 23.10.2016 07:43
    Highlight In einer Psychiatrischen Klinik wurde mir richtig bewusst, dass gerade sehr sensible und misshandelte, gemobbte und ausgenützte Menschen in schwierige Lebens-Situationen geraten können, in denen sie weder ein noch aus wissen.
    Sie erhalten dann den Stempel "Psychisch gestört" verpasst und werden leider allzu oft mit Medikamenten ruhig gestellt.
    Viele dieser wertvollen Mitmenschen werden in der Psychiatrischen Mühlen zermahlen.
    Einige aber werden geheilt und kehren gestärkt von einer wichtigen Erfahrung ins Leben zurück!
    Diejenigen die gerufen haben "Spring doch!" sind die Psychisch Kranken...
    120 20 Melden
    • EvilBetty 23.10.2016 08:45
      Highlight Nein, erstere sind die Kranken, letztere die Gestörten.
      101 13 Melden
    • wiisi 23.10.2016 11:19
      Highlight Wenn die Gesellschaft bisschen mehr Toleranz gegenüber "psychisch Gestörten" zeigen würde, gäbe es wohl auch weniger die in diese "Mühle" geraten.
      15 4 Melden

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