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OS X Yosemite

Alte Bekannte, neu eingekleidet: Viele Funktion von Yosemite sind längst mit anderen OS-X-Versionen eingeführt worden, beispielsweise das Launchpad. Das Design allerdings wurde systemweit umgekrempelt. Screenshot: Spiegel Online

Yosemite im Beta-Test

Jeder kann das neue Mac-Betriebssystem vorab testen und so fühlt es sich an

Apple bietet allen Nutzern die nächste Version des Mac-Betriebssystems vorab zum Test an: Am Donnerstag gehen die ersten Download-Gutscheine für OS X Yosemite raus. Wir konnten das grosse Update schon vorher ausprobieren.

24.07.14, 17:05 25.07.14, 10:58

Matthias Kremp / Spiegel Online

Ein Artikel von

Am Donnerstag wird in der Apple-Welt etwas Ungeheuerliches geschehen: Ganz normale Anwender werden sich eine Vorabfassung der nächsten Version des Mac-Betriebssystems OS X auf ihre Rechner laden können. Ganz legal und mit dem Segen des kalifornischen Konzerns. Schliesslich hat der sie dazu eingeladen.

Das öffentliche Betatest-Programm wurde Anfang Juli auf der Entwicklerkonferenz WWDC angekündigt, kurz nachdem OS X 10.10 Yosemite erstmals der Öffentlichkeit präsentiert worden war. Bis zu eine Million Anwender würde man in das Testprogramm aufnehmen, ihnen die neue Software irgendwann im Juli kostenlos zur Verfügung stellen.

Nun steht der Termin fest: Ab Donnerstag (24. Juli) sollen die ersten freiwilligen Tester Download-Codes zugeschickt bekommen, mit denen sie die Software auf ihren Rechnern installieren können. Wer sich bereits für das Beta-Programm registriert hat, sollte nicht allzu nervös auf Nachricht von Apple warten: Die Download-Codes werden in mehreren Etappen verschickt.

Video-Überblick

Video: YouTube/Alexey.Tech

Mit Mavericks hat es angefangen

Vermutlich will man so verhindern, dass die Last für die Download-Server zu gross wird, denn das Software-Paket ist mehrere Gigabyte gross. Je nach Geschwindigkeit der Internetverbindung kann es deshalb auch einige Zeit dauern, bis das neue OS X auf der Festplatte angekommen ist.

Wer sich erst jetzt für das Thema interessiert und noch mitmachen will, kann das tun. Die Registrierungsseite, auf der man sich für den Betatest anmelden kann, nimmt noch Anmeldungen an.

Apple OS X 10.10 Yosemite: Lange vor der Veröffentlichung der finalen Version im Herbst können Apple-Nutzer das künftige Betriebssystem vorab ausprobieren und testen. Unter anderem bekommen sie dabei neue Funktionen wie den iCloud Drive zu sehen. Bild: Apple

Dass Apple so offen mit einer noch unfertigen Betriebssystemversion umgeht, ist neu. Bisher waren Apples Vorabversionen Software-Entwicklern vorbehalten, die sich registrieren und eine jährliche Gebühr zahlen müssen. Aufgebrochen wurde dieser Standard erst kurz vor der Premiere von Yosemite, als Apple zum Test des Vorgängersystem Mavericks einlud.

Betatester leben gefährlich

Mitmachen kann jeder, der einen passenden Mac und eine Apple ID hat, wie man sie etwa zum Einkauf im iTunes Store braucht. Mitmachen sollte aber nur, wer sich der Risiken bewusst ist. Welche das sein können, darauf weist Apple auf einer FAQ-Seite hin.

Vor allem sollte man sich bewusst sein, dass man sich mit der Beta-Version von OS X Yosemite eine unfertige Software auf den Rechner holt. Die kann zum einen Fehler beinhalten und ist auch noch nicht so gut optimiert wie das finale Produkt, braucht also tendenziell mehr Rechenleistung. Auf unserem Test-Notebook, auf dem die Software läuft, führt das dazu, dass die Lüfter viel häufiger anspringen als zuvor bei OS X Mavericks.

Idealerweise installiert man die Beta-Software auf einem Zweitrechner, den man nicht für die tägliche Arbeit braucht. Nichts wäre ja schlimmer als ein Fehler im Programm, durch den etwa versehentlich die fast fertige Doktorarbeit gelöscht wird. Der zweite Rat lautet deshalb: vor der Installation ein Back-up anlegen. Betatester leben gefährlich, und so ein Back-up ermöglicht es im Zweifelsfall, den Rechner wieder in seinen alten Zustand zurückzuversetzen.

Und was bekommt man dafür?

Eine Belohnung fürs Testen und dafür, möglichst jedes Problem Apple zu melden, gibt es nicht. Aber die Mutigen, die sich die Vorabsoftware auf ihren Rechner ziehen, können ihre Neugier als erste befriedigen und sich anschauen, was das künftige OS X kann und vielleicht sogar besser kann als das aktuelle.

Nach einer Woche, die wir die Beta-Version von OS X 10.10 jetzt benutzt haben, sind wir von ernsthaften Problemen verschont geblieben. Es kam mal vor, dass der Bildschirm plötzlich aufflackerte oder Safari eine etwas zu lange Denkpause einlegte – das war's dann aber auch.

Tagesübersicht: Das verschiebbare Fenster am Bildschirmrand kann jetzt mehr Informationen als zuvor anzeigen und ist frei konfigurierbar. Screenshot: Spiegel Online

Für Mac-Nutzer ist der Umstieg problemlos, man findet immer noch fast alles dort, wo es auch in Mavericks war, nur sieht es jetzt etwas anders aus. Zu den Highlights gehören Verbesserungen in Safari, wie etwa die neue Bookmark-Verwaltung und die erweiterten Funktionen zum Schutz der Privatsphäre. Sehr vielsprechend ist jetzt schon die Suchfunktion Spotlight, die nun in der Mitte des Bildschirms erscheint und dort eine grosse Vorschau ihrer Suchergebnisse anzeigt. Hier kann man gefundene Dokumente sogar bearbeiten, Videos anschauen, Musikdateien anhören.

Schade ist nur, dass sich einige der besonders interessanten Funktionen noch nicht ausprobieren lassen. Das betrifft alles, was mit der Zusammenarbeit zwischen Mac und iPhone zusammenhängt. Also beispielsweise Handoff, das es ermöglichen soll eine auf einem Gerät begonnenen Arbeit auf einem anderen zu beenden. Man kann also eine E-Mail auf dem iPhone beginnen und auf dem MacBook zu Ende schreiben.

Aber diese Funktionen setzten iOS 8 auf dem iPhone oder iPad voraus. Das wiederum wird es aber erst im Herbst geben. Einen öffentlichen Betatest seines Mobil-Betriebssystems hat Apple bisher nicht vorgesehen.

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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  • The Destiny 24.07.2014 17:23
    Highlight Das wird das erste mal sein dass ich meinen Mac nicht update mit dem neuen OS.
    Ich mag dieses, flache Design und den mischmasch mit iOS überhaupt nicht.
    Geupdated wird erst wenn meine games nicht mehr laufen. Oder es wird Zeit zu Linux zu wechseln.
    4 8 Melden
    • Der Tom 24.07.2014 19:13
      Highlight Schade da verpassen sie etwas weil sie nicht genau gelesen haben. Mischmasch mit iOS gibt es nicht! Da haben sie etwas grundlegendes kräutzvalsch verstanden. Das flache design ist Geschmacksache das dürfen sie von mir aus nicht mögen.
      8 3 Melden

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