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Seit September 2016 sorgt ein mysteriöser Apple-ID-Fehler für Ärger. Nun gibt es eine plausible, aber keineswegs beruhigende Erklärung... bild: watson

Apple erschwert den Kauf/Verkauf von gebrauchten iPhones – aus Gründen 😡

Der seit iOS 8 automatisch aktivierte Diebstahlschutz ist ziemlich wirksam, weil sich gestohlene Geräte nicht mehr als «neu» verkaufen lassen. Doch nun hat Apple das Web-Tool zum Abfragen der Aktivierungssperre entfernt.

31.01.17, 15:19 31.01.17, 16:27

Die beunruhigende Meldung machte am Samstag die Runde: Apple habe aus unerfindlichen Gründen das Online-Tool zur Prüfung der «iCloud Activation Lock» entfernt, berichtete der Tech-Blog 9to5Mac. Seither wird im Netz spekuliert.

Über die iCloud.com-Website konnte man bei iPhones, iPads und neueren iPods den Status der Aktivierungssperre abfragen: Man tippte die Seriennummer des Geräts ein, und erfuhr umgehend vom Apple-Server, ob der Diebstahlschutz aktiviert war.

Das praktische Tool, das Occasions-Käufern viel Ärger ersparen konnte, ist seit einer Woche nicht mehr verfügbar. Wer die entsprechende Webseite aufruft, sieht eine Fehlermeldung.

screenshot: iCloud.com/activationlock

Damit nicht genug, hat Apple in aller Stille die Support-Dokumente geändert und die Empfehlungen zum Abfragen der Diebstahlsperre aus der Hilfestellung gelöscht. So zum Beispiel auf dieser Support-Seite für Schweizer User.

Was ist da los?

watson hat bei Apple angefragt, warum das Tool zur «Activation Lock»-Abfrage nicht mehr zur Verfügung steht. Allerdings hüllt man sich am Hauptsitz in Cupertino in Schweigen.

Das ist umso störender, weil es sich bei der Aktivierungssperre für iOS-Geräte um ein sinnvolles Sicherheits-Feature handelt, das seit iOS 8 standardmässig eingeschaltet wird.

Der watson-Redaktor hatte schon anlässlich einer ausgiebigen Recherche zu iPhone-Diebstählen in der Schweiz kritisiert, dass der Hersteller (zu) zurückhaltend kommuniziere.

«Wünschenswert wäre beispielsweise ein FAQ, das fortlaufend alle brennenden Fragen und Antworten zur Sperre in allgemein verständlichen Formulierungen zusammenfasst.»

quelle: watson

Wenn Apple schweigt, schiessen die Spekulationen ins Kraut. Eine einleuchtende, aber nicht wirklich beruhigende Erklärung lieferte am Montag der Tech-Blog Mac Rumors.

Demnach spielt das Online-Tool zur Abfrage der Aktivierungssperre eine zentrale Rolle bei einem Hack, mit dem sich gestohlene iOS-Geräte wieder in Betrieb nehmen lassen.

In dem folgenden Video vom Juli 2016 (!) wird das aufwändige Entsperren («Unlock») eines iPad Air demonstriert.

Kurz zusammengefasst schaffen es die technisch versierten Angreifer, mit Spezial-Werkzeug und durch direkten Zugriff auf das Gerät, eine neue Seriennummer «einzupflanzen». Und zwar eine Seriennummer eines real existierenden Geräts, das bei Apple als «sauber» (Aktivierungssperre aus) registriert ist.

«Möglicherweise wurde das ‹Check Activation Lock Status›-Werkzeug dazu missbraucht, Seriennummern zu überprüfen, um diese dann in einem aufwendigen Prozess in geklaute iOS-Geräte ‹einzupflanzen›.»

quelle: heise.de

Wenn Kriminelle die Seriennummern von fremden Geräten «stehlen» und für eigene Zwecke missbrauchen können, dann würde dies einen «mysteriösen Apple-ID-Fehler» erklären ...

Wenn plötzlich das rechtmässig erworbene iPhone gesperrt ist

Seit Monaten beklagen iPhone-Besitzer ein beunruhigendes Phänomen. Nachdem sie auf ihrem Gerät die System-Software zurückgesetzt haben, scheitert das erneute Aktivieren. Aus für sie unerfindlichen Gründen verweigert der Apple-Server die Aktivierung und teilt mit, dass das entsprechende Gerät (bzw. die Seriennummer!) mit einer fremden Apple-ID verbunden sei...

Mögliche Erklärung: Es handelt sich um Pechvögel, deren Seriennummern zufällig von Kriminellen gestohlen wurden, um damit andere iOS-Geräte freizuschalten. Ein solcher «Identitätsklau», der laut Mac Rumors seit September 2016 für Ärger sorgt, könne nur vom iPhone-Hersteller selber wieder behoben werden. Betroffen seien die vier neusten Modelle, sprich das iPhone 6S und 6S Plus sowie das iPhone 7 und das 7 Plus.

Apple hat die «plausible Theorie» bislang nicht bestätigt, wie Mac Rumors festhält. So ist auch offen, ob das Online-Tool zur Abfrage der Aktivierungssperre erneut verfügbar gemacht wird. Das wäre wünschenswert: Wer ein gebrauchtes iPhone, iPad oder einen iPod Touch übers Internet kaufen möchte, sollte sich unbedingt vergewissern, dass keine Aktivierungssperre besteht. Und wie soll man dies tun, wenn man die Seriennummer des Geräts nicht mehr über den Apple-Server überprüfen kann?

Gebrauchte iOS-Geräte kaufen

Wer ein Occasions-iPhone oder ein gebrauchtes iPad kauft, hat es zurzeit schwerer als auch schon. Im Prinzip muss man Zugriff auf das eingeschaltete Gerät haben, um zu kontrollieren, dass keine Aktivierungssperre besteht. Wer übers Internet kauft, sollte vom Verkäufer ein Beweisfoto verlangen, das zeigt, dass das Gerät aktiviert werden kann. Wobei dieses Vorgehen natürlich keine absolute Sicherheit bringt. Rechtmässige Verkäufer sollten ihrerseits sicherstellen, dass beim Verkaufsobjekt die Aktivierungssperre aufgehoben wurde. Wer auf einen kriminellen oder nachlässigen Verkäufer hereinfällt und sich direkt an Apple wendet, erhält die Auskunft, man könne die iCloud-Sicherheitsfunktion nicht aufheben. Erforderlich seien die Apple-ID (Mailadresse) und das Passwort, um die Aktivierungssperre direkt oder über icloud.com auszuschalten.

Hast du selber negative oder positive Erfahrungen gemacht mit der Aktivierungssperre bei einem iPhone, iPad oder iPod?

Kennst du die watson-Serie zur iPhone-Diebstahlsperre?

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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  • Gelöschter Benutzer 01.02.2017 03:54
    Highlight Bei Android heisst das Device Protection. Es gibt keine Möglichkeit zu erfahren, ob ein Device gesperrt ist, als auf dem Gerät selber beim Setup.
    Also hat Android dasselbe "Problem" oder es gibt eine juristische Erklärung dafür.
    2 0 Melden
  • http://bit.ly/2mQDTjX 31.01.2017 19:24
    Highlight Parallel dazu:

    --> Apple entfernt iranische Apps aus dem Appstore.

    http://techrasa.com/2017/01/28/apple-removing-iranian-apps-app-store/

    --> Die CH-Nationalbank hält vermutlich mehr Aktien an Apple als das gesamte Apple-Management zusammen. Auch unsere Pensionskassen sind stark in Apple investiert. Aber irgendwie verschwinden die Aktionärsrechte in irgendwelchen Tresoren unserer Banken.
    5 0 Melden
    • Der Tom 31.01.2017 23:09
      Highlight Die Nationalbank hat 2014 alle Apple-Aktien verkauft. Apple kann nicht selber bestimmen, was im Iran verkauft werden darf. Freiwillig verzichtet wohl kaum ein Unternehmen auf diesen Markt.
      1 0 Melden
    • http://bit.ly/2mQDTjX 01.02.2017 05:55
      Highlight Der Tom: Hier die dem SEC gemeldeten US-Assets der SNB per 30. September 2016:

      https://www.sec.gov/Archives/edgar/data/1582202/000158220216000008/xslForm13F_X01/InfoTable_Q32016_V1.xml

      Darunter sind 15 Millionen Apple-Aktien im Wert von 1.7 Milliarden USD.

      Apple kann selbst bestimmen. Vorallem die Apple-Aktionäre könnten bestimmen.

      Daher: Was geschieht mit den Apple-Stimmrechten der SNB, währenddessen Apple krumme Geschäfte macht und mit Massenüberwachung Profit scheffelt?
      1 4 Melden
    • @schurt3r 01.02.2017 06:08
      Highlight Hoi Lorent
      Ich gehe der Frage gerne nach, nimmt mich selber auch Wunder, ob/was da möglich wäre...

      PS: Sei bitte vorsichtig(er) mit Äusserungen zu angeblich kriminellen Tätigkeiten. Du darfst einem Unternehmen nicht (unbewiesen) Steuerbetrug vorwerfen. Das ist justiziabel...

      Zum Vorwurf der Massenüberwachung: Liegen dir neue Erkenntnisse vor oder beziehst du dich auf frühere Snowden-Enthüllungen?
      1 0 Melden
    • http://bit.ly/2mQDTjX 01.02.2017 06:36
      Highlight Dani: Danke, dass du den Ball aufnimmst. Du hast recht: Meine Äusserungen waren unvorsichtig und gingen zu weit.

      Ein Indiz für Apple/FBI-Kooperation ist nebst Snowden zB. auch da (Geheimhaltung bei Apple funktioniert besser als bei Verizon):

      Top-Secret:
      https://www.theguardian.com/world/interactive/2013/jun/06/verizon-telephone-data-court-order

      An der Entwicklerkonferenz letzten Juni gab Chefentwickler Craig Federighi zu, dass Apple massiv Kundendaten sammelt und auswertet.

      Differentielle Privatheit:
      https://www.wired.com/2016/06/apples-differential-privacy-collecting-data/
      1 0 Melden
    • Der Tom 01.02.2017 08:29
      Highlight @Lorent Stimmt! Da war ich falsch oder veraltet informiert.
      1 0 Melden
    • fcsg 03.02.2017 17:03
      Highlight @Laurent:
      Du stellst hier ohne den geringsten Hinweis oder Bezug zu Apple in den Raum, dass Apple Kundendaten sammelt und verkauft. Bei der Differential Privacy handelt es sich um ein Instrument, um Daten anonym auswerten zu können. Niemand kann aus diesen Daten Rückschlüsse auf einzelne User ziehen. Apple braucht aber diese anonymen Daten, um ihre Software weiterentwickeln zu können. Apple hat auch gar keinen Grund irgendwelche Daten zu verkaufen, dazu genügt ein Blick auf die Geschäftszahlen.
      0 0 Melden
    • http://bit.ly/2mQDTjX 03.02.2017 18:46
      Highlight fcsg: Du unterstellst mir, ich hätte behauptet, Apple würde private Daten verkaufen. Ist aber nicht so. Hab ich nicht.

      Wiederholung: "An der Entwicklerkonferenz letzten Juni gab Chefentwickler Craig Federighi zu, dass Apple massiv Kundendaten sammelt und auswertet."

      Dieser Datenbestand ist ein äusserst wertvolles Asset von Apple. Apple wird sich darum hüten, dass da irgendwas "geklaut" oder "verkauft" wird. Da passen die schon auf. Denn das würde deren Monopol auf diese gigantischen und wertvollen Datenmengen untergraben. Kein Monopolist zerstört freiwillig sein eigenes Monopol.
      0 0 Melden
    • fcsg 03.02.2017 21:26
      Highlight Doch hast du, ich zitiere:
      Daher: Was geschieht mit den Apple-Stimmrechten der SNB, währenddessen Apple krumme Geschäfte macht und mit Massenüberwachung Profit scheffelt?
      0 0 Melden
  • Filipposchubser 31.01.2017 18:18
    Highlight Vergesst nicht: Apple hat niemals unrecht!
    12 3 Melden
  • johannamiller 31.01.2017 17:44
    Highlight Ich frage mich ja schon lange wann die Zeitungen endlich über die gezielte Apple-Manipulation schreiben, wenn man bei einem älteren iPhone eine Softwareaktualisierung vollzieht und das Handy danach spinnt, damit der Kunde das neuere iPhone kauft. Ich würde mich auf so einen Artikel freuen :)
    34 14 Melden
  • dmark 31.01.2017 17:20
    Highlight Da entwickelt Apple eigens eine eigene CPU und hinterlegt dort im ROM keine Seriennummer?
    Eine einfache Geschichte, welche wir mit unseren Geräten machen. Einmal geschrieben ist die SN permanent für alle Zeiten da drin, ausser man zerstört den Chip.
    Eins noch...mit solch einem Heissluftgebläse oder besser gesagt mit dieser Arbeitsmethodik, wie im Video gezeigt wurde, ist der Tod auch sehr nahe beim Chip, bzw. zerstört mitunter schneller das Board, als man schauen kann. Stichwort Popcorn-Effekt, durch vorhandene Feuchtigkeit...
    8 3 Melden
    • Madison Pierce 31.01.2017 18:34
      Highlight Das ist wohl eine Kostenfrage. Bei Netzwerkkarten lässt sich die MAC ändern bzw. wird bei billigen Modellen im Treiber erzeugt, der Servicetechniker ändert nach einem Austausch mit einer Tastenkombination die Seriennummer des Mainboards, damit sie zum Aufkleber auf dem Gehäuse passt und billige Boards wie die von ASRock haben erst gar keine eindeutige ID.

      Für jedes Gerät ein ROM individuell zu beschreiben, wäre wohl zu teuer.
      1 0 Melden
  • Madison Pierce 31.01.2017 15:54
    Highlight Geile Typen im Video, Respekt!

    Im 3210 hatte es noch so viel Platz, dass man ganz normal blaue LED reinlöten konnte. Und einen Vibra-Motor. :)

    Aber eigentlich schade, dass sich der Activation Lock so knacken lässt. Wäre ja grundsätzlich eine gute Sache. Es würden bestimmt weniger iPhones geklaut, wenn man wüsste, dass sie sich nicht verwenden lassen. Aber die Chinesen finden ja immer eine Lösung...
    5 13 Melden
  • Str ant (Darkling) 31.01.2017 15:48
    Highlight Ein Schelm wer denkt, dass Apple 2nd Hand Sales behindern will.
    41 12 Melden
    • pamayer 31.01.2017 22:04
      Highlight In der PC-Branche ist bekannt, dass wenn du einen Betrieb mit neuen PCs ausrüstest, du die gebrauchten PCs mitnehmen und entsorgen musst. Obwohl sie noch lange gut liefen.

      Schlächt förs Geschäft, muesch verschtah.
      1 1 Melden
  • evand 31.01.2017 15:35
    Highlight Nur weil Apple keine Gründe nennt, heisst es nicht, dass sie keine Gründe haben. Habe letzte Woche eine Apple Watch auf Ricardo ersteigert, klappte nicht mit der Aktivierung, sehr mühsam, musste die Kaufquittung an Apple senden. Habe mich ziemlich geärgert und alles dauerte 6 Tage. Aber eigentlich bin ich froh, dass ich weiss, dass ein Dieb wirklich keine Chance hat, mein iDevice zu verkaufen.
    16 53 Melden
  • Radiochopf 31.01.2017 15:31
    Highlight Wiedermal Qual der Wahl beim Thema Sicherheit: Sicherheit für bestehende Kunden und darum das Tool deaktivieren (bis hoffentlich zu einer besseren Lösung) oder Tool aktiv halten und das Risiko einzugehen, dass Kunden gehackt werden und Kunden, die sich nerven weil das Tool nicht mehr geht?... Ich würde mich auch für das 1. entscheiden...
    10 9 Melden
  • Cyon 31.01.2017 15:30
    Highlight Apple-Mitarbeiter können den Activation Lock aufheben, selbst Swisscom Repair Mitarbeiter können das, dürfen es jedoch normalerweise nicht.
    5 18 Melden

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