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Neue Facebook-Funktion: Festlegen, was man zuerst sehen möchte. bild: facebook

Good News: Facebook wird weiblicher und wir erhalten (angeblich) mehr Kontrolle über den Newsfeed

Das weltgrösste soziale Online-Netzwerk hat eine Funktion angekündigt, die Nutzern mehr Kontrolle darüber geben soll, was sie zu sehen bekommen. Und das Freundschaftssymbol wird angepasst.

10.07.15, 09:46 10.07.15, 09:56

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Facebook will seinen Mitgliedern mehr Kontrolle darüber geben, welche Inhalte in ihrem Nachrichtenstrom auftauchen sollen. So sollen sie unter anderem auswählen können, Nachrichten welcher Freunde ganz oben dargestellt werden sollen. Bisher wurde die Reihenfolge der Neuigkeiten in der Regel von Facebooks Software bestimmt.

Künftig soll die «Zuerst sehen» genannte Funktion beispielsweise die Möglichkeit geben auszuwählen, von welchen Freunden man alle bei Facebook geposteten Inhalte ohne Auslassungen sehen will. Diese Inhalte werden dann im Nachrichtenstrom ganz bevorzugt angezeigt.

Zugleich soll es ein neuer Auswahlbildschirm leichter machen, Facebook-Freunden zu «entfolgen» oder die Posts solcher Personen wieder ins Blickfeld zu rücken. Eine weitere neue Funktion soll personalisierte Vorschläge machen, welchen Künstlern, Medien oder Unternehmen ein Nutzer bei Facebook folgen könnte.

Das Online-Netzwerk hat mehr als 1,4 Milliarden Mitglieder. Viele Nutzer haben inzwischen Hunderte Facebook-Freunde angesammelt. Um eine Informationsüberflutung zu vermeiden, nutzt Facebook Algorithmen, die eine Auswahl treffen und festlegen, welche Inhalte dem jeweiligen Nutzer angezeigt werden. Dabei wird unter anderem berücksichtigt, mit wem man häufiger auf der Facebook-Plattform interagiert.

Im ersten Schritt soll die neue Funktion für Nutzer von iOS-Geräten verfügbar werden. Es könne aber ein bis zwei Tage dauern, bis das entsprechende Update an alle Nutzer verteilt worden ist, sagte ein Facebook-Sprecher. Die Updates für Android und Desktop-Computer brauchen noch etwas länger und sollen in den kommenden Wochen eingeführt werden.

Facebooks Freundschaftssymbol wird weiblicher

Caitlin Winner, Design-Managerin bei Facebook, war unzufrieden. So jedenfalls erzählt sie es in einem Beitrag auf Medium.com. «Symbole sind wichtig», schreibt sie darin. Daher habe es sie sehr gestört, dass bei den bisherigen Zeichen für Facebook-Freundschaftsanfragen der Mann grösser und vor der Frau platziert war.

Als an einem Frauen-College ausgebildete Frau sei es ihr schwergefallen, da nichts hineinzuinterpretieren. «Die Frau stand sprichwörtlich im Schatten des Mannes. Ohne Möglichkeit, sich einzubringen», schreibt Winner. Im Originaltext verwendet sie die Formulierung «not in a position to lean in» – eine Anspielung auf das Buch «Lean in» von Facebook-Chefin Sheryl Sandberg.

Mit ihrem Protest hat Winner veranlasst, dass Facebook das Symbol überarbeitet hat. Die Frau ist jetzt in gleicher Grösse und leicht vor dem Mann zu sehen – zunächst nur in der App und in der Browser-Version von Profilen weiblicher Nutzerinnen. Männliche Nutzer bekommen am Rechner zunächst weiter das alte Symbol zu sehen. 

Links das alte Freundschaftssymbol, rechts das neue.  screenshot: facebook

Auch das Standardsymbol für vom Nutzer erstellte Gruppen hat Facebook modifiziert. Es zeigte bisher drei Personen, davon nur eine weiblich und im Hintergrund. In der aktualisierten Version ist nun die Frau in der Mitte, eingerahmt von zwei kleineren Männersilhouetten. 

(fab/dpa/mos)

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Brikne, 20.7.2017
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  • jk8 10.07.2015 13:09
    Highlight Dieser Kommentar ist eigentlich für den Facebook-Mitarbeiter-Artikel gedacht, dort gehts aber nicht, drum hier:
    Ah was Facebook hat Mitarbeitende? Von denen habe ich aber noch nie etwas bemerkt.
    Seit April komme ich nicht mehr in meinen Seitenmanager und kann meine Seite mit 600 Followern nicht mehr verwalten. Die fünf Formulare welche ich abgeschickt habe, wurden von FB allesamt ignoriert. Da Frage ich mich: Was? Facebook hat Mitarbeitende??
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