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Drohnen-Flüge über EM-Stadien werden per Software-Update verhindert

Sicherheitsexperten fürchten Angriffe mit Drohnen auf Fussballstadien. Jetzt reagiert der weltweit grösste Drohnenhersteller DJI. Nach Informationen von Spiegel Online sind die Geräte künftig für Flüge über EM-Spielstätten gesperrt.

13.06.16, 11:59 13.06.16, 14:05

Fabian Reinbold

Ein Artikel von

Der Drohnenhersteller DJI sperrt seine Geräte für Flüge über die Stadien der Fussball-EM in Frankreich. Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE will die chinesische Firma am Montag ihre Software so aktualisieren, dass Piloten ihre Geräte im Umfeld der Stadien nicht mehr aufsteigen lassen können.

Die Drohnen verfügen bereits jetzt über eine Software, die nationale Flugverbotszonen erfasst. Die gesperrten Gebiete werden mit der neuen Version nun stark ausgeweitet.

Damit dürfte der Konzern auch auf die Sicherheitsdebatte rund um die EM reagieren. Neben Hooligan-Randale und konventionellen Terrorangriffen sorgen sich Ermittler auch um Zwischenfälle mit Drohnen.

DJI-Drohne im Flugeinsatz. Bild: CHARLES PLATIAU/REUTERS

Zuletzt hatte das Bundeskriminalamt (BKA) vor Drohnenangriffen auf Fussballstadien und andere Grossveranstaltungen gewarnt. Gefährdungen durch die Fluggeräte reichten «von Störungen von Veranstaltungen» bis zu «möglichen terroristischen Anschlägen», hatte ein BKA-Sprecher dem Redaktionsnetzwerk Deutschland gesagt. Die Behörde hat eine Stelle eingerichtet, um den Markt für Drohnenabwehrsysteme zu beobachten.

Der Markt für Drohnen boomt

Die Sorge vor Angriffen mit Drohnen ist mit der Verbreitung der ferngesteuerten Quadrocopter in den vergangenen Jahren stark angewachsen. Vom Boom hat insbesondere Marktführer DJI profitiert. Nach eigenen Angaben sowie laut Analysen von Beobachtern hat die chinesische Firma 70 Prozent des Drohnenmarkts in der Hand. Es war beispielsweise eine DJI-Drohne, die nachts im Garten des Weissen Hauses abstürzte. Auch in Deutschland berichteten Piloten von Zwischenfällen mit Drohnen.

Die DJI-Geräte sind mittlerweile mit einem sogenannten «Geofencing»-System ausgestattet, das das Aufsteigen in Flugverbotszonen und den Flug durch diese Gebiete untersagen soll. Nur eigens autorisierte Piloten – etwa akkreditierte Filmemacher – sollen sich über ihr DJI-Konto auch für diese Gebiete freischalten lassen können.

Bislang sind diese Systeme allerdings nicht sehr ausgereift. In der noch aktuellen Version der Flugverbotssoftware sind etwa in Berlin zwar die Flughäfen Tegel und Schönefeld gesperrt, nicht aber das Olympiastadion und das Regierungsviertel.

Auf Anfrage bei DJI heisst es, man würde nun europäische Stadien, die ein Fassungsvermögen von mehr als 25'000 Zuschauern haben, auf die Sperrliste setzen. Das Aufsteigenlassen einer Drohne soll ab Montag in einem Umkreis von 500 Metern um die Stadien untersagt sein.

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  • OnkelBen 13.06.2016 13:44
    Highlight Dann macht man halt einfach kein Update und man kann trotzdem noch ins Stadion fliegen, oder seh ich das falsch?...
    12 2 Melden
    • herschweizer 13.06.2016 17:05
      Highlight Ich glaube kaum dass sich DJI die Mühe macht jedes Benutzerkinto individuell zu prüfen. Es wird einfach ein Dialog erscheinen auf dem gefraft wird ob man berechtigt sei... dann wird das nach eigenem Gutdünken mit ja oder nein beantworten können
      0 0 Melden
  • Str ant (Darkling) 13.06.2016 13:43
    Highlight Wie gut das man Software nicht hacken kann gelle.
    2 2 Melden
    • herschweizer 13.06.2016 17:01
      Highlight Muss man wohl auch nicht. Ist es bei DJI nicht üblich dass nur eine Empfehlung abgegeben wird die man einfach wegklickt?
      0 0 Melden
  • SaveAs_DELETE 13.06.2016 13:19
    Highlight DJI geht da voran. Das Problem ist, dass diese Drohnen für Anschläge nicht so geeignet sind, da die Vorrichtung fehlt. Das eigentliche Problem ist, dass die DIY-Fluggeräte über einen eigenen Computer verfügen, welcher individuell Programmiert werden muss/kann. Diese Dinger hat man dann nicht unter Kontrolle...
    3 2 Melden

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