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Ein Meilenstein der Spielegeschichte: Der erste Teil der «Tomb Raider»-Serie wirbelt 1996 die Gamesbranche auf. bild: Square Enix

Das Seite-3-Girl der Video-Games wird 20 – happy Birthday, Lara Croft

Seit 20 Jahren schiesst sich Lara Croft in den «Tomb Raider»-Spielen durch Katakomben in aller Welt. Von der Videospielheldin avancierte sie zur Kultfigur. Eine Rückblende in die 90er-Jahre, als alles begann.

Publiziert: 25.10.16, 10:11

Jörg Breithut / spiegel online

Ein Artikel von

Vorsichtig am Abgrund balancieren, bis Lara Croft die Sprungposition erreicht hat. Jetzt keinen Fehler machen. Leertaste drücken, gleichzeitig die Pfeiltaste nach vorne. Mist. Das war klar: Lara stürzt ab und stirbt. Schon wieder. Am liebsten hätte ich in diesen Momenten die Tastatur an die Wand geklatscht.

Ich erinnere mich ziemlich genau, wie furchtbar frustrierend es manchmal war, Lara Croft durch den ersten Teil von «Tomb Raider» zu steuern. Dennoch: Ich konnte das Spiel einfach nicht beiseitelegen, damals im Jahr 1996. «Tomb Raider», am 25. Oktober erschienen, war zu dieser Zeit ein Videospiel, das einen stundenlang vor den Bildschirm gefesselt hat.

Flüssig animierte 3D-Grafik, eine weibliche Heldin und ein Mix aus Action und Rätseln: Das wirkte frisch und spielte sich gut. Zu Recht sahnte das Spiel etliche Preise ab, die Kritiker lobten die britischen Entwickler von Core Design für eine völlig neue Spielerfahrung. Spieler konnten elegant durch Katakomben springen, dabei mit zwei Pistolen auf Fledermäuse feuern und in Wasserbecken eintauchen.

Die Steuerung macht das Spiel schwer

Aus heutiger Sicht lässt sich allerdings nur schwer nachvollziehen, wie spektakulär «Tomb Raider» damals wirkte. Wer die geschmeidigen Bewegungen moderner Third-Person-Shooter gewohnt ist, wird keine grosse Freude an dem Klassiker haben.

Denn nicht etwa die blutsaugenden Fledermäuse oder beisswütigen Hunde machen das Spiel so schwierig. Es sind auch nicht die Rätsel, die meist daraus bestehen, einen Schalter zu finden, umzulegen und schnell zum geöffneten Steinportal zu hüpfen. Das Problem ist die Steuerung. Es fühlt sich an wie Arbeit, die Titelheldin durch die Katakomben des ersten «Tomb Raider»-Spiels zu lenken.

Am Smartphone? Kaum spielbar

Noch schlimmer als mit Gamepad oder der Tastatur wird es, wenn man die Smartphone-Version des Klassikers ausprobiert, die Square Enix zum 20. Geburtstag von Lara Croft bei Google Play und im Apple App Store für einen Franken anbietet. Selbst mit Nostalgie-Bonus ist die Kletterei unglaublich nervtötend.

Das erste «Tomb Raider» ist gut gealtert, bleibt aber ein Meilenstein im Bereich der Action-Adventures. Wer weiss, wie viele grandiose Spiele im Stil von «Uncharted» oder «The Last of Us» erschienen wären, hätte Lara Croft nicht mit die ungefähre Richtung des Genres vorgegeben.

Mittlerweile spielt Lara Croft auch selbst wieder vorn mit. Nach ein paar Flops kämpfte sich die Heldin mit dem zehnten Teil der Reihe im Jahr 2013 wieder zurück an die Spitze, mit einem Spiel, das wieder schlicht «Tomb Raider» hiess. Der Erfolg hatte vor allem einen Grund: Die Entwickler legten mehr Wert auf den Charakter und die Handlung. Sie verzichteten weitgehend darauf, die Titelheldin als Sexsymbol zu vermarkten.

Der lange Weg bis zum glaubhaften Charakter

Das war nicht immer so. Im ersten Teil der Reihe hüpfte Lara Croft mit Hotpants und überdimensionalen Polygon-Brüsten durch die Unterwelt. Ein Erscheinungsbild, das die Figur über Jahre prägte. Das Marketing schien sich darauf zu beschränken, mit der knapp bekleideten Lara Croft pubertierende Jungs von den Spielen zu überzeugen - was oft genug auch funktionierte.

Doch selbst Lara-Croft-Schöpfer Toby Gard kritisierte die Vermarktung, die sich seiner Meinung nach zu sehr auf den Körper der Spielfigur fokussierte. Nachdem er das Entwicklerteam kurz nach der Veröffentlichung des ersten Teils verlassen hatte, sagte Gard in einem Interview: «Es war niemals der Plan, eine Art Seite-3-Girl als Star in ‹Tomb Raider› zu erschaffen.» Die Idee sei es eigentlich gewesen, einen «weiblichen Charakter zu erfinden, der heldenhaft, cool, gefasst und kontrolliert ist».

Bis es wirklich so weit gekommen ist, hat es lange gedauert. Lara Croft hat die Wandlung zum vergleichsweise glaubhaften Charakter vollzogen und über die Jahre das geschafft, was nur wenigen Computerspiel-Helden gelingt: Sie hat Kultstatus erreicht, weit über die Spielebranche hinaus. Selbst wer nichts mit Computerspielen anfangen kann, kennt die Abenteurerin mittlerweile als weibliches Pendant zu Indiana Jones. Alles Gute zum 20. Geburtstag, Lara Croft.

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4 Kommentare anzeigen
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  • Fumo 25.10.2016 10:52
    Highlight Resident Evil wurde im Frühling auch 20, aber da keine Titten gibts kein Artikel. Aber hier betonen dass man die Lara nicht darauf beschränken soll. Spiegel halt.
    11 21 Melden
    • Ähm... 25.10.2016 12:14
      Highlight Resident Evil Spiele sind aber auch nicht so Legänder wie Lara (im Mainstream). Diese Figur kennt jeder. Bei Resident Evil denken die meisten eher an Mila Jovovic und die schlechten Filme
      23 3 Melden
    • Bene86 25.10.2016 15:39
      Highlight Naja bis Teil 4 waren die Resi-Spiele meiner Meinung nach schon legendär.
      2 2 Melden
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  • deleted_344616862 25.10.2016 10:43
    Highlight Grenzt schon fast an Blasphemie Lara Croft mit einem Seite 3 Girl zu vergleichen!
    Archäologin vs Bachlor-Brunst-Weibchen, tz tz tz
    32 2 Melden
    600

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