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Das neue Google Pixel-Handy. Bild: Eric Risberg/AP/KEYSTONE

Nach Weiterverkauf von Pixel-Handy: Zugang zu Google-Diensten gesperrt

In den USA erlebten mehrere Nutzer, die Googles Pixel-Handys weiterverkauft hatten, eine böse Überraschung. Denn der Handel wird von Google nicht gern gesehen. Der Konzern wehrte sich mit einer radikalen Massnahme.

Publiziert: 18.11.16, 20:13 Aktualisiert: 19.11.16, 14:40

Ein Artikel von

Wer gegen die Geschäftsbedingungen von Google verstösst, dem droht unter Umständen die «digitale Todesstrafe». So zumindest nennt ein Betroffener die Reaktion des Konzerns auf seine Verfehlung: Er hatte ein Pixel-Telefon von Google an einen Händler weiterverkauft. Daraufhin sperrte ihn der Konzern aus sämtlichen Google-Konten aus, berichtet die Nachrichtenagentur AP.

Offenbar hatten mehrere Personen über Googles Mobilfunkangebot Project Fi neue Pixel-Smartphones gekauft und sie an einen Händler aus dem Bundesstaat New Hampshire schicken lassen. Dabei nutzten sie offenbar ein Steuerschlupfloch aus, denn in dem Bundesstaat wird keine Verkaufssteuer erhoben. Für die Geräte, teilweise bis zu fünf Stück, haben die Weiterverkäufer AP zufolge jeweils fünf Dollar erhalten. Der Händler verkaufte die Pixel-Handys mit einem Aufschlag weiter.

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Kurz darauf hätten laut AP einige der Weiterverkäufer ohne Vorwarnung nicht mehr auf ihre Google-Accounts zugreifen können. Stattdessen bekamen sie die Nachricht, dass ihre Konten gesperrt seien. Etwa 200 Personen seien betroffen, berichtet die Webseite DansDeals, ein auf Schnäppchen spezialisiertes Portal, das den Fall zuerst gemeldet hatte.

Böse Überraschung

Bei einigen der Betroffenen seien mehrere Google-Konten gesperrt worden, die sie zum Kauf weiterer Geräte genutzt oder als Wiederherstellungszugang registriert hätten.

Google verbietet in seinen Geschäftsbedingungen den Weiterverkauf von Geräten zu kommerziellen Zwecken. Der Konzern begründet das damit, dass jeder Kunde das Recht haben sollte, die Geräte zu einem «fairen Preis» zu beziehen. Auch Apple verbietet den kommerziellen Weiterverkauf seiner Smartphones, behält sich aber nur das Recht vor, Bestellungen zu stornieren.

Der Händler aus New Hampshire habe seit der Einführung des ersten Nexus-Modells von Google 2010 Geräte auf diese Weise erworben, heisst es bei DansDeals weiter. Bis jetzt habe es dabei keine Probleme gegeben.

Für die betroffenen Weiterverkäufer war die Sperrung ihrer Google-Konten dagegen offenbar eine böse Überraschung. Sie konnten nicht mehr auf ihre Mails zugreifen. Auch Termine, Fotos, Einladungen und andere Dokumente, die auf dem Speicherdienst Google Drive gelagert wurden, waren nicht mehr zugänglich.

Backups nur bei aktiviertem Konto

Zwar können Nutzer Backups von ihren Google-Konten anfertigen, dies funktioniert aber nur bei aktivierten Accounts. Die Betroffenen sollten sich an Google wenden, um der Sperrung zu widersprechen. Sollte der Einspruch abgewiesen werden, würden die Daten gelöscht, hiess es in einer E-Mail des Konzerns, die DansDeals vorlag.

Gegenüber AP sprachen Betroffene von der Unverhältnismässigkeit der Reaktion. Ihrer Meinung nach hätte es genügt, dass Google den entsprechenden Zugang zu Project Fi sperrt oder Kunden von künftigen Käufen ausschliesst. Stattdessen sei der Zugang zu wichtigen Dokumenten verwehrt worden. Ein Nutzer zog daraus die Konsequenz, Google-Dienste nicht mehr nutzen zu wollen.

Seine Daten sind dennoch nicht verloren. Denn Google hat inzwischen die gesperrten Zugänge wieder aktiviert. In einer weiteren E-Mail schrieb der Konzern, dass die Kunden nach einer Authentifizierung per SMS-Code wieder auf ihren Account zugreifen könnten.

brt/AP

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31 Kommentare anzeigen
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  • ⚡ ⚡ ⚡☢❗andre ☢ ⚡⚡ 19.11.2016 20:17
    Highlight Google möchte unbedingt so nazi werden wie Apple, weil sie denken damit endlich Geld zu verdienen, ohne Leute mit Werbung zu belästigen. Leider kann es nur ein Nazi-Reich geben.
    4 37 Melden
    • Marbek 21.11.2016 09:16
      Highlight Ach Andre, findest du solche Nazi-Vergleiche nicht auch etwas kindisch? Informiere dich doch mal, was Nazis wirklich sind. Du wärst wohl überrascht.
      7 1 Melden
    600
  • Chrutondchabis 19.11.2016 08:27
    Highlight An die Jammeris hier, informiert euch darüber was passiert ist. Medienfalle hat euch erwischt. Google hat Accounts gesperrt von Leuten welche das Pixel Phone im Zuge des Netzwerkprojekts Fi für 30 Stutz pro Monat gemietet haben. Die haben das Phone einfach verkauft, also dem Projekt den Mittelfinger gezeigt. Hier schlagen sich alle auf die Seite dieser Leute, lächerlich. Diejenigen sollen doch bitte künftig ihr Smartphone nur noch offline nutzen, dann klappts auch mit der Glaubwürdigkeit...
    50 1 Melden
    • atomschlaf 19.11.2016 09:38
      Highlight Ich würde eigentlich erwarten, dass solche wesentlichen Informationen im Artikel stehen.
      Dann könnte man als Leser/in auch die richtigen Schlüsse ziehen.
      47 1 Melden
    • smoe 19.11.2016 16:28
      Highlight Was ist deine Quelle dafür, dass die Phones gemietet waren?

      Die Leute hätten sich wohl kaum bemüht ein Steuer Schlupfloch in New Hampshire auszunützen wenn sie es für 30$ bekommen hätten.

      https://techcrunch.com/2016/11/18/google-reverses-its-digital-death-sentence-for-pixel-phone-resellers/
      2 0 Melden
    • Chrutondchabis 20.11.2016 09:11
      Highlight Smoe
      Meine Quelle ist Google selber, bzw die Webseite von Projekt Fi, welches Anfangs im Artikel erwähnt wird. Die Phones konnten gekauft oder gemietet werden.

      Danke für den Link, das klingt einleuchtend, macht die Sache jedoch nicht brisanter.

      Die betroffenen Menschen haben hoffentlich daraus gelernt und halten sich künftig an vertraglich vereinbarte Spielregeln. Ist ja momentan total in dass man bei eigenem Unvermögen bei den Medien jammern geht...
      3 0 Melden
    • ujay 20.11.2016 14:38
      Highlight Blödsinn:Das funktioniert auch nur in den USA und anderen Ländern mit zweifelhafter Rechtsauslegung.In allen Anderen wird dieser Konzern mit dieser Strategie scheitern, da dort die AGB's gegen gültiges Recht verstossen.Konten sperren ist ein no go und wird mindestens als Nötigung ausgelegt.Für Unwissende muss wieder mal gesagt werden:In AGB's kann nicht einfach irgendwas aufgeführt werden,denn massgeblich für diese sind in der Schweiz, was das Obligationenrecht vorgibt.
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    • atomschlaf 20.11.2016 14:53
      Highlight @ujay: Was Du über AGB schreibst ist die Theorie. In der Praxis sieht es so aus, dass die Unternehmen reinschreiben was sie wollen und man sich in der Schweiz als Konsument kaum dagegen wehren kann, da keine Sammelklagen möglich sind und dadurch der finanzielle Aufwand zur Durchsetzung des Rechts oft höher wäre als der Streitwert.
      2 0 Melden
    • Freddie 21.11.2016 00:25
      Highlight @atomschlaf wenn eine AGB einen paragrafen enthält, den man nicht erwarten kann oder etwas in de AGB unklar ist, wird zu gusten des konsumenten entdchieden. Im ersten fall gilt dieser artikel dann auch nicht. Du hast also die möglichkeit dich zu wehren.
      0 1 Melden
    • atomschlaf 21.11.2016 00:57
      Highlight @Freddie: Das Problem ist auch nicht die Rechtsprechung, sondern dass es sich für den einzelnen Konsumenten vielfach nicht lohnt, wegen eines relativ geringen Streitwertes vor Gericht zu ziehen.
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  • fcsg 19.11.2016 07:05
    Highlight Darum kommen sie wohl nicht in die CH. Es wäre nämlich nicht zulässig, so etwas in AGB zu schreiben nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts. Das müsste in der EU eigentlich ähnlich sein. Sehr stossendes Vorgehen...
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    600
  • HRegli 19.11.2016 05:46
    Highlight Ist nur ein kleiner Vorgeschmack auf Big Brother Google. 1984 lässt grüssen. Ein freier Markt wird aktiv verhindert. Wir gegen auf eine gefährliche Zukunft zu. Darum: Niemals alles von der gleichen Firma kaufen! Grosse Firmen nicht noch ständig unterstützen durch Käufe, besser kleiner werden lassen! Auch Open Source Apps und Services verwenden anstatt die der Giganten. Unsere Freiheit steht auf dem Spiel. Der CCC hat auch gute Podcasts darüber.
    27 7 Melden
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  • walsi 19.11.2016 03:38
    Highlight Ich kann mir das lachen nicht verkneifen. Immer wenn ich die Leute davor warne ihre Daten bei Google, Apple und Co. zu speichern sei das gefährlich, werde ich als paranoider Spinner bezeichnet. Ich betreibe meinen eigenen Server und speichere die Backup meines Handys und PC auf diesem. Für den Server habe ich ein Backup auf dem NAS meiner Schwester und einem Schweizer Speicherdienst. Ist das aufwendig? Natürlich ist es das. Es sind aber meine Daten und ich will die Kontrolle über meine Daten und mich nicht auf das Wohlwollen eines Internetkonzerns verlassen.
    21 9 Melden
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  • giguu 19.11.2016 01:05
    Highlight Whatever... Wer sich das möchtegern iPhone von Google kauft, dem ist sowieso nicht mehr zu helfen... Gute Nacht - ein ehemaliger Nexus Fan
    12 35 Melden
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  • Tikvaw 19.11.2016 00:14
    Highlight Wer bei diesem speziellen Project Fi Programm mitmacht wird spezifisch darauf hingewiesen, dass das Smartphone nur verschenkt und nicht verkauft werden darf.
    Dagegen handeln ist Vertragsbruch und erlaubt Google die Geschäftsbeziehungen zu beenden.
    31 2 Melden
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  • mal! 18.11.2016 22:44
    Highlight Und genau sowas ist der Grund, weshalb man sich einen lokalen Backup von all dem Cloud Zeugs einrichten sollte.
    8 5 Melden
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  • Thomas Bollinger (1) 18.11.2016 22:27
    Highlight Armes Land, in dem Leute für 5$ Profit Handies verkaufen müssen.
    23 4 Melden
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  • simply smarter 18.11.2016 22:24
    Highlight Ein Grund mehr, nicht alle seine Daten Google anzuvertrauen!
    11 6 Melden
    • Freddie 21.11.2016 00:28
      Highlight Grundsätzlich ist es heute eh egal wem du deine daten anvertraust. Ich mache mit kaum noch mühe meine daten zu verschlüsseln oder zu verstecken. Wenn jemand mitlesen will, dann schafft er das auch bei guter verschlüsselung. Ich bin mit deshalb bewusst, dass alles was im internet ist , "öffentlich" ist und speichere deshalb sensible daten auf einer externen HD.
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  • x4253 18.11.2016 22:07
    Highlight Kurzschluss der in der Rechtsabteilung. Der hauseigene Rechtsdienst war wohl überfleissig.

    Kommt vor bei Grosskonzernen (ja, auch Google ist inzwischen so ein Dinosaurier), siehe VW bei Doppelwobler, Jack Wolfskin bei 4 Pfoten etc.pp.
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    • Electric Elephant 19.11.2016 00:05
      Highlight Seh ich auch so... Sie haben ihren Zugang ja wieder. Abgesehen davon scheint es sich hier um Händler zu handeln und nicht um normale User die ihr Smartphone wieder verkaufen wollen. Man beachte das Wort zu kommerziellen Zwecken... Schlussendlich machen diese Händler Gewinne zu Lasten des Endkunden. Das funktioniert so ähnlich wie der Ticket-Schwarzhandel bei Events. Da fehlt mir ein bisschen das Mitleid. Trotzdem finde ich es sehr heikel, wenn Google die Accounts als Druckmittel verwendet...
      16 0 Melden
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  • füdli 18.11.2016 22:05
    Highlight and so it begins.
    24 9 Melden
    • toobitz 18.11.2016 23:21
      Highlight It has begun long ago. It's just now that you are starting to feel it.
      10 3 Melden
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  • Einfache Meinung 18.11.2016 21:26
    Highlight Das sind mal kriminelle Machenschaften. Persönliche Daten sind geschützt und da hat keiner das Recht diese Daten zu stehlen oder zu unterschlagen.
    13 46 Melden
    • Petrarca 18.11.2016 22:04
      Highlight Du hast wohl das Kleingedruckte noch nie gelesen, was? Sorry, aber mit so viel Naivität ist man in der digitalen Welt des 21. Jh. schon etwas verloren. Muss man heute den Leuten tatsächlich immernoch erklären, dass Daten, die Du auf Servern und Plattformen von Drittanbietern, nicht Euch gehören, sondern dem Anbieter? Du nutzt die Software und Infrastruktur von Google und glaubst im ernst das kostet Dich nichts? Ach Göttchen...
      67 7 Melden
    • Freddie 21.11.2016 00:31
      Highlight Und verschlüsseln und verstecken kannst du als privatperson so lange du willst. Wenn deine daten nur in den kontakt mit dem internet kommen, kann sie jeder, der es will und kann, mitlesen. Also schau, dass du verantwortungsvoller damit umgehst. Also backups und sensible daten auf einer externen hard disk speichern
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  • Radiochopf 18.11.2016 20:35
    Highlight Google - Don't be evil? Geht's eigentlich noch, eigene Kunden zu blockieren? Die werden sicher nicht mehr zu Google zurück kehren...
    28 25 Melden
    • PabloEscobar 18.11.2016 22:31
      Highlight Wer die AGB nicht liest (Fast jeder, mich eingeschlossen) ist selber Schuld. Wenn man gegen einen unterschriebenen Vertrag verstösst, muss man sich nicht wundern, wenn es Konsequenzen gibt. Das hat nichts mit Bosheit zu tun.
      11 6 Melden
    • Chrutondchabis 19.11.2016 08:28
      Highlight Pablo, die Leute werden immer dümmer. AGBs lesen ist für die Generation Smartphone Leasing Kreditkarte zu viel verlangt.
      5 3 Melden
    • Peter Gasser 19.11.2016 10:17
      Highlight Da ist glaub der Verlust für die Kunden grösser wie für Google. Ich jedenfalls möchte Google nicht mehr missen...
      3 4 Melden
    • Freddie 21.11.2016 00:32
      Highlight Google, der hassverein auf erden. Noch schlimmer als apple. Genau aus dem grund, der peter aufgeführt hat.
      2 2 Melden
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«Meine Katze vibriert! Zum Tierarzt?» – Die 15 wohl dümmsten User-Fragen (hoffentlich) 😂

Wer ein Problem hat, fragt Google. Dann landet man früher oder später bei Online-Ratgebern wie gutefrage.net. Kurz umgeschaut und man hofft sehnlichst, dass vieles nicht ernstgemeint ist ...

Richtige Antworten findest du hier bei gutefrage.net.

(dsc)

via bento.de

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