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epa01888078 An index finger points on the in-box of a Hotmail account in Schwerin, Germany, 06 October 2009. Hotmail's parent group Microsoft confirms that tens of thousands of European Hotmail accounts were hacked and the according data published on the internet. According to BBC, those accounts starting with A and B of the domains hotmail.com, msn.com and live.com were hacked, Hotmail users are called to reset their passwords.  EPA/JENS BUETTNER

Schweizer E-Mail-Anbieter scannen den Inhalt von E-Mails nicht nach Kinderpornografie. In den USA haben Google, Apple oder Microsoft die rechtlichen Mittel dazu. Bild: EPA

Kinderpornografie im Gmail-Postfach

Swisscom und Cablecom: «Wir scannen die E-Mail-Postfächer unserer Kunden nicht»

Google hat den US-Behörden einen Tipp gegeben, der zur Festnahme eines mutmasslichen Besitzers von Kinderpornografie geführt hat. Der Internetkonzern fand im E-Mail-Konto des Mannes drei explizite Fotos. In der Schweiz wäre dies nicht möglich.

05.08.14, 15:50 05.08.14, 20:49

In den USA macht ein Fall aus Houston Schlagzeilen, bei dem ein Mann wegen des Verdachts auf Kinderpornografie-Besitz festgenommen wurde. Google waren drei kinderpornografische Bilder im Gmail-Postfach des Täters aufgefallen, berichtete der Fernsehsender KHOU. 

Über eine zentrale Stelle zur Meldung von Kindesmissbrauch seien lokale Behörden alarmiert worden, die einen Durchsuchungsbefehl erwirkten. Sie hätten weitere kinderpornografische Bilder auf dem Tablet und Handy des Mannes gefunden und den Verdächtigen festgenommen. Die Ermittler stellten zuvor auch Textnachrichten sicher, in denen sich der Mann über sein Interesse an Kindern auslässt. 1994 war der Verdächtige bereits wegen sexuellen Missbrauchs an einem achtjährigen Kind verurteilt worden. Ein Prozess soll nun die neuen Vorwürfe klären.

Google erklärt Vorgehen

Ein Sprecher von Google erklärte der Nachrichtenagentur AFP, Google nutze die entsprechende Technik nur, um in E-Mails seines Dienstes Gmail nach Bildern zu suchen, die Kindesmissbrauch zeigen. Nach Hinweisen auf andere Verbrechen – der Sprecher nannte als Beispiel die Verabredung zu einem Einbruch – suche Google nicht.

«Leider müssen sich alle Internetunternehmen mit dem Problem des sexuellen Missbrauchs von Kindern auseinandersetzen. Deshalb entfernt Google entsprechende Bilder aktiv aus seinen Diensten wie der Suche oder Gmail», sagte der Sprecher weiter.

In den USA sind E-Mail-Anbieter verpflichtet, einen Verdacht auf Kinderpornografie den Behörden zu melden, wie das Zentrum für vermisste und missbrauchte Kinder (NCMEC) betonte.

Keine Scans bei Swisscom und Cablecom

In der Schweiz unterstehen heimische Unternehmen strengeren Datenschutzbestimmungen. Eine inhaltliche Überwachung der E-Mails ist kaum vereinbar mit dem gültigen Datenschutz. «Der Daten- und Persönlichkeitsschutz verbietet den Telekomanbietern grundsätzlich die Überwachung des Fernmeldeverkehrs», schreibt Sunrise. Die Überwachung allfälliger Straftaten sei eine Staatsaufgabe und es gäbe aktuell keine diesbezügliche Pflicht für Sunrise und andere E-Mail-Anbieter, den Mailverkehr aktiv nach Verbrechen zu prüfen.

Die E-Mail-Anbieter müssen jedoch mit den Behörden kooperieren, wenn ein Richter oder der Dienst Überwachung Post- und Fernmeldeverkehr (ÜPF) aufgrund eines konkreten Verdachts Nutzerdaten verlangt.

Swisscom sagt auf Anfrage: «Wir scannen die Postfächer unserer Kunden nicht. Wir werden nur aktiv, wenn wir eine Anfrage des Dienst ÜPF erhalten. In dem Fall sind wir verpflichtet, den Ermittlungsbehörden die gewünschten Daten zur Verfügung zu stellen.»

UPC Cablecom antwortet: «Wir scannen die Mails unserer Kunden nicht. Wir werden nur dann aktiv, zum Beispiel im Bereich Kinderpornographie, wenn wir vom Bund einen entsprechenden Auftrag erhalten.»

Auch populäre deutsche Anbieter wie GMX prüfen die Postfächer nicht auf Kinderpornografie oder andere Verbrechen. «Wir scannen die Inhalte der E-Mails unserer Nutzer nicht, es findet lediglich die notwendige Überprüfung auf Viren und Spam statt», sagte ein Unternehmenssprecher gegenüber der «Süddeutschen Zeitung». 

Apple, Google und Co. umgehen Schweizer Recht

Anders sieht dies bei internationalen E-Mail-Anbietern wie Apple, Google oder Yahoo aus. Diese lassen sich «in den Geschäftsbedingungen ihrer Dienste den Zugriff [auf E-Mails] erlauben», schreibt die «Süddeutsche Zeitung». 

Kritiker in den USA äussern denn auch Bedenken über die technische Möglichkeit der Internetkonzerne, persönliche Daten ihrer Nutzer auszuspionieren. Bisher war lediglich bekannt, dass Google im Internet hochgeladene Bilder mit bekannten Fotos von Kinderpornografie abgleicht. So soll dafür gesorgt werden, dass die Bilder nicht in Google-Suchergebnissen auftauchen. Dass auch E-Mail-Postfächer bei Gmail danach durchsucht werden, war nicht bekannt.

watson hat auch Green, Microsoft und Apple um eine Stellungnahme gebeten. Der Artikel wird ergänzt, sobald sich die Unternehmen äussern. (oli/pru/sda/dpa/afp/spon)

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Brikne, 20.7.2017
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  • Stratosurfer 06.08.2014 07:24
    Highlight Die Software funktioniert wie ein automatisierter Spamfilter. Ich sehe ehrlich gesagt kein Problem, wenn die Software, welche seit Jahren auch Blogs und Internetforen überwacht, meine Mailbox scannt. Wenn Sie als Administrator die Nachricht erhalten, dass ein bestimmtes Postfach wiederholt harte Kinderpornografie empfängt und versendet, würden Sie diese Information einfach unter den Tisch kehren? Kinderpornografie ist mit unglaublichem Leid der betroffenen Kinder verbunden. Datenschutz ja aber nicht zugunsten pädophiler Straftäter.
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    • Markus Ritzmann 06.08.2014 11:42
      Highlight Man sollte die Mischung aus "Freiheit" und "Überwachung" immer halbwegs Abwegen. Nicht zu viel von einem, jedoch nicht zu viel von anderem.

      Hier (betreffend Büpf) bin ich der Meinung das es zu weit geht. Irgendwo muss korrekt abgewiegen werden.
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  • Martin Steiger 05.08.2014 18:19
    Highlight Cablecom und Swisscom filtern E-Mails mit Spam, Viren und anderen unerwünschten Inhalte, ohne den gesamten E-Mail-Verkehr zu scannen?!
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  • Markus Ritzmann 05.08.2014 17:07
    Highlight "Die Überwachung allfälliger Straftaten sei eine Staatsaufgabe und es gäbe aktuell keine diesbezügliche Pflicht für Sunrise und andere E-Mail-Anbieter, den Mailverkehr aktiv nach Verbrechen zu prüfen."

    Sunrise benutzt das E-Mail System von Google. Genauer gesagt "Google Apps for Business". Infos: http://www.google.com/a/

    Mails die bei einer @sunrise.ch Adresse landen werden also sehr wohl auch durchsucht.
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    • el'loco 05.08.2014 17:41
      Highlight Explizit tut es Sunrise nicht, das macht Google für Sie...
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Du hast eine Gmail-Adresse? Dieser geniale Trick erleichtert das Leben

Hast du gewusst, dass man bei Googles Webmail-Adressen getrost auf den Punkt verzichten kann? Und es kommt noch besser.

Millionen Menschen haben eine E-Mail-Adresse à la vorname.nachname@gmail.com. Oder, je nach Land, in dem man sich für Googles kostenlosen Webmail-Dienst registriert hat, vorname.nachname@googlemail.com. (Heute sind beide Varianten möglich, man kann problemlos wechseln).

Der Witz: Damit Nachrichten bei solchen Mail-Adressaten auch tatsächlich eintreffen, braucht es den Punkt zwischen Vorname und Nachname nicht. NIEMALS! Man kann auch einfach an vornamenachname@gmail.com schreiben, …

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