Digital

Ob Google Glass eigentlich so gedacht war: Im linken Glas die Suchmaschine, rechts die anderen Geschäftsbereiche? Bild: ROBERT GALBRAITH/REUTERS

«Marktdominanz entschärfen»

Angriffsplan gegen Google: EU-Parlament will Internetkonzerne zerschlagen

Suchmaschinen sollen von anderen Geschäftsbereichen getrennt werden. Das will das EU-Parlament laut einem Bericht der «Financial Times» fordern. Der Entwurf dürfte sich gegen Google richten.

21.11.14, 22:35 23.11.14, 12:13

Ein Artikel von

Es liest sich kryptisch verklausuliert, könnte aber ein Angriffsplan gegen den Google-Konzern sein: Das Europäische Parlament plant, Suchmaschinen von anderen kommerziellen Diensten zu trennen. Ein entsprechender Antrag werde derzeit vorbereitet, berichtete die «Financial Times». Die Entflechtung solle die Marktdominanz des Konzerns entschärfen.

Zuständig ist allerdings nicht das Parlament, sondern die EU-Kommission. Das Parlament gibt in seinem Antrag lediglich ein starkes politisches Signal.

Bis Ende Oktober gab's keine Einigung

Der frühere Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia hatte sich im Februar eigentlich mit Google geeinigt. Der Konzern hatte damals zugesagt, Ergebnissen aus konkurrierenden Online-Diensten mehr Platz einzuräumen und eigene Angebote klarer zu kennzeichnen. Das war vielen jedoch nicht weit genug gegangen, darunter Kommissions-Kollegen Almunias. Gebe es bis zum Amtsende der EU-Kommission Ende Oktober keine Einigung, werde die neue Kommission den Fall weiterverfolgen, kündigte Almunia damals an.

Derzeit prüft die EU-Kommission, ob der Konzern seine Marktstellung bei Suchmaschinen missbraucht. Die neue Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager hatte unlängst vor den Abgeordneten des EU-Parlaments erklärt, sie brauche mehr Zeit, um das weitere Vorgehen in dem seit vier Jahren laufenden Verfahren gegen den US-Konzern zu prüfen.

Sie werde sich nur mit Fragen des Wettbewerbs befassen, sagte Vestager. Kritiker haben allerdings gefordert, dass auch der Datenschutz einbezogen werden müsse. (isa/Reuters)

Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
Themen
2Alle Kommentare anzeigen
2
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
  • Knut Atteslander 22.11.2014 11:01
    Highlight Aber die Banken lässt man schön weiter wursteln.
    6 0 Melden
  • The Destiny 21.11.2014 23:36
    Highlight Gute Idee, Umbrella corp v.2.0 kommt sonst immer wahrscheinlicher, Zombies allerdings nicht.
    8 2 Melden

Wer in der EU Filme und Serien streamt, hat nun ein Problem. Schweizer haben vorerst Glück

Streaming-Websites wie Kinox.to sind in der EU rechtswidrig. Nun werden wohl auch TV-Boxen verboten, die den kostenlosen Zugriff auf Filme und Serien aus dem Netz ermöglichen. Schweizer Film- und Serien-Junkies dürfen weiter streamen.

Streaming-Webseiten wie Kinox.to, die über keine Erlaubnis der Rechteinhaber verfügen, sind illegal. Die Betreiber solcher Websites begehen eine Urheberrechtsverletzung und werden strafrechtlich verfolgt. Die Nutzer kamen bislang ungeschoren davon. Das dürfte sich in der EU jetzt ändern.

Neu kann auch der Verkauf und die Nutzung von Abspielgeräten für Streaming-Dienste eine Urheberrechtsverletzung darstellen. TV-Boxen, über die sich Filme, Serien oder Sportübertragungen gratis …

Artikel lesen