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Verschlossen wie eine Auster: Facebook. Diesen Schmäh-Preis gibt es vom Netzwerk Recherche für das soziale Netzwerk. Bild: EPA/DPA

Der Umgang von Facebook mit Hass-Kommentaren ist so intransparent wie die FIFA und Putin

09.07.16, 16:54 09.07.16, 17:40
«Dass Menschen Facebook für solche Botschaften missbrauchen, liegt nicht in der Verantwortung des Unternehmens. Wie die Firma dagegen vorgeht, allerdings schon.»

Netzwerk Recherche

Facebook unternimmt nach Ansicht der Journalistenvereinigung Netzwerk Recherche zu wenig gegen Hasskommentare. Kontrolle von Meinungen widerspreche dem Geschäftsmodell. Mit dem Negativpreis «Verschlossene Auster» wird das US-Unternehmen nun angeprangert.

Die Vereinigung kritisierte damit den nach ihrer Ansicht intransparenten Umgang des US-Unternehmens mit Hasskommentaren. «Dass Menschen Facebook für solche Botschaften missbrauchen, liegt nicht in der Verantwortung des Unternehmens. Wie die Firma dagegen vorgeht, allerdings schon», hiess es am Samstag auf der Jahreskonferenz von Netzwerk Recherche in Hamburg.

Facebook nimmt Schmäh-Preis nicht an

Es sei nicht erkennbar, ob und nach welchen Kriterien Facebook solche Kommentare lösche. Nachforschungen von Journalisten gingen ins Leere.

Facebook nahm die «Verschlossene Auster» nicht an und widersprach der Kritik nach Angaben von Netzwerk Recherche in einigen Punkten. Seit Herbst 2015 habe die Firma «eine Vielzahl an Massnahmen im Kampf gegen Hasskommentare und Hetze ergriffen», teilte Facebook-Sprecherin Tina Kulow mit.

Verstehst du, wie Facebook funktioniert? Hier ein paar Erklärungen. Nach der Slideshow geht's weiter ...

Das sind die «Spielregeln» von Facebook

«Unkontrolliert Meinungen verbreiten»

Der frühere Landesdatenschutzbeauftragte von Schleswig-Holstein, Thilo Weichert, warf dem Unternehmen in seiner «Laudatio» vor, es denke nicht daran, Transparenz herzustellen. Denn das Geschäftsmodell von Facebook basiere darauf, «dass unkontrolliert Meinungen verbreitet werden».

Dabei würden Daten gesammelt und kommerziell verwertet. «Transparenz und Kontrolle wären für dieses Geschäftsmodell Gift.»

Facebook so intransparent wie FIFA und Putin

Mit der «Verschlossenen Auster» bedacht wurden in Vorjahren schon das Rüstungsunternehmen Heckler & Koch, der Automobilclub ADAC, der Weltfussballverband FIFA, die katholische Kirche und Russlands Präsident Wladimir Putin.

Der türkische Journalist Can Dündar wurde mit dem «Leuchtturm» ausgezeichnet. Bild: EPA/DPA

Am Freitag hatte das Netzwerk den Chefredaktor der türkischen Tageszeitung «Cumhuriyet», Can Dündar, mit dem «Leuchtturm für besondere publizistische Leistungen» gewürdigt. Der Journalist wurde wegen eines Berichts seiner Zeitung über Waffenlieferungen der Türkei an syrische Extremisten zu einer fünfjährigen Haftstrafe verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. (egg/sda/dpa)

Ein leidiges Thema – auch für uns: Der Umgang von Facebook mit Kommentaren. Hier gibt's mehr darüber:

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  • almlasdn 11.07.2016 01:11
    Highlight Alles einfach so stehen lassen wie es kommt. KEINE Posts löschen, zeigt lediglich die etwas weniger schöne, aber leider präsente, Seite der Welt.
    0 1 Melden
  • Ignorans 09.07.2016 21:34
    Highlight Personen, welche nicht genehme Ansichten posten, werden dafür gesperrt...
    4 0 Melden
  • Gelöschter Benutzer 09.07.2016 20:03
    Highlight Wer noch Facebook nutzt ist selber schuld. Man stelle sich vor, diese Vielfalt an Ansichten und Meinungen zusammen komprimiert in einem Raum, schrecklich diese Vorstellung. Habe FB vor zwei Jahren gelöscht (ich weiss, meine Daten bleiben bestehen), aber es tut gut.
    Ich kann es nur vielen empfehlen, sich von solchen Socialmedien zu distanzieren resp. gar nicht zu nutzen.
    15 6 Melden
    • rodolofo 10.07.2016 10:55
      Highlight Für Stromlinienförmige und harmlos "Angepasste" ist Facebook sicher eine gute Möglichkeit, sich auszutauschen und auf dem neuesten Stand zu bleiben. Aber für Menschen mit Ecken und Kanten, die Persönlichkeit und Charakter haben, heisst es "Aufgepasst!" Solche Eigenschaften haben die Manipulatoren des Big Business nämlich gar nicht gern! Sie wollen uns lieber ihren Ramsch verkaufen, als uns fragen, was unsere Bedürfnisse sind.
      Und "Ramsch" ist das Assecoire, der zum Konsumismus des "American Way of Life" bekehrten.
      Halleluja!
      Blingbling!
      Knatter knatter bumm!
      7 4 Melden
    • Fabio74 10.07.2016 20:57
      Highlight @Rodolfo: Ecken und Kanten ich staune.... das übliche Gejammer der selbsternannten Opfer
      0 7 Melden
  • kliby 09.07.2016 19:50
    Highlight "Der Umgang von Facebook mit Hass-Kommentaren ist so intransparent wie die FIFA und Putin"
    Naja, auf der Webseite jeder privaten Firma inkl. Medien und Zeitungen ist der Umgang mit Kommentaren und deren Zensur intransparent.
    21 1 Melden

Montagmorgen? Schlecht gelaunt und im Pendlerstress? Bei diesen Zug-Durchsagen musst du trotzdem lachen, versprochen!

Die Facebook-Seite Bahn-Ansagen sammelt seit Jahren die schrägsten Zug-Durchsagen. Jetzt gibt es ein Best-of der lustigsten Sprüche – und das könnte witziger nicht sein.

Die Seite Bahn-Ansagen sammelt seit 2011 die witzigsten Zug-Durchsagen, die von Pendlern auf Facebook oder Twitter publiziert werden. 

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(oli)

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