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Dann Handy kann mehr über dich verraten als dir lieb ist. Bild: KEYSTONE

Dein Handy verrät, ob du dir die Haare färbst oder lieber Wein als Bier trinkst

15.11.16, 13:56 15.11.16, 14:10

Hinterlassenschaften auf dem Handy wie Hautpartikel, Spuren von Öl oder Schmutz können viel über den Lebensstil des Nutzers verraten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von US-Forschern. Die Methode könnte eines Tages auch Kriminalisten helfen.

Für ihre Studie untersuchten die Forscher insgesamt 500 Proben, die sie von 39 Handys und der rechten Hand ihrer Besitzer nahmen. Mit Hilfe eines speziellen Verfahrens, der Massenspektrometrie, ermittelten sie so viele Moleküle wie möglich und glichen sie mit den Molekülen einer Referenzdatenbank ab. Die Ergebnisse veröffentlichten sie am Montag im Fachblatt «PNAS».

««Allein durch die Analyse der Partikel, die sie auf ihren Handys hinterliessen, konnten wir bestimmen, ob die Besitzer vermutlich weiblich sind, teure Kosmetika benutzen, ihre Haare färben, Kaffee trinken, Bier lieber mögen als Wein oder scharf gewürztes Essen lieben»

Haarausfall und Depression

Auf diese Weise entdeckten sie auf den Handys einen ganzen Schatz an chemischen Informationen über deren Besitzer. Unter anderem fanden sie Reste von Cremes gegen Entzündungen oder Pilze, Spuren von Mitteln gegen Haarausfall oder Depressionen sowie von Augentropfen. Sie isolierten Moleküle von Zitrusfrüchten, Koffein, Kräutern oder Gewürzen sowie von Inhaltsstoffen aus Sonnenschutz- oder Antimücken-Mitteln.

«Allein durch die Analyse der Partikel, die sie auf ihren Handys hinterliessen, konnten wir bestimmen, ob die Besitzer vermutlich weiblich sind, teure Kosmetika benutzen, ihre Haare färben, Kaffee trinken, Bier lieber mögen als Wein, scharf gewürztes Essen lieben, gegen Depressionen behandelt werden, Sonnenschutz und Antimückensprays benutzen und somit oft im Freien sind - und vieles andere mehr», erklärte die Mitautorin der Studie, Amina Bouslimani von der University of California, San Diego.

Keine DNA, aber Moleküle

Nach Angaben des Hauptautors Pieter Dorrestein könnte die Methode eines Tages Profilern eine Art von «Fingerabdruck» liefern. Er führte den Fall an, bei dem ein Kriminalist am Tatort zwar einen persönlichen Gegenstand wie ein Handy, einen Stift oder einen Schlüssel findet - aber ohne Fingerabdrücke oder DNA-Spuren. Mit Hilfe der molekularen Hinterlassenschaften könnte er laut Dorrestein zumindest ein Profil des möglichen Besitzers erarbeiten.

Nach Angaben der Forscher diente die Studie zunächst nur als «Machbarkeitsnachweis». Um die Technik tatsächlich im Alltag anwenden zu können, müsste sie noch vertieft werden, erklären sie. Vor allem die Referenzdatenbanken müssten mit weiteren Molekülen von Objekten des Alltagsgebrauchs gefüttert werden. Andere Einsatzmöglichkeiten sehen die Forscher bei Sicherheitskontrollen am Flughafen oder Studien zur Umweltverschmutzung. (whr/sda/afp)

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Yanik Freudiger, 23.2.2017
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  • Gelöschter Benutzer 15.11.2016 20:19
    Highlight Ist das noch Wissenschaft im klassischen Sinn?
    3 0 Melden
  • Homes8 15.11.2016 18:15
    Highlight Mit dem richtigen Algoritmus könnte man aus den Cumulus- und Supercard-Daten auch einen wahrscheinlichen Lebensverlauf und aus der Chronik des Webbrausers eine Persönlichkeits-Analyse heraus lesen
    5 0 Melden

Die Aargauer Polizei entdeckt das Darknet – und jagt Cannabis-Verkäufer 🙈

Beruflicher Erfolg ist wichtig, das gestehen wir selbstverständlich auch den Polizisten und Staatsanwälten im Aargau zu. Aber wieso mussten sie ausgerechnet den poetischsten Hanf-Händler des Landes hopsnehmen?

Begeisterung ist ansteckend.

Dies sah man diese Woche an der Berichterstattung über einen aktuellen Fall der Aargauer Justiz.

Die Nachrichtenagentur SDA verbreitete am Dienstag die frohe Botschaft Medienmitteilung der Kantonspolizei Aargau, dass drei mutmassliche Schweizer Darknet-Drogenhändler überführt worden seien. Nachrichtenportale (ja, auch watson), Radio und Fernsehen übernahmen die Meldung, die in weiten Teilen der Verlautbarung der Strafverfolger entsprach.

Mittlerweile hat sich …

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