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Beim Design geht Microsoft eigene Wege. Das Surface Book ist unverwechselbar.
Bild: spiegel online

Ab sofort steht Microsofts erster Laptop in den Läden: Das taugt das Surface Book

Nicht weniger als den ultimativen Laptop verspricht Microsoft mit seinem ersten Notebook: dem Surface Book. Ob es bis auf zu viel Hitze etwas daran auszusetzen gibt? Der Test zeigt es.

18.02.16, 10:27 18.02.16, 23:30

Matthias Kremp / spiegel online

Ein Artikel von

Als Microsoft im vergangenen Oktober vollkommen unerwartet sein erstes Notebook vorstellte, war ich gespannt. Immerhin nahm der Konzern grosse Worte in den Mund, bezeichnete das Surface Book genannte Gerät als ultimativ und zeigte faszinierende Nutzungsmöglichkeiten auf.

Dabei könnte man das Surface Book auf den ersten Blick für nichts anderes als ein weitere Convertible halten, also ein Gerät, bei dem man das Display abnehmen und als Tablet nutzen kann. Manche haben dafür ein spezielles Scharnier, mit dem der Bildschirm umgedreht und auf die Tastatur gelegt werden kann, bei anderen lässt sich die Tastatur ganz lösen.

Genau das geht beim Surface Book auch. Anders als bei den meisten Konkurrenzmodellen ist der Bildschirm aber nicht einfach abnehmbar. Stattdessen muss eine bestimmte Taste gedrückt oder ein Icon angeklickt werden. Eine verborgene Mechanik löst dann die Verriegelung.

Auf der Tastatur fällt zwischen den Einfügen- und Entfernen-Tasten eine Taste mit einem ungewöhnlichen Symbol auf. Diese Sondertaste dient dazu, die Bildschirmeinheit von der Bodeneinheit zu lösen. Einen mechanischen Schalter gibt es dafür nicht.
Bild: spiegel online

Das hat Vorteile. Zum Beispiel ist die Verbindung von Display und Tastatur so fest, dass ich sie auch mit starkem Rütteln nicht lösen konnte. Einen Nachteil gibt es aber auch: Ist der Akku leer, ist eine Trennung nicht möglich. In der Regel ist das egal. Nur wenn man es mal eilig hätte und eigentlich nur das Bildschirmmodul mitnehmen wollte, wäre man aufgeschmissen.

Akku für einen Tag

Aber als Unterwegs-Tablet ist das Surface Book sowieso kaum geeignet, dafür ist sein Akku zu schlapp. Im Test kam es kaum über dreieinhalb Stunden Akkulaufzeit hinaus. In Kombination mit dem Tastaturmodul sieht das ganz anders aus. Eine eintägige Dienstreise samt E-Mail-Bearbeitung, Textarbeit und ein wenig Bildbearbeitung hielt das Surface Book lässig durch. Akkulaufzeiten von acht Stunden sollten damit kein Problem sein, wenn man den Bildschirm etwas dimmt sicher auch noch mehr.

Bemerkenswert ist auch das Scharnier, das Tastatur und Bildschirm verbindet. Es ist extrem robust, lässt sich aber leicht bewegen. Bei aufgeklapptem Bildschirm rollt es sich wie eine Erweiterung des Tastaturmoduls aus, sorgt für eine Verlagerung der Hebelkräfte, sodass das Gerät mit offenem Display nicht umkippt.

Der Bildschirm ist ein vollkommen eigenständig agierendes Tablet von der Grösse eines Apple iPad Pro.
Bild: spiegel online

Die echte Innovation schlummert aber tiefer im Inneren. Prozessor Arbeitsspeicher und SSD-Festplatte stecken samt einem kleinen Grafikchip im Bildschirm, machen es in Kombination mit einem Akku so autark, wie es als Tablet sein muss. Im Tastaturmodul wiederum ist ein stärkerer Grafikchip eingebaut, der das Surface Book spieletauglich machen soll. Ausser beim 1699 Franken teuren Einstiegsmodell gehört dieser Chip immer zur Ausstattung.

Allzu viel darf man sich davon aber nicht erwarten. «Battlefield 3» beispielsweise ist auf dem 2999 Franken teuren Top-Modell der Surface-Book-Reihe nur bei sehr stark reduzierten Grafikeinstellungen spielbar. Das weniger aufwendige «Sim City» lief dagegen problemlos. Bei beiden störten allerdings die durchgängig laufenden Lüfter.

Beim Bildschirm hat Microsoft alles richtig gemacht

Das Surface Book mit Windows 10: Der Stift für Handnotizen und Zeichnungen lässt sich magnetisch am Rand des Touch-Displays anheften.
bild: microsoft

Beim Bildschirm hat Microsoft alles richtig gemacht. Die Bildqualität ist überragend. Farben wirken frisch und natürlich, Texte bis hin zu kleinen Schriftgrössen scharf gezeichnet. Auch aus extremen Winkeln sind keine Farbveränderungen sichtbar.

Bemerkenswert ist das Format des Bildschirms. Statt für 4:3, wie bei Apples iPads oder 16:9, wie bei vielen Notebooks, hat Microsoft sich für das Seitenverhältnis 3:2 entschieden. In Kombination mit der Auflösung von 3000 x 2000 Pixeln ergibt das auf 13,5 Zoll Diagonale eine sehr grosse und sehr gut nutzbare Bildfläche. Vor allem bei der Arbeit mit Texten und Tabellen ist das sehr nützlich, wenn man etwa in zwei Fenstern parallel arbeiten will.

Fazit

Trotz intensiver Nutzung hatte ich auch keine Softwareprobleme. Nur einmal hängte sich das Gerät beim Wiedereinstecken des Bildschirms auf. Das erstaunte mich, weil Kollegen anderer Redaktionen von häufigen Bluescreens, Akkuproblemen und Abstürzen berichteten. Auffällig war bei meinem Exemplar nur, dass das Netzteil manchmal sehr heiss wurde.

Das ungewöhnliche Scharnier wirkt von aussen unbeweglich, ist aber sehr leichtgängig und macht einen äusserst robusten Eindruck.
Bild: spiegel online

Ansonsten ist Microsofts Einstieg in den Notebookmarkt gelungen. Das nur knapp 1,6 Kilogramm schwere Gerät ist gut gelungen. Das Gehäuse aus einer Magnesium-Legierung wirkt edel und ist robust zugleich (siehe Fotostrecke), der Bildschirm könnte besser nicht sein. Prozessorleistung hatte mein Testmodell mehr als genug, ist dafür auch entsprechend teuer. Der zusätzliche Grafikchip leistet im Notebookmodus gute Dienste, überschätzen sollte man seine Fähigkeiten nicht.

Vorteile und Nachteile

Gelungenes Design
Sehr scharfer, heller und kontrastreicher Bildschirm
Sehr hohe Leistung
Gute Tastatur und gutes Touchpad
Bildschirm sehr gut als Tablet nutzbar

Lüfter springt oft an
Netzteil wird sehr heiss
Hoher Preis

Technische Daten

Wie sich das Surface Book im Alltag schlägt, liest du demnächst auf watson.

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Brikne, 20.7.2017
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  • le croissant 19.02.2016 07:11
    Highlight Erst dachte ich so "cool, will ich," dann habe ich den Preis gesehen.
    2 0 Melden
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  • ⚡ ⚡ ⚡☢❗andre ☢ ⚡⚡ 18.02.2016 14:27
    Highlight Zuerst Gratulation an Microsoft, es ist lange her, sie eine Hardware gelaunched haben, die nicht Dead-on-Arrival ist.

    Ein Tablet mit nur 3h Akku-Laufzeit ist peinlich und für den Preis wo das SurfaceBook kostet, kriege ich ein MacBook(Air) und ein iPad Pro, die beide eine Laufzeit von +10h haben.

    Ich tippe mal darauf, es landet in einem Nischenmarkt.
    8 24 Melden
    • Tower204CH 18.02.2016 18:37
      Highlight Mag sein mich stört das nicht, es ist kein eigenständiges Tablet. Es ist ein Business Produkt, da ich Zürich arbeite und in Luzern Wohne kann ich mir gut vorstellen während der Zugfahrt das Tablet zu verwenden ohne das ich 2 Devices Rumtragen muss. Ein Nischen Produkt ist es jetzt schon nicht mehr.
      11 3 Melden
    • Fumo 19.02.2016 08:27
      Highlight "für den Preis wo das SurfaceBook kostet, kriege ich ein MacBook(Air) und ein iPad Pro"

      Beweise mir diese Aussage, aber mit den selben Spezifikationen bitte.
      5 0 Melden
    • ⚡ ⚡ ⚡☢❗andre ☢ ⚡⚡ 19.02.2016 12:20
      Highlight Macbook Air: CHF 900
      iPad Pro: CHF 850
      Total: CHF 1750
      Specs: i5, 4GB Ram, 128Gb Speicher

      Surface Book: CHF 1700, i5 8GB, 128 GB Speicher

      Also Definitiv in der gleichen Preisklasse, und von den Specs ebenfalls vergleichbar. Nur, beim ersten kriegt man 2 Geräte, die man unabhängig voneinander verwenden kann mit viel grösserer Akkulaufzeit.
      0 3 Melden
    • Tower204CH 19.02.2016 13:51
      Highlight Das ist ja genau das Ziel das man nur noch ein Device Herumtragen muss. Aber Letzendlich egal Sie verwenden OSX und kein Windows somit kommt das Device für Sie eh nicht Frage. Ob es für Sie eine Alternative wissen wir erst in 2-3 Jahren wenn so ein Device erscheint mit einem Angebissenem Apfel auf der Rückseite. PS: 4 GB Ram und 8 Gib Ram ist dan ein Massiver Unterschied.
      4 0 Melden
    • Fumo 19.02.2016 14:58
      Highlight @Andre "Vergleichbare Specs" nenne ich doppeltes RAM nicht geschweige dass der i5 im MacBook Air schwacher getaktet ist.
      Ausserden ist das Surface Book um ca. 2 Zoll grösser als das MacBook Air und last but not least ersetzt es beide, deswegen kostet es, fast, so viel wie beide zusammen. Und jeder Buchhalter findet bestimmt auch dass 50.- mehr NICHT "für den selben Preis" bedeutet ;).
      1 0 Melden
    • ⚡ ⚡ ⚡☢❗andre ☢ ⚡⚡ 19.02.2016 15:22
      Highlight Noch ein Vergleich:
      MacBook Pro 15": CHF 2150
      iPad Air 2: CHF 550
      Total: CHF 2700
      Die Specs vom MBP schlagen das Surface Book links und rechts. Das iPad ist superklein und kann mitgenommen werden, wenn man wirklich nur ein Tablet braucht. Hat auch eine lange Laufzeit und sieht auch nicht peinlich aus, wenn man es bedient.....

      Ich verwende OS X und Windows, aber darum geht es nicht. Apple Notebooks sind auch extrem gute Windows Notebooks :-)
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  • Tower204CH 18.02.2016 12:59
    Highlight Kannst du bekannt geben welche Updates bei deinem Surface Book Installiert sind? Da bei dir das Gerät Sauber läuft würde mich wunder nehmen ob das Gestern erschienen Update bereits Installiert war?
    3 0 Melden
    • Oliver Wietlisbach 18.02.2016 13:22
      Highlight Der Artikel ist von Spiegel-Online-Redaktor Matthias Kremp. Ich kann dir daher nicht sagen, welches Update er installiert hat. Du erreichst ihn via @mkremp auf Twitter.

      Mein eigenes Surface-Book-Testgerät funktioniert übrigens bis jetzt auch fehlerlos.
      5 1 Melden
    • Tower204CH 18.02.2016 13:34
      Highlight Danke. Ich bin mir nicht sicher ob es das SurfaceBook wird oder doch das Lenovo Yoga 900.
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