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Ton, Kamera, Licht, Action! Vor genau 25 Jahren präsentierte Microsoft Windows 3.0

Am 22. Mai vor 25 Jahren präsentierte Bill Gates Windows 3.0 unter dem Slogan «Witness the Transformation». Mit Windows 3 erreichte Microsoft seine bis heute unangefochten dominierende Position im PC-Markt.

22.05.15, 16:07

Wir schreiben das Jahr 1990:

«Ton, Kamera, Licht, Action! Mit einer 2,5 Millionen Dollar teuren Show, die per Satellit in sechs weitere US-Städte und ins kanadische Toronto übertragen wurde, präsentierte Bill Gates die grafische Oberfläche Windows 3.0. Zu krachender Stampfmusik zeigte Gates im City Center Theater in New York, wie man Fenster verschiebt, Icons anklickt und den Bildschirm-Hintergrund verändert. Farben! Fonts! Sexy aussehende Schaltflächen!» 

heise.de

«Am Ende der Präsentation zeigten die Kameras das Gesicht von Gates in Grossaufnahme, wie er seine Brille auf der Nase hochrückt und lakonisch sagt: ‹Cool!›», erinnert sich der deutsche IT-Journalist Detlef Borchers. In den US-Medien wurde Gates als Visionär und Tech-Superstar gefeiert. Aus heutiger Sicht sehen Software-Historiker wie Martin Campbell-Kelly die Frühphase von Windows weit nüchterner.

Das Techportal Heise zitiert ihn mit den Worten: «Microsoft war eine junge Firma (...), die sich durchfummelte und die richtige Software erst nach mehreren Anläufen produzierte.» Für den Software-Historiker schuf Windows 3.0 die Grundlage für den Markt mit Büro-Anwendungen, den Microsoft mit MS Office bis heute beherrscht. 

Bis Windows 3.0 verkaufte sich Microsofts Betriebssystem nur mässig. Die damaligen Platzhirsche im Bereich Textverarbeitung (WordPerfect) und Tabellenkalkulation (Lotus) wurden vom plötzlichen Windows-Erfolg überrascht und gerieten ins Hintertreffen. Lotus und WordPerfect hatten ihre Programme auf den Windows-Rivalen OS/2 ausgelegt, der ursprünglich von IBM mit Hilfe von Microsoft entwickelt worden war. Windows 3.0 war aber ein «Volltreffer», wie die «c't» im ersten Windows-Schwerpunkt in der Ausgabe 5/1991 schrieb.

Die Journalisten zeigten sich begeistert, da Windows erstmals echtes Multitasking mit DOS-Programmen ermöglichte. Microsoft liess IBM und OS/2 fallen und der Rest ist Geschichte. Mit Windows 95 erlangte Microsoft seine bis heute geltende Monopolstellung im PC-Markt. Mit Windows 10, das im Sommer erscheinen wird, versucht der Software-Gigant endlich auch im Smartphone- und Tablet-Geschäft Fuss zu fassen.

Das deutsche Techportal Heise hat die Geschichte von Windows 3.0 in einem lesenswerten Artikel detailliert zusammengefasst.

(oli)

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  • just sayin' 23.05.2015 16:57
    Highlight lustig wie es microsoft erst so spät gelungen ist die grafische oberfläche zu kopieren. fast 20 jahre nach xerox im parc und 10 jahre nach apple.

    wer sich ein wenig interessiert und ein wenig im internetz stöbern will, den erwartet eine interessante geschichte, wie das gui entstanden ist (und auch wie witzig guis damals aussahen)
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    • just sayin' 23.05.2015 20:13
      Highlight korrektur:

      xerox alto 1973
      apple lisa 1983

      (cheibe züg, das mit de zahle)
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  • sheimers 22.05.2015 18:04
    Highlight Im '93 habe ich mit M$ Windows angefangen, und im '97 wieder aufgehört. "Nie wieder!" habe ich mir geschworen. Zwischendurch hatte ich OS/2, das war ein nettes System, aber es gab kaum Software für Privatanwender. Bald bin ich dann auf Linux umgestiegen, dem ich bis heute treu geblieben bin.
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    • _calvin 22.05.2015 19:26
      Highlight Schön, bist Du mit Linux zufrieden. Jedes System hat seine Vor- und Nachteile sowie seine Anhänger - aus welchen Gründen auch immer.
      Deinen Beitrag verstehe ich hier in diesem Kontext nicht, was ist die Kernaussage?
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    • Gelöschter Benutzer 22.05.2015 21:24
      Highlight Ich habe 1998 mit Windows angefangen und 1999 mit Linux. Beides verwende ich bis heute. Linux allerdings nur am Rande. Windows ist ok. Windows läuft sehr stabil wenn man es nicht vermurkst was viele Leute machen. Windows NT 4.0 war damals (1996) ein Meilenstein. 2000, XP und alles was danach kam war darauf aufgebaut.
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