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Samsungs Meisterstück? Das taugt das Galaxy S8 wirklich

Halten Samsungs neue Android-Smartphones, was bei der Präsentation Ende März versprochen wurde? Hier gibt es den ausführlichen Testbericht von Spiegel Online, die besten Video-Reviews und eine Einschätzung zu den Preisen. 🇨🇭

19.04.17, 08:21 19.04.17, 10:05

Matthias Kremp / spiegel online

Ein Artikel von

Zum Inhalt: Wir ergänzen den Bericht des erfahrenen Hardware-Testers Matthias Kremp von Spiegel Online mit YouTube-Reviews bekannter Tech-Blogs. Konkret sind das:

In Eile? Ein 7-Minuten-Fazit gibts in diesem Technikfaultier-Video

Video: YouTube/Technikfaultier

Damit kommen wir zum Testbericht von Spiegel Online

Als Infinity-Display bezeichnet Samsung die Bildschirme seiner neuen Flaggschiff-Smartphones Galaxy S8 und Galaxy S8+. Unendlich sind die Displays natürlich trotzdem nicht. Der Begriff soll offenbar darauf hinweisen, dass die Displays der beiden neuen Handys so elegant um die Seite gebogen sind, dass man kaum erahnt, wo sie enden. Zumindest nicht, solange der Bildschirm abgeschaltet ist.

Beim Einschalten merkt man, dass etwas anderes viel wichtiger ist: Die Bildschirme vom S8 und S8+ wirken gestreckt, langgezogen und dadurch sehr schlank. Während die meisten Smartphones Bildschirme im 16:9-Format haben, das man vom Fernseher kennt, beträgt das Seitenverhältnis bei den neuen Samsungs 18,5:9.

«Wird es explodieren?»

Scherzhafte Einleitung zum Galaxy-S8-Review von The Verge

Samsungs Argument, man habe dadurch mehr Platz auf dem Bildschirm, ist richtig – allerdings nur in vertikaler Richtung. Zudem nützen einem die 400 zusätzlichen Pixelzeilen ausgerechnet beim Filmegucken oft nichts. Im Test präsentierten Google Play und Netflix Filme auf den extrabreiten Bildschirmen im 16:9-Format, mit dicken schwarzen Trauerrändern.

In der YouTube-App hingegen kann man das Videobild auf die volle Bildschirmbreite ausdehnen lassen. Dabei gehen freilich der obere und untere Bildrand verloren. Im Player von Amazon Prime Video werden manche Filme auf dem S8 bildschirmfüllend wiedergegeben, andere nicht.

Review von The Verge

Video: YouTube/The Verge

Extrapixel einschalten

Auch sonst hat man von den Extrapixeln nicht immer etwas. In vielen Apps beansprucht die virtuelle Tastenleiste am unteren Bildschirmrand einen Teil des Bildschirms. Sie ist nötig, weil das Galaxy S8 keine physische Home-Taste hat. In manchen Apps, etwa der Foto-App, wird die virtuelle Tastenleiste dezent ausgeblendet und springt nur hervor, wenn man sie braucht. Im Browser und vielen anderen Apps hingegen bleibt die virtuelle Home-Taste immer sichtbar.

Ohnehin nutzen die beiden Geräte ihre volle Auflösung im Auslieferungszustand nicht aus. Erst, wenn man die Bildschirmauflösung manuell ändert, wird von den voreingestellten 2220 x 1080 Pixeln auf die 2960 x 1440 Pixel hochgeschaltet, die die Bildschirme physikalisch haben.

Review von Android Authority

Video: YouTube/Android Authority

Lieber gucken als drücken

Anders als die Bildschirmauflösung kann man die Position des neuen Fingerabdruckscanners leider nicht ändern. Der Sensor liegt bei S8 und S8+ auf der Rückseite, rechts neben der Kamera. Beim Versuch, sich per Fingerabdruck zu identifizieren, wischt man als Rechtshänder fast zwangsläufig mit dem Finger über das Objektiv und verschmutzt es dabei.

Die Gesichtserkennung arbeitet da zuverlässiger: Sowohl mit als auch ohne Lesebrille erkennt das System mein Gesicht dank Infrarottechnik, sei es bei hellem Licht oder in völliger Dunkelheit.

Einen Fehler sollte Samsung aber noch beheben: Nach dem Einschalten oder einem Neustart weist das System nicht darauf hin, dass man sich erst mit seiner PIN oder einer anderen Methode anmelden muss, bevor die biometrischen Systeme nutzbar werden. Anfänger könnten an diesem fehlenden Hinweis scheitern.

Kameras kann Samsung

Darauf, dass die Kameras – wie schon beim Galaxy S7 – ein Highlight sind, muss Samsung hingegen nicht hinweisen. Das merkt man nach den ersten Schnappschüssen. Viel hat sich gegenüber dem Vorgängermodell allerdings nicht verändert: Die Hauptkamera hat 12 Megapixel und Blende F1.7, die Frontkamera wurde bei gleicher Blende von 5 auf 8 Megapixel aufgewertet.

Vor allem mit der rückwärtigen Kamera lassen sich teils hervorragende Fotos machen. Unsere Testbilder bei schlechter Beleuchtung ergaben zum Teil verblüffend gute Ergebnisse (siehe Fotostrecke). Die Kameras im S8 und S8+ gehören mit Sicherheit zum Besten, was man in dieser Kategorie derzeit bekommen kann.

Testbericht von Mobile Geeks

Video: YouTube/Mobilegeeks.de

Vergiss Bixby!

So gut die Kameras sind, so enttäuschend sind meine Erfahrungen mit Samsungs digitalem Assistenten Bixby – oder dem, was davon bislang fertig ist. Im März hatte Samsung Wunderdinge für seine künstliche Intelligenz versprochen. Leider ist die Bixby-Software auf meinen Testgeräten weit von dem entfernt, was da angekündigt wurde.

Zum Start soll die Sprachsteuerung nur auf Chinesisch und Koreanisch möglich sein. Englisch werde in ein paar Monaten folgen, die Anpassung an Deutsch noch länger dauern, heisst es von Samsung. Nach einem Update, das ich am 17. April auf den Testgeräten installieren konnte, tauchten die Sprachfunktionen immerhin auf, nutzen konnte ich sie jedoch nicht. Vorerst bleibt Bixby also ein stummer Diener.

Als solcher tut er nichts, was der ohnehin im Android-7.0-Betriebssystem des S8 vorhandene Google Assistant nicht auch könnte: Er zeigt Kalendereinträge an und erinnert an Termine, hat eine Wettervorhersage parat, listet ein paar aktuelle Nachrichten auf und kann noch ein paar weitere Kleinigkeiten. Ein Zusatznutzen gegenüber Googles Angebot ist nicht erkennbar.

Bericht von Curved

Video: YouTube/CURVED

Enttäuschend verliefen auch meine Versuche, Bixby Vision zu benutzen. Samsungs Versprechen: Die Software soll mit der Kamera fokussierte Objekte erkennen, Informationen oder ähnliche Bilder anzeigen – oder gleich auf einen Onlineshop verweisen können, in dem man solche Objekte kaufen kann. Tatsächlich klappte das bei 20 bis 30 Versuchen nur ein einziges Mal. Ansonsten konnte Bixby Vision nicht einmal einen Schokoladen-Osterhasen als solchen erkennen.

Das Fazit

Betrachtet man nur die Hardware, ist das Galaxy S8 Samsungs Meisterstück: Der Bildschirm ist grossartig, die Kamera sowieso, Design und Verarbeitung überzeugen, Leistung hat es genug. Doch der überambitionierte Versuch, neben dem Google Assistant eine eigene künstliche Intelligenz auf Android zu etablieren, scheitert vorerst mit Bausch und Bogen.

Wer mit dem Kauf eines S8 oder S8+ liebäugelt, sollte deshalb genau überlegen, ob sich die Anschaffung lohnt. Immerhin kostet ein S8 799 Franken, laut unverbindlicher Preisempfehlung des Herstellers (UVP), das S8+ gar 899 Franken. Beide Smartphones sind mit 64 GB erweiterbarem Speicher bestückt.

Gleichzeitig wird das immer noch sehr attraktive Galaxy S7 online zu Preisen ab 500 Franken angeboten, ein S7 Edge bekommt man ab 550 Franken. Die schärfste Konkurrenz zum neuen Galaxy S8 hat Samsung damit selbst zu bieten.

Review des Wall Street Journal

Video: YouTube/Wall Street Journal

«Der Kauf eines neuen Smartphones ist der ideale Zeitpunkt, um gleichzeitig das Abo zu wechseln.»

Verivox

Und auch das gab es...

So viel kosten die neuen Galaxy-Handys bei Schweizer Providern wirklich

Der Internet-Vergleichsdienst Verivox hat berechnet, wie viel das Galaxy S8 bei den Schweizer Telekom-Anbietern kostet.

Viele Konsumenten kaufen ihr Smartphone zusammen mit einem Mobilfunk-Abo. Sie erhalten das Gerät dann zu einem vergünstigten Preis. Viele achteten vor allem auf diesen Verkaufspreis, heisst es in der Medienmitteilung (11. April 2017). Relevanter seien aber die Gesamtkosten über einen längeren Zeitraum.

Ralf Beyeler, Telekommunikations-Experte von Verivox, hat die Gesamtkosten über eine Laufzeit von zwei Jahren berechnet. Neben dem Preis für ein Galaxy S8 mit 64 GB wurde das Abo und die Nutzung des Smartphones berücksichtigt, aber auch versteckte Kosten wie die Minutentaktung.

Verivox zeigt uns anhand von drei Profilen, mit welchen Gesamtkosten die Kunden rechnen müssen. Die Unterschiede seien riesig, bis zu 600 Franken für die identische Nutzung.

Profilbeschrieb: Der «Digital Native» braucht sein Gerät fast ausschliesslich für das mobile Internet und telefoniert lediglich 15 Minuten im Monat. Er benötigt eine «echte Flatrate» für schnelles Internet, da er stundenlang Videos und Musik streamt.

Profilbeschrieb: Der «Normalo» telefoniert jeden Monat 100 Minuten, verschickt 30 SMS und überträgt maximal 1 GB Daten.

Profilbeschrieb: Der «Wenignutzer» telefoniert monatlich 30 Minuten, verschickt 10 SMS und überträgt 200 MB Daten. infografik: verivox

Und die neuen Swisscom-Abos?

«Zeitgleich mit dem Galaxy S8 bringt Swisscom ihre neuen inOne-Handy-Abos raus. (...) Da Swisscom die Preise für das Galaxy S8 mit den inOne-Abos bisher nicht kommuniziert hat, konnte Verivox leider nur die alten Tarife berücksichtigen.»

Medienmitteilung vom 11. April 2017. quelle: verivox

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User-Review:
Pulo112, 20.12.2016
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12 Kommentare anzeigen
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  • glüngi 15.05.2017 00:25
    Highlight Ich habe das s8+ jetzt seit 8tage vor release und finde es den hammer. Ich komme von einem iphone6+ bin mit grosse handys gewöhnt. Es fühlt sich jedoch kleiner an weil es extrem angenehm gerundet ist. Und mit ein wenig nova launcher ist es wahnsinnig schön anzusehen. Ich bin natürlich einfach baff weil ich seit jahren mit ausnahme von ein mal nokia nur apple hatte was einfach langweilig wird.
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  • David1980 19.04.2017 23:39
    Highlight Finde diese Reagenzglastechnik nicht mehr ausbaufähig. Zumindest nicht im Thema Gorillaglas. Diese zerbrechlichen Geräte sind Roh einfach nicht mehr Alltagstauglich ohne einmal im Jahr seine Gläser ersetzen zu müssen.
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  • Pana 19.04.2017 15:25
    Highlight Der Werbespot:
    1 0 Melden
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  • rundumeli 19.04.2017 12:13
    Highlight schade kann beyeler nicht rechnen ... bekanntlich lohnen abos selten !
    also mal die rechnung mit prepaid ... mehr als 19.- pro monat braucht da kein normalo auszugeben ... mbudget etc. ... ... geheimtipp lyca eu19 (inkl. 3gb und unbegrenztes EU-tel-roaming für 19.- !) also :

    19.- x 24 + 799 = 1255.- ... geht doch :-)

    dschungelkompass hilft da mehr als verivox , by the way
    7 2 Melden
    • @schurt3r 19.04.2017 14:24
      Highlight Musste grad meinen Kommentar löschen, weil ich nicht genau gelesen hatte ;-)

      PS. Danke für den Prepaid-Tipp!
      3 0 Melden
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  • TheMan 19.04.2017 10:55
    Highlight Ich habe gehört, die Kamera sei nur gut. Nicht besser als die Konkurrenz. Ebenfalls setze der Fingerabdruckscanner ab und zu aus. Und die Position dieses Scanners ist nicht optimal (neben der Kamera.)
    9 16 Melden
    • TheMan 19.04.2017 12:35
      Highlight Ach ja und den Rotstich des Display nicht vergessen.
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  • Süffu 19.04.2017 09:33
    Highlight Diese doofen infinity-displays - habe ja auch nicht fingerless hands...
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  • Gelöschter Benutzer 19.04.2017 08:46
    Highlight Der ideale Zeitpunkt um sich ein S7 Edge zu kaufen. Lieber immer erst ein Jahr warten und dann richtig gute Geräte günstig kaufen.
    29 6 Melden
    • Wonderboy 19.04.2017 09:57
      Highlight Liebäugle auch gerade mit dem S7 Edge oder dem Honor 8 Pro.
      Das S8 ist für das was es bietet einfach zu teuer.
      18 3 Melden
    • xlt 19.04.2017 12:54
      Highlight @Wonderboy: Das Honor kann ich empfehlen. Ich habe es nun 2 Wochen im Einsatz und kann eigentlich nichts bemängeln. Der Akku hält ordentlich, zwei SIM-Slots finde ich extrem praktisch (bin sehr regelmässig in Deutschland) und die Speichererweiterung ist für mich pflicht. EMUI 5 ist sehr gelungen und bietet alles was ich brauche.
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    • Flooo 19.04.2017 13:11
      Highlight Honor 8 Pro kann ich total empfehlen. Von der Software her etwas speziell, aber wer ein günstiges und gutes Handy braucht findet kein besseres.
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    600

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