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Das Samsung Galaxy S6 sieht schick aus, ist aber mühsam zu reparieren. Bild: Bebeto Matthews/AP/KEYSTONE

Samsung Galaxy S6 Edge: Teuer in der Herstellung, kaum zu reparieren

Experten haben Samsungs neues Smartphone-Top-Modell Galaxy S6 Edge auseinandergenommen. Ihr Fazit: Die Herstellung ist teurer als beim iPhone 6 Plus, Reparaturen sind extrem aufwendig.

16.04.15, 08:50 16.04.15, 09:35

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Auch wenn das neue Galaxy S6 Edge zu einem Hit werden sollte, Gewinne wie sie Apple mit seinen iPhones einfährt, wird es nicht einbringen. Und das, obwohl sich der koreanische Konzern bei seinem neuen Smartphone an der Preispolitik der kalifornischen Konkurrenz orientiert hat.

So in etwa kann man einen Bericht von IHS Technology interpretieren, der sich den Herstellungskosten des S6 Edge widmet. Die Experten des Unternehmens haben sich die 64-GB-Version des Samsung-Handys besorgt und auseinandergenommen. Anhand der Bauteile, die sie dabei gefunden haben, konnten sie die ungefähren Herstellungskosten errechnen.

Das Ergebnis der Berechnungen: Inklusive Arbeitszeit investiert Samsung etwa 273 Euro. Für ein ebenfalls mit 64 GB bestücktes iPhone 6 Plus haben die IHS-Experten dagegen Material- und Herstellungskosten von rund 226 Euro errechnet. Zwar kann man nicht davon ausgehen, dass diese Zahlen exakt den tatsächlich Kosten entsprechen, doch dürften sie zumindest ungefähr stimmen.

Lohnenswerter Verzicht auf den Speicherkartensteckplatz

IHS betont zudem, dass Apples iPhone teurer ist als das Galaxy. Für die USA stimmt das, dort kostet ein Galaxy S6 Edge mit 64 GB 800 Dollar, das entsprechende iPhone 6 Plus 850 Dollar. In Deutschland ist das Preisverhältnis allerdings ein anderes. Während Apple hier 900 Euro für ein iPhone 6 Plus mit 64 GB verlangt, wird das S6 Edge mit der gleichen Ausstattung bei Samsung mit 950 Euro gelistet.

Zugleich hat Samsung sein Preisgefüge an Apple angepasst. Jede Verdopplung des Speicherplatzes wird beim S6 mit 100 Euro berechnet, genauso also, wie es Apple bei iPhones und iPads handhabt.

«32 GB Speicher kosten Samsung etwa 13 Dollar, während 64 GB knapp 26 Dollar kosten», erklärt IHS-Manager Andrew Rassweiler. «Verglichen mit dem 32-GB-Modell macht Samsung beim 64-GB-Modell also ungefähr 87 Dollar mehr Profit.» Möglich wurde das nur, weil Samsung bei den S6-Smartphones keinen Steckplatz für Speicherkarten mehr einbaut, wie es das Unternehmen bei früheren Modellen getan hat.

Klebstoff, überall Klebstoff

Gegenüber den Vorgängermodellen hat sich bei den Galaxy S6 und S6 Edge offenbar auch die Reparierbarkeit drastisch verändert. Die Reparaturexperten von iFixit und iDoc haben die Geräte bereits auseinandergenommen und analysiert, wie gut sich Schäden an der Hardware der neuen Oberklasse-Handys beheben lassen.

Da die meisten Menschen ihre Handys nicht selbst reparieren, braucht einen die Bauweise nicht zu stark zu kümmern. Bild: KEYSTONE

Das Fazit fällt bei beiden sehr ähnlich aus, dabei aber leider wenig erfreulich. «Deutliche Rückschritte aus Nutzersicht sind vor allem die stark verklebten Komponenten, welche besonders häufige Reparaturen wie den Akku- oder Display-Tausch erschweren,» heisst es bei iDoc. Insgesamt sei das Galaxy S6 deutlich schwieriger zu reparieren als seine Vorgänger.

Ähnlich verheerend lautet das Urteil von iFixit zum Galaxy S6 Edge. Einerseits sei das Gerät sehr modular aufgebaut, sodass sich viele Bauteile einzeln austauschen lassen würden. Aber auch hier wird die intensive Verwendung von Klebstoff kritisiert. Zum einen sei das Gerät dadurch schwer zu öffnen, zum anderen der Akku sehr fest mit dem Gehäuse verbunden, ein Akkutausch daher schwierig.

Sollte einmal der Bildschirm Schaden nehmen, könnte die Reparatur teuer werden. Weil Display und Deckglas stark miteinander verklebt sind, sei es kaum möglich, die beiden Komponenten voneinander zu trennen, ein Austausch wäre also nur im Gesamtpaket möglich. (mak)

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