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Samsungs neue Smartwatch Gear S2 ist nun rund, der Vorgänger hatte noch Ecken.
Bild: spiegel online

Ausprobiert: Samsungs Gear S2 könnte die erste grossartige Smartwatch sein

Samsung präsentiert auf der Ifa seine erste runde Smartwatch – inklusive neuem Bedienkonzept und interessanter Mobilfunktechnik. Wir haben die Gear S2 angetestet.

04.09.15, 13:30 06.09.15, 19:43

Matthias Kremp / spiegel online

Ein Artikel von

Nach den vielen unterschiedlichen Modellen der letzten Jahre hat Samsung auf der Ifa in Berlin nun seine erste runde Smartwatch vorgestellt, die Gear S2. Das Gerät unterscheidet sich massiv von seinen Vorgängern, bietet viele neue Funktionen und hat eine überarbeitetet Bedienlogik. Zudem wird es verschiedene Varianten geben, die teils auch weitgehend autark vom Smartphone genutzt werden können.

Als Betriebssystem nutzt Samsung bei der Gear S2 wieder sein Tizen-System, das auch schon bei der 2014 vorgestellte Gear zum Einsatz kam. Mit Googles sehr strikt reguliertem Android Wear wäre es nicht möglich gewesen, die Funktionen und Fähigkeiten einzubauen, die in der Gear S2 zu finden sind.

Eine besonders prägende davon ist die Lünette, also der Ring, der das Ziffernblatt einfasst. Sie dient bei der Gear S2 zur Steuerung, abseits des Touchscreens.

Samsungs neue Smartwatch Gear S2: Jetzt wird an der Uhr gedreht

Der Bildschirm bleibt frei

So wie man bei Apple die Krone dreht, um durch Apps und Texte zu scrollen, verwendet man bei Samsung die Lünette für ganz ähnliche Aufgaben. Der Vorteil gegenüber rein Touchscreen-basierten Smartwatches: Der ohnehin kleine Bildschirm wird bei der Verwendung von Krone und Lünette nicht durch die Finger verdeckt, mit denen man bei anderen Geräten auf dem Display agiert.

Beim ersten Ausprobieren der Gear S2 machte die bewegliche Lünette einen guten Eindruck als ergänzendes Bedienelement. Indem man den beweglichen Rand um das Display dreht, scrollt man durch App-Listen, Nachrichten, Fitnessdaten. Zusätzlich sind seitlich zwei Knöpfe angebracht, die eine «Zurück»-Funktion haben beziehungsweise zum Homescreen zurück führen.

Vollkommen logisch und konsistent erscheint diese Art der Steuerung nicht. Um die neue Smartwatch zu bedienen, muss man ständig zwischen Lünette, Steuerknöpfen und Touchscreen wechseln. Zumindest anfangs wirkt das etwas mühsam.

Zwei Tage Akkulaufzeit

Neben dieser Änderung der Bedienlogik hat Samsung auch die mitgelieferten Apps und Funktionen erweitert. So gibt es beispielsweise eine Inaktivitätswarnung, wenn man zu lange gesessen hat, das kennt man von der Apple Watch. Sportliche Aktivitäten soll die Uhr selbstständig erkennen, etwa unterschieden können, ob man joggen geht oder eine Radtour macht.

Die Akkulaufzeit gibt Samsung mit zwei bis drei Tagen an. Wenn die Gear S2 das tatsächlich schafft, würde sie damit alle Android-Wear-Smartwatches und die Apple Watch weit hinter sich lassen. Das Aufladen selbst wird kabellos erledigt, Kabel sind also nicht nötig.

Ab in die Mitte

Eine Folge des runden Designs ist, dass Texte grundsätzlich mittig zentriert auf dem Bildschirm dargestellt werden. Das sieht auf den ersten Blick ungewohnt aus, hat aber gegenüber anderen runden Smartwatches den Vorteil, dass Texte im unteren und oberen Bereich nicht so drastisch beschnitten werden wie im Blocksatz.

Dank NFC-Chip ist die Gear S2 darauf vorbereitet, mit dem Bezahldienst Samsung Pay zusammenzuarbeiten, der kommendes Jahr eingeführt werden soll. Samsung spricht ausserdem davon, man könne die Smartwatch dank dieses Chips auch beispielsweise in Hotels als Zimmerschlüssel oder für andere Anwendungen nutzen.

Das setzt allerdings voraus, dass von Anbietern solcher Dienste angepasste Tizen-Apps programmiert werden. Genau das könnte ein Problem werden. Verglichen mit Android oder iOS ist Tizen kaum verbreitet und für Softwareentwickler deshalb nicht sehr attraktiv. Die Koreaner versprechen aber, dass zur Einführung der Gear S2 rund tausend Apps bereitstehen werden.

So gut oder eher so schlecht nutzen Smartwatches die Oberfläche effektiv aus. 
bild: via phandroid

Bemerkenswert: Die embedded-Sim

Die Gear S2 wird es in verschiedenen Versionen geben. Zum einen wird die Gear S2 mit einem sehr schlichten Design und Kunststoffarmbändern angeboten, zum anderen wird es ein Modell mit der Bezeichnung Classic geben, dessen Look sich mehr an herkömmlichen Uhren orientiert und das mit einem Lederarmband geliefert wird.

Zudem wird es eine 3G-Variante geben, die sich ohne Hilfe eines Mobiltelefons in Mobilnetze einbuchen kann. Vollkommen eigenständig wird aber auch diese nicht funktionieren, sondern via Mobilnetz auf die Daten des Handys zugreifen. Technisch gibt es hier eine bemerkenswerte Neuerung, eine sogenannte embedded-Sim, also e-Sim.

Diese Technik macht eine herkömmliche Sim-Karte überflüssig. Die Daten, die sonst auf einer Sim-Karte gespeichert werden, können hier via Mobilnetz einprogrammiert werden. Das spart Platz und macht den Einbau einer Sim-Karten-Schublade überflüssig.

Laut Samsung wird diese Variante allerdings in Europa nicht angeboten. Offenbar beherrscht der verwendete Chipsatz nicht die hier nötigen Mobilfunkfrequenzen. Nach dem Galaxy Note 5 ist dies bereits das zweite wichtige Produkt, das der koreanische Konzern nicht in die Schweiz bringt.

Positiv ist dagegen, dass die Gear S2, anders als manche der früheren Modelle, nicht nur mit Samsung-Smartphones, sondern auch mit Handys anderer Hersteller verwendet werden kann. Die Voraussetzung ist, dass auf diesen mindestens Android 4.4 läuft und mindestens 1.5 GB Arbeitsspeicher eingebaut sind.

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
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  • amazonas queen 07.09.2015 07:48
    Highlight Die Pebble lauft bei mir eine Woche mit einer Akkuladung. Das ist irgendwo akzeptabel. Ich hab keine Lust, ein Ladegerät für meine Uhr auf jede Dienstreise mitnehmen zu müssen. Egal ob Kabel oder nicht, den Stecker hast du trotzdem.
    1 0 Melden
  • marhu13 04.09.2015 13:20
    Highlight Schade, dass im Artikel nicht drinsteht wie viel das schmucke Stück kostet. Oder hab ich das einfach überlesen?
    9 0 Melden
  • Teslaner 04.09.2015 10:47
    Highlight Nichts grenz diese Uhr von der Apple Watch ab. Ausser der Mobilfunkchip, der in meinen Augen nicht nötig ist.

    Nfc hat die Apple Watch auch, die Krone zum steuern auch, die Apple Watch hat den besseren Bildschirm, Design ist subjektiv, die Apple Watch hat mehr Apps (das ist wohl das wichtigste).

    Trotzdem begrüsse ich, dass Samsung eine schöne NICHT-Android Uhr an den Start gebracht hat.
    10 36 Melden
    • Qwertz 04.09.2015 12:04
      Highlight Doch doch, die Uhr ist nicht so hässlich wie die Apple Watch und sie läuft auch mit Android-Smartphones.

      Und wer lange Akkulaufzeiten will, der soll sich eine Pebble kaufen.
      29 10 Melden
    • Mr. Riös 04.09.2015 12:43
      Highlight Doch, der Preis! ;)
      21 6 Melden
    • Raffaele Merminod 04.09.2015 13:21
      Highlight Design darf im Zusammenhang mit Apple nicht einfach nur subjektiv wahrgenommen werden. Ich würde sogar behaupten, das Steve Jobs die Apple Uhr so nie auf dem Markt gebracht hätte.
      Die Apple Uhr ist schlicht und einfach kein Design Objekt.
      Ich finde sie sogar hässlich.
      20 9 Melden
    • Teslaner 04.09.2015 14:20
      Highlight @Qwerz:
      Habe ich behauptet sie funktioniert nicht mit Android? Nein. Auf der Uhr läufft schlicht und einfach kein Android sondern Tizen. Und dort gibts nicht so viele Apps wie bei Apple.
      Ich habe bei meiner Apple Watch bisher nur positive Rückmeldungen zum Design erhalten. Zudem ist fast bei jedem Review das Design ein Pluspunkt. Trotzdem ist das Design sehr subjektiv. Habe nicht behauptet, eine Uhr sei die schönere als die andere.
      Der Preis kann durchaus ein Argument sein. Wer ein bisschen BWL/VWL-Kentnisse hat weis auch, dass eine Hochpreisstrategie (Apple) oft besser funktioniert als eine Tiefpreisstrategie (Samsung)

      7 20 Melden
    • Qwertz 04.09.2015 16:21
      Highlight @A-User: Ja klar, auf der Samsung läuft Tizen, aber in einer Version, die mit Android-Smartphones kompatibel ist. Ganz im Gegensatz zur Apple Watch.
      7 5 Melden
    • Ikarus 05.09.2015 18:59
      Highlight Qwertz, wow, es funktioniert mit android handys xD ja hoffentlich, tizens wirste net viele finden..
      Dazu biste wieder nicht aufs argument eingegangen das weniger apps zur verfügung stehn als bei ner android version, das einzige worauf er hingewiesen hat;)

      Wär jetzt cool gewesen wenns mit win10 und ios läuft, so einfach kein nennenswertes feature.

      Ab der 3-4g wirds sinnvoll umgesetzt genauso wie beim smartphone, alles vorher befriedigt nur die ungeldudigen unter uns.
      1 0 Melden
  • EvilBetty 04.09.2015 10:25
    Highlight Wo sind jetzt die ganzen Klappspaten die immer rumnölen es werde bei watson nur über Apple berichtet?
    12 21 Melden
    • Res1999 04.09.2015 13:04
      Highlight hier. Und wieder wurde nur von Spiegel Online übernommen. Und wieder wird nur mit Apple verglichen. Und Dein Ton wäre besser bei 20Min aufgehoben.
      19 9 Melden
    • EvilBetty 04.09.2015 13:30
      Highlight Zum Glück bestimmst nicht du wo ich kommentieren darf und wo nicht...
      10 10 Melden
    • zeromg 04.09.2015 13:42
      Highlight Apple vs. Samsung
      Watson vs. 20min.
      Habt ihr keine Hobbys?
      Trinkt ein Bier zusammen. BASTA
      16 2 Melden
    • Res1999 04.09.2015 14:19
      Highlight hast ja recht, zeromg... ein Bier werde ich trinken, aber dann doch lieber mit Freunden! Und garantiert ohne Apfelgeschmack! :)
      10 3 Melden
    • The Destiny 04.09.2015 14:25
      Highlight @zeromg bäh Bier.
      1 3 Melden
    • Jol Bear 04.09.2015 17:35
      Highlight Ja, welches Bier denn? Cardinal vs. Feldschlösschen; ok.-Bier vs. Heineken....
      8 1 Melden
    • Namenloses Elend 07.09.2015 00:07
      Highlight Wir nehmen Quöllfrisch. Wer das nicht mag, kann ich auch nicht helfen. Basta!

      :-)
      2 1 Melden

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