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«So wird der Kunde vollkommen gläsern» – Konsumentenschützerin schiesst gegen Migros

Publiziert: 26.10.16, 13:45 Aktualisiert: 26.10.16, 22:57

Aktionen auf den Kunden abgestimmt: Bald in der Migros. Bild: KEYSTONE

Was bei der Hotellerie und bei den Flugpreisen längst Realität ist, hält auch im Detailhandel Einzug: Angebote, die auf das individuelle Nutzerverhalten zugeschnitten sind. Die Migros experimentiert seit Anfang September bei Cumulus-Karten-Besitzern mit einem Pilotprojekt, das das persönliche Einkaufsverhalten mit Rabatten belohnt.

Der Clou: Mittels Erfassung der Konsumgewohnheiten kann der Detailhändler seinen Kunden ein massgeschneidertes Angebot vorlegen – und laut Experten gleichzeitig von Ertragssteigerungen von bis zu 10 Prozent profitieren. Das ruft Kritiker auf den Plan. Die angeblichen individuellen Rabatte seien nichts anderes als individuelle Preise. Was auf den ersten Blick nach einem guten Deal für den Kunden aussieht, hat tatsächlich seine Tücken. Wer reich ist, bezahlt effektiv mehr, so die Befürchtung. Auch die angeblich zu laschen Datenschutzbedingungen lösen Bedenken aus.

Sara Stalder, Geschäftsleiterin der Stiftung für Konsumentenschutz. Bild: KEYSTONE

Jetzt fährt die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) schweres Geschütz auf: In einem offenen Brief an Migros-CEO Herbert Bolliger prangert sie die Praktiken der Genossenschaft an und fordert Transparenz. Es gehe nicht an, dass die Rabattaktionen nicht sauber deklariert würden. Zwar verspreche die Migros Transparenz bezüglich der Verarbeitung der Cumulus-Kundendaten. Allerdings gehe nicht klar hervor, dass genau diese Daten für Gutscheine, Coupons und Cumulus-Aktionen genutzt werden.

Die Migros weist die Vorwürfe zurück. Mit Geheimnistuerei habe das nichts zu tun, schreibt CEO Bolliger in einer Replik auf den offenen Brief des SKS. Im Gegenteil würde Transparenz bei der Migros grossgeschrieben: So sei die Einführung des personalisierten Marketings vorgängig im hauseigenen Magazin kommuniziert worden. Auch habe jeder Cumulus-Karten-Besitzer zugestimmt, dass seine Daten für personalisierte Angebote genutzt werden.

Im Interview mit watson doppelt Sara Stalder, Geschäftsleiterin der SKS, nach. Die Kundenkarten gaukelten den Konsumenten einen Gewinn vor, dabei seien die Daten, die Migros sammle, ein Vielfaches der Rabatte wert. «Die Kunden werden hier über den Tisch gezogen», so das Fazit der Konsumentenschützerin. Stalder hofft, dass die hängige Revision des Datenschutzgesetzes die Sammelwut der Detailhändler bremse und gleich lange Spiesse für Unternehmen und Konsumenten schaffe.

Offener Brief der SKS

bild: screenshot/sks

Die Konsumentenschützerin zeigt sich zuversichtlich, dass die Kunden den Detailhändler abstrafen werden. Demgegenüber verweist Migros-Sprecher Luzi Weber auf die positiven Rückmeldungen: «Die Kunden freuen sich über die massgeschneiderten Angebote und lösen die entsprechenden Coupons ein.»

Frau Stalder, was haben Sie am System der personalisierten Angebote auszusetzen?
Sara Stalder: Das System basiert darauf, dass der Kunde beim Einkaufen mit der Cumulus-Card oder Supercard in Hülle und Fülle Daten abgibt. Diese werden dazu verwendet, dem Kunden ein massgeschneidertes Angebot zu präsentieren. Nicht ausgeschlossen werden kann, dass die Detailhändler weitere Datensätze hinzukaufen. So wird der Kunde vollkommen gläsern. Dabei wird mit Algorithmen gearbeitet, die niemand nachvollziehen kann. Die Detailhändler können die Vorlieben der Kunden haarklein aus Tausenden von persönlichen Datensätzen herausfiltern.

Was ist schlecht an individuellen Rabatten? Immerhin spart der Kunde so Geld?
Rabatte sind nichts anderes als eine schönfärberische Bezeichnung für individualisierte Preise. Diese sind grundsätzlich problematisch, bei Alltagsprodukten wird es aber richtig undurchsichtig und damit manipulativ, weil man als Kunde keine Vergleichsmöglichkeiten mehr hat. Zum gleichen Zeitpunkt X kostet das Toilettenpapier für Frau Müller mehr als für Herrn Kunz. Ohne dass Herr Kunz oder Frau Müller davon wissen.

Wieso ist das so gefährlich?
Weil intransparente Preise in der Regel dazu führen, dass der Händler das Preisgefüge erhöht – ohne dass man als Kunde etwas davon erfährt. Gleichzeitig wird man als Kunde dazu animiert, mehr zu kaufen, weil einem Rabatte für alles mögliche angezeigt werden – vom Putzlappen bis zum Brot.

«Die Leute verscherbeln ihre Daten zum Nulltarif.»

Hotellerie und Fluganbieter gestalten ihre Preise schon länger flexibel. Wieso sollte der Detailhandel hier nicht nachziehen dürfen?
Da gibt es einen wesentlichen Unterschied. Es stimmt zwar, dass Hotel- und Flugpreise stark schwanken, also dynamisch sind. Aber im Unterschied zu dem Trend, den wir jetzt im Detailhandel beobachten, sind die Preise nicht personalisiert. Das heisst, die Preise verändern sich zwar über die Zeit, ohne dass man als Konsument genau weiss, warum. Aber immerhin ändern sie sich in der Regel für alle gleich. Das ist in gewissem Mass nachvollziehbar. Zum gleichen Zeitpunkt bezahlen alle Leute den gleichen Preis für den gleichen Flug. Aber klar: Die Intransparenz ist auch bei den Hotel- und Fluganbietern riesig, als Konsument kann man das ebenfalls dort nicht nachvollziehen.

Sie fordern in einem offenen Brief die Migros zur Transparenz auf. Die Migros kontert, dass sie Transparenz bereits gewährleiste ...
Ja, im Kleingedruckten ist das festgehalten. Aber wer, bitte schön, liest vor einem Einkauf auf der Migros-App die AGB? Das Perfide ist, dass die Kundenkarten als gute Sache, als Gewinn für den Konsumenten abgegeben werden. Über die Jahre konnte man das in die Köpfe der Kunden einhämmern: ‹Wenn ihr unsere Karten im Portemonnaie habt, dann gewinnt ihr.› Was passiert in der Realität? Die Leute verscherbeln ihre Daten zum Nulltarif. Und die Unternehmen kennen die Menschen mittlerweile besser, als sie sich selber kennen. Denn Datenbanken haben ein unendliches Fassungs- und Erinnerungsvermögen.

«Das Recht auf Vergessen müsste auch für digitale Daten gelten.»

Man könnte behaupten: Wer sich eine Kundenkarte zulegt, ist sich bewusst, dass er damit einen Teil seiner Daten abgibt. Dafür profitiert er von den Rabatten.
Erstens sind sich die Leute ganz und gar nicht bewusst, dass sie bei jedem Einkauf ihre wertvollen Daten verramschen. Und zweitens entsprechen all die Aktionen niemals dem Gegenwert der Daten. Als Kunde wird man diesbezüglich über den Tisch gezogen: Die Detailhändler profitieren von riesigen Mengen an topaktuellen, genauen Kundendaten, die Kundschaft erhält dafür keinen Gegenwert. Das ist Fakt.

Dennoch: Müssen wir uns nicht auch selber ins Gebet nehmen? Wir gehen doch extrem leichtfertig mit unseren Daten um ...
Ja, da herrscht oftmals noch ein «analoges» Denken, also eine gewisse Sorglosigkeit, vor, das stimmt. Aber wir sind im Online-Zeitalter angekommen, das Recht auf Vergessen müsste auch für digitale Daten gelten. Es braucht insgesamt mehr Wissen über die Datennutzung und ein Empowerment der Nutzer.

Wo kann man hier ansetzen?
Es braucht Datensparsamkeit – und die höchste Einstellung beim Datenschutz. Anstatt in eine Sammelwut zu verfallen, sollten die Unternehmen dazu angehalten werden, die notwendigen Daten zu erfassen – und den Nutzer um Erlaubnis fragen, um die Daten weitergeben zu können.

Können Sie ein Beispiel für die erwähnten Datenschutzeinstellungen geben?
Nehmen wir das Beispiel Facebook. Wenn Sie als Facebook-User die höchste Privatsphäre wollen, dann müssen Sie in mühsamer Kleinarbeit eineinhalb Stunden die richtigen Stellen suchen und Häkchen setzen. Hier sollte von Anfang an die höchste Datenschutzeinstellung installiert sein. Wer diese lockern will, kann das anschliessend tun.

Die Detailhändler werden aber wohl kaum von sich aus auf das Sammeln von Nutzerdaten verzichten.
Nein, das Datensammeln ist eine Goldgrube. Darauf verzichtet niemand freiwillig. Das Problem liegt aber nicht nur bei den Detailhändlern. Der Datenschutzstandard in der Schweiz, so wie er sich jetzt präsentiert, lässt viele Verwendungsmöglichkeiten offen. In dieser Hinsicht ist uns die EU deutlich voraus.

«Vorreiter in Sachen Datenschutz wird die Schweiz wohl nicht mehr.»

Der Datenschutz wird in der Schweiz nicht hoch genug gewichtet?
Nein, und ich bin auch nicht so optimistisch, dass sich das bald ändert. Bis das neue Datenschutzgesetz durch das Parlament ist, dauert es mindestens noch drei Jahre, und bis dahin wird es Widerstand geben.

Mit der geplanten Revision soll das Datenschutzgesetz verschärft werden.
Ja, Ende November kommt das überarbeitete Datenschutzgesetz voraussichtlich in die Vernehmlassung. Davon versprechen wir uns einiges. Insbesondere, weil die Schweiz dabei die Datenschutzrichtlinien der Europäischen Union und die Konvention des Europarats berücksichtigen muss. Gerade im Online-Handel, wo extrem viel grenzüberschreitend abgewickelt wird, ist eine Anpassung an europäische Richtlinien ein Muss. Dennoch: Vorreiter in Sachen Datenschutz wird die Schweiz wohl nicht mehr.

Wann hat die von Ihnen behauptete Individualisierung der Preise in der Schweiz begonnen?
Es ist ein relativ junges Phänomen, rund zehn Jahre alt. Startpunkt in der Schweiz war die Einführung der Kundenkarten. Diese markierte einen Wendepunkt in der Preispolitik der Detailhändler. Plötzlich waren sie in der Lage, sukzessive Daten anzulegen, Daten anzureichern und diese schliesslich gewinnbringend zu verarbeiten.

Dieses Phänomen wird aber nicht beim Detailhandel Halt machen.
Das ist richtig. Wenn man diesen Gedanken weiterspinnt, zeichnen sich beunruhigende Tendenzen ab. Denken Sie etwa an Versicherungspolicen. Es gibt Bestrebungen, diese mittels Tausender Nutzerdaten zu individualisieren. Dann wird es sehr schwierig für die einzelnen Personen, da wir alle manipuliert werden bezüglich Produkteauswahl und Preisgestaltung.

Coop brach im Sommer ein Experiment mit unterschiedlich hohen Rabatten nach harscher Kritik ab. Wie werden die Migros-Kunden reagieren?
Die Kunden werden das nicht goutieren, was auch richtig ist. Die Kundschaft wird auf andere, verlässliche Kanäle ausweichen – sofern andere Kanäle noch zur Verfügung stehen.

Apropos Migros: So gestaltete sich das Leben von Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler

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1.Wie wird Umsatz definiert?
Gewinn abzüglich Kosten
Erträge abzüglich Aufwand
Preise multipliziert mit Absatzmengen
Preise abzüglich variabler Kosten
2.Wie nennt man im Börsenwesen die Geschäfte, die die Kurs- oder Zinsunterschiede zwischen einzelnen Börsenplätzen ausnutzen?
Parität
Arbitrage
Slump
Fibor
3.Nicht alle, aber viele der menschlichen Bedürfnisse werden durch den konsum von Gäütern befriedigt. In diesem Zusammenhang ist oft von freien Gütern die Rede. Was sind aber freie Güter?
Güter, die auf freien Märkten gehandelt werden.
Güter, die sozial Schwache kostenlos beziehen können.
Güter, über deren Kauf der Konsument frei entscheiden kann.
Güter, die im Überfluss vorhanden sind und daher kein Geld kosten.
65 Kommentare anzeigen
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  • Baba 26.10.2016 23:32
    Highlight Liebe Frau Stalder, niemand, ich wiederhole NIEMAND muss eine Kundenbindungskarte (Supercar, Cumulus undwiesiealleheissen) an der Kasse vorweisen! Wenn die Kunden auf die mit diesen Karten verbundenen Angebote verzichten wollen, dann zeigen sie ganz einfach die Karten beim Einkauf nicht. Auf welchem Planet lebt Frau Stalder, wenn sie jammert, es sei nicht transparent, dass Cumulus Daten für Cumulus Angebote verwendet werden (sic!)? Ich habe definitiv lieber ein Rabattangebot für einen Artikel, den ich immer wieder kaufe, als für ein xbeliebiges Produkt.
    Was genau also ist jetzt das Problem???
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    • Phipsli 27.10.2016 08:27
      Highlight Dich stört es in dem Fall auch nicht wenn du für einen Artikel mehr bezahlst denn du nicht immer kaufst?
      9 2 Melden
    • Baba 27.10.2016 10:18
      Highlight Phipsli: es ist nicht so, dass ich *mehr* für den Artikel bezahle, sondern einfach den regulären Preis. Dass ich ihn mal ein wenig günstiger erhalte, als Belohnung der Kundentreue/Artikeltreue finde ich persönlich gut. Jemand anderes erhält "seine/n" Artikel mal zu besseren Konditionen, stört mich nicht.
      Und wenn ich nicht will, dass der Grossverteiler über mein Einkaufsverhalten Bescheid weiss, lasse ich die Karte eben stecken... Gläsern wird nur, wer es zulässt und genau deswegen verstehe ich Frau Stalders quengeln nicht.
      Das neue NDG macht aus uns gläserne Bürger, nicht Migros oder Coop!!
      8 1 Melden
    • Phipsli 27.10.2016 12:42
      Highlight @Baba: Gleiche Preise für alle, die haben genug Möglichkeiten Gewinn aus den Kundendaten zu machen, aber unterschiedliche Preise geht gar nicht. Wenn einer keine Kundenkarte will, was absolut verständlich ist bezahlt er mehr(bekommt keinen Rabat ist übrigens das gleiche wie mehr bezahlen) das kanns nicht sein....
      2 2 Melden
    • Baba 27.10.2016 16:02
      Highlight Es ist und muss jeder Firma freigestellt sein, wann und wo sie Vergünstigungen gibt. Für all jene, die keine Kundenkarte haben (wollen) gibt es immer noch genügend "Allgemeinaktionen/-rabatte". Mich würde es dann anfangen zu nerven, wenn sämtliche Vergünstigungen nur noch mit der Kundenkarte erhältlich wären. Sind sie aber nicht.
      Nein, "kein Rabatt" ist nicht das gleiche wie "mehr bezahlen", das ist einfach "den normalen Preis" bezahlen.
      Man kann doch nicht einfach den Föifer und 's Weggli verlangen - ich gebe was von mir und bekomme was, ich gebe nichts und bekomme nichts. It's that easy.
      1 1 Melden
    • Phipsli 27.10.2016 16:34
      Highlight Sobald ein Artikel nicht für jedermann gleich teuer ist entstehen Ungerechtigkeiten. Da kannst du noch x-mal sagen "einfach den normalen Preis bezahlen" das ändert nichts, it's that easy. Es hat auch nichts mit "Föifer und 's Weggli verlangen" zu tun die verdienen schon so genug an unseren Daten. Ich muss ja auch nicht alles gut finden nur weil ich meine Daten gebe. Individuelle Preise geht meiner Meinung nach gar nicht.
      1 2 Melden
    • Baba 27.10.2016 23:18
      Highlight Phipsli - let's agree to disagree :-)
      1 0 Melden
    • Phipsli 28.10.2016 08:15
      Highlight so sei es Baba ;-)
      1 0 Melden
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  • MaxHeiri 26.10.2016 23:07
    Highlight Selber schuld wer wegen ein paar Mirkoprozent Rabatt seine Cumuluskarte zeigt 😎
    7 3 Melden
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  • Purple Banana 26.10.2016 20:54
    Highlight Der einzige Grund warum ich eine Cumulus Karte habe ist für die Solikarte. Finde ich super und Coop sollte da endlich auch mitmachen.

    http://solikarte.ch 👍


    13 3 Melden
    600
  • Charlie Runkle 26.10.2016 20:25
    Highlight Wir sind alle Opfer des Kapitalismus und der 1%....... Es wird Zeit für eine Revolution!!!!
    21 4 Melden
    • DailyGuy 27.10.2016 08:09
      Highlight Genau. Weil ja Revolutionen immer nur positiv geendet haben.
      Der Kommunismus, das Gegenstück zum Kapitalismus ist keine Option. Der Mensch ist nicht darauf eingestellt, alles mit allen zu teilen und den Eigenen Besitz aufzugeben. Es gibt ja wohl einen Grund wieso die Udssr und die DDR die Leute mit eiserner Hand führen musste.
      2 4 Melden
    • Charlie Runkle 27.10.2016 11:14
      Highlight Meine fresse da schreit man nach Revolution und bekommt stattdessen Geschichtsunterricht.....
      5 2 Melden
    600
  • Zwingli 26.10.2016 20:18
    Highlight mich nimmt wunder wiviele leute ja beim NDG gestummen haben die jetzt aufschreien.
    32 2 Melden
    • Raphael Stein 27.10.2016 11:37
      Highlight Etliche würd ich meinen.
      Aber beim NDG ist es einfacher mit den Aktionen. Dort ist dauerhafter aktionismus vorgesehen, bei der Migros nur wenn diese Cumuluskarte gezeigt wird.
      1 0 Melden
    600
  • Don Alejandro 26.10.2016 19:34
    Highlight Ich erhalte individuell 10% Rabatt, ein anderer nichts, der andere 50%. Ach wie schön ist die gläserne Transparenz, welche gar keine ist - zumindest für Konsumenten.
    15 0 Melden
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  • @cyclingsimon 26.10.2016 19:32
    Highlight Wenn Hotels oder Fluggesellschaften Yield Management machen, sagt niemand was. Sogar die Sbb macht es, alle grossen Händler (Ochsner Sport, Digitec, etc) mit Gutscheinen in Newsletter Marketing sowieso. Aber bei der pösen pösen Migros drehen alle durch.

    Willkommen im 21 Jahrhundert :-)
    19 6 Melden
    • Hans Jürg 27.10.2016 10:51
      Highlight Ich verweigere mich jeglichem Yield Management (so weit ich das überhaupt noch kann).
      0 0 Melden
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  • Lorenzo (1) 26.10.2016 19:15
    Highlight Also ich habe lieber ein personalisierten, auf mein Einkaufsverhalten zugeschnittenen Rabatt als irgendeine pauschale 50 % Aktion auf Grabkerzen, wie letzte Woche in der Migros ⚰️
    15 5 Melden
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  • Pointer 26.10.2016 18:21
    Highlight Du willst kein gläserner Kunde sein? Dann benutz die Karte nicht!
    42 4 Melden
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  • R&B 26.10.2016 18:11
    Highlight Migros wird immer mehr ein rücksichtsloses Unternehmen: Kunden hinterhältig mit Cumulus mehr Geld aus der Tasche ziehen und kleine Produzenten kaputt machen, in dem Migros frech deren Produkte kopiert.
    21 29 Melden
    • Fabio74 26.10.2016 19:32
      Highlight Hinterhältig? Naiv ist, wer meint mit Gratiskarten keine Daten von sich zu liefern.
      Migros kopiert Produkte aus der Anfangszeit, als die Hersteller die Migros boykottierten. Im Übrigen beschäftigt Migros in ihren Produktionsbetrieben 1000e Leute.
      16 4 Melden
    • R&B 27.10.2016 12:46
      Highlight @Fabio: Migros kopiert noch heute und sogar kleine Schweizer Unternehmen, die Innovationen auf den Markt bringen. Sobald der Markt von den Kleinen aufgebaut ist, kopiert Migros diese und zerstört die kleinen Unternehmen. Ich weiss es aus erster Quelle. Soeben wieder vor 3 Monaten geschehen.
      1 3 Melden
    • R&B 28.10.2016 12:47
      Highlight Ich bin echt sprachlos, dass es Leute gibt (Blitze), die es toll finden, dass Migros Produkte von kleinen Schweizer Unternehmen kopiert und diese so in den Konkurs treibt.
      0 0 Melden
    600
  • Miicha 26.10.2016 16:53
    Highlight Was für ein Theater. Das ist man sich bewusst wenn man diese Karten hat. Für die Rabatte zahle ich mit meinen Daten, ist halt so.
    28 8 Melden
    • Digital Swiss 26.10.2016 23:50
      Highlight Deine Mama, dein Opa oder dein kleiner Bruder auch?
      3 3 Melden
    • Miicha 27.10.2016 11:32
      Highlight Ja das traue ich ihnen zu.
      1 1 Melden
    600
  • giguu 26.10.2016 16:27
    Highlight Wie viele das wohl mit dem Smartphone lesen und sich empören, währenddem das Smartphone ...... :)
    48 7 Melden
    • pamayer 26.10.2016 18:01
      Highlight ... google jedes sätzli, das ich schreibe, jeden anruf, den ich tätige, jeden km, den ich zurücklege, jedes kommentärli, das ich schreibe, jedes progrämmli (äh: app), das ich lade, jede website, die ich besuche und noch vieles mehr speichert und unbeschränkten zugang dazu hat.

      und erhalte immer nette einladungen, meine 'bilder und sounds und filmchen' in irgend einer seeehr sicheren cloud zu speichern.

      wenns aber bei der migros intransparenterweise ins geld geht, ist das schon recht heikel.
      25 4 Melden
    • giguu 26.10.2016 19:50
      Highlight Danke für die Ergänzung, meine Pause war grad vorüber 😂
      3 1 Melden
    600
  • Tscheggsch? 26.10.2016 16:01
    Highlight Also bleiben die Preise an den Artikeln angeschrieben und erhalten gewisse Kunden/Kundinnen dann einen Rabatt oder gibt es keinen Grundpreis mehr und jede/r bezahlt nach dem eigenen Kaufverhalten? Denn bei letzterer Variante gäbe es ja überhaupt keine Vergleichsmöglichkeit mehr...
    19 0 Melden
    • Marcel Nandy Füllemann 26.10.2016 17:42
      Highlight Vermutlich werden deinem Migros-Heft entsprechend personalisierte Coupons beiliegen für auf dich zugeschnitte Produkte, welche auch nur auf deine Karte gültig sind :)
      Jedoch ist auch ein gewaltiges Rechencenter möglich, dass die Daten auswertet. Diese Daten werden dann mit deiner Karte verbunden sein, so dass die Angebote immer noch einen "Standardpreis" haben werden. Beim einlesen der Karte werden dann einfach die entsprechenden Informationen abgerufen und der Rabatt auf der Kasse gutgeschrieben. Dann geht der übliche Zahlprozess weiter :)
      4 1 Melden
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  • leu84 26.10.2016 15:48
    Highlight Erinnert mich an meine BWL-Lehrerin. Sie hütete eine Katze während der Ferien einer Freundin und musste auch mal Katzenfutter kaufen gehen. Sie benutzte die Cumulus-Karte beim Bezahlen. Keine 2 Wochen später kam neben de normalen Werbung, Prospekte für Katzenfutter und Haustierspielzeug xD
    Das war vor gut 10 Jahren
    41 0 Melden
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  • -woe- 26.10.2016 15:47
    Highlight Das ganze Uebel begann ja schon vor Jahren, als mir der Metzger jeweils ein Würschtli offerierte (Kundenbindung über Kleinkinder - pfui!).

    Das Fairste ich halt doch immer noch der bewährte Tauschhandel anno 15'467 v.Chr.

    PS: Und wenn die Stiftung für Kosumentenschutz schon "STOP Werbung"-Kleber für den Briefkasten verteilt, müssen sie sich nicht wundern, wenn der Detailhandel andere Wege für die Bewerbung ihrer Aktionen sucht als der bewährte Prospekt.
    27 43 Melden
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  • Victor Brunner 26.10.2016 15:28
    Highlight Auch MIGROS fördert die Zweiklassen-Gesellschft! Die Habenden profitieren und die Wenigerhabenden zahlen dafür! Umverteilung von unten nach oben! Bolliger hat mittlerweile Sympathiewerte wie ein Platten bei einem Auto!
    17 45 Melden
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  • Hans Jürg 26.10.2016 15:02
    Highlight An dem Tag, wo man zum Einkauf bei der Migros eine Cumuluskarte zwingend braucht, hat mich Migros als Kunde verloren.
    50 3 Melden
    • Tscheggsch? 26.10.2016 16:02
      Highlight Dieser Tag kommt wahrscheinlich nicht... Eher dass wir uns alle irgendwann einen Chip implantieren dürfen...
      23 2 Melden
    • Hans Jürg 26.10.2016 17:06
      Highlight "dürfen" ;-) der ist gut :-) :-)

      10 1 Melden
    • Psychonaut1934 26.10.2016 19:42
      Highlight Da ich regelmässig alles verliere, würde ich einem Chip sofort zustimmen.
      3 3 Melden
    • Tscheggsch? 27.10.2016 07:43
      Highlight Ich hoffe, Sie haben den Unterton rausgelesen :-D
      1 0 Melden
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  • Libertas 26.10.2016 14:46
    Highlight Ich habe weder Supercard noch Cumuluskarte und bezahle immer in bar. Migros und Coop haben somit keine Informationen über mich und das ist auch gut so!
    49 16 Melden
    • helios 26.10.2016 15:03
      Highlight Das handhabe ich auch so. "Gut so" finde ich das allerdings nicht, denn wir subventionieren die Rabatte der Datenprostitution.
      40 8 Melden
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  • Pasch 26.10.2016 14:44
    Highlight "Auch habe jeder Cumulus-Karten-Besitzer zugestimmt, dass seine Daten für personalisierte Angebote genutzt werden"
    Ja es haben alle die AGB's gelesen...
    Mol mol sicher natürlich, AGB's lesen ist mein Hobby...
    Zum Glück hab ich den Quatsch nicht... und NEIN! an Coop das war jetzt keine Aufforderung gleichzuziehen!
    21 20 Melden
    • Marcel Nandy Füllemann 26.10.2016 17:46
      Highlight @ Pasch: Zuerst einmal, ich lese natürlich auch keine AGB's ;-)
      Jedoch setzt man seine Unterschrift unter das Formular, was es rechtlich verbindlich macht. Das Häckchen im Netz ist dem gleichzusetzten. Daher lieber einmal auf beides verzichten, wenn man sich nicht sicher ist ;-)
      8 0 Melden
    • milkdefeater 26.10.2016 18:46
      Highlight @Marcel: Man ist sich nie sicher. Ich kenne niemanden der die AGB jemals gelesen hat. AGB sind eine rechtliche Waffe der Anbieter und eine Verkackeierung der Kunden. Schliesslich könnte dort alles drin stehen. #freeusfromterms&conditions
      3 3 Melden
    • Marcel Nandy Füllemann 26.10.2016 19:09
      Highlight milkdefeater: wie gesagt ich les auch keine AGBs, bin also auch kein Freund davon ;-D
      Wollte nur die Rechtslage aufzeigen und zum denken anregen, wo man das nächste mal seinen "Chribbel" oder das Häckchen setzt :)
      3 0 Melden
    • Rhabarbara 27.10.2016 07:31
      Highlight Ich lese AGB,möchte nämlich nicht als human cent-ipad enden ^^
      1 0 Melden
    600
  • kleiner_Schurke 26.10.2016 14:42
    Highlight Selber habe ich keine Supercard. Dafür kaufe regelmässig mit einer fremden Supercard ein, damit meine Freunde, die das wollen, von meinen Punkten profitieren können. Auf das Kartenkonto fliessen also Daten von verschiedenen Personen die Einkaufen. Das muss ein tolles “massgeschneidertes“ Rabattangebot abgeben...
    57 3 Melden
    600
  • Dinolino 26.10.2016 14:42
    Highlight händsi kumulus?
    22 2 Melden
    • helios 26.10.2016 15:10
      Highlight Supercard? Bollini? Giocattoli?
      6 1 Melden
    600
  • Rba111 26.10.2016 14:37
    Highlight Man muss ja nicht bei Cumulus mitmachen. Es gibt ja auch Aktionen für Alle. Und wenn man bei Cumulus mitmacht hat das halt auch seinen Preis. Man provitiert jedoch wieder von individuellen Angeboten.
    Jeder hat die Freiheit selber zu bestimmen. Den Fünfer und das Weggli gibt es auch hier nicht.
    47 11 Melden
    • Maett 26.10.2016 16:09
      Highlight Wenn man nicht mitmacht hat man allerdings die Ehre, die Aktionen für die Datenoffenlegungsfreunde (also die Cumulus-Besitzer) quer zu subventionieren.

      Transparent sind persönliche Aktionen auch nicht, bzgl. wie fair man gegenüber anderen Kunden behandelt wird. Bei Aktionen, die für alle dieselbe Gültigkeit haben, stellen sich solche Fragen nicht.

      Die Migros fördert mit solchen Entscheiden das freiwillige veröffentlichen von persönlichen Daten, das ist es, was daran so falsch ist.
      11 4 Melden
    600
  • Denk nach 26.10.2016 14:31
    Highlight Die Entwicklung finde ich sehr kritisch!

    Unternehmen sollten nie die Möglichkeit haben, Kunden bei alltäglichen einheitlichen Produkten über die Preisgestaltung zu steuern!

    Hier ist vorprogrammiert, dass früher oder später der Kunde in irgendeiner Form den schlechteren zieht.
    28 9 Melden
    • esmereldat 26.10.2016 16:48
      Highlight Der Kunde kann immernoch selbst entscheiden, was er kauft. Einkaufszettel zu Hause schreiben hilft da.
      5 8 Melden
    • Denk nach 26.10.2016 23:49
      Highlight Genau, der Kunde denkt er hat den freien Willen, wird aber ohne Wissen beeinflusst.... Und schreibt dann den Einkaufszettel ;-)
      1 1 Melden
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  • bebby 26.10.2016 14:23
    Highlight Köstlich...jeder der hier mitliest, liefert Daten frei Haus an Google, etc. Erst noch abhängig vom Standort.
    Wie Scott McNealy mal gesagt haben soll: Datenschutz ist eine Sache der Vergangenheit...anstatt sich zu sperren, sollte man besser endlich die positiven Seiten von Big data nutzen, z.B. die Gesundheitsdaten digitalisieren, so dass bei einem Unfall sämtliche lebenswichtigen Daten sofort zur Verfügung stehen.
    31 24 Melden
    • Homes8 26.10.2016 16:28
      Highlight Dann brauchen Sie aber unbedingt noch einen implantierten Chip, damit man Sie im Notfall auch zweifelsfrei identifizieren kann.
      15 1 Melden
    • meine senf 26.10.2016 16:56
      Highlight TOR-Browser (oder wenigstens ab und zu Cache löschen) rules.
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  • Phipsli 26.10.2016 14:11
    Highlight Gleiche Preise für alle, alles andere geht gar nicht. Ich mag z.B. Abwechslung und kaufe nicht immer die gleiche Produkte dann bekomme ich nur Rabatt auf das Produkt wo ich das letzte mal gekauft habe.. totaler Blödsinn und versuchte Manipulation!
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    • emo 26.10.2016 14:29
      Highlight Ich fahre auf Aktionen ab und werde von diesem neuen System profitieren - ich bin noch so froh, wenn mein Einkaufsverhalten möglichst detailliert ausgewertet und überall registriert wird - dann werde ich künftig nur noch mit auf mich zugeschnittener Werbung belästigt ...
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    • Bolly 26.10.2016 14:42
      Highlight Das habe ich auch schon gesagt, meine genau das gleiche wie du.
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    • Pasch 26.10.2016 14:51
      Highlight @emo und dann kaufen wir dir ein Laufgitter und du kriegst nur das was wir dir reinwerfen ;-)
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    • SeKu 26.10.2016 15:27
      Highlight Eine Taktik des Grossverteilers ist es auch, Ihnen Rabatte für das teurere "gleiche" Produkt zu geben, damit Sie das teurere ausprobieren (und dann hoffentlich da bleiben). Vielleicht fahren Sie also gar nicht so schlecht mit Abwechslung.
      Auch kriegen sie eher Rabatte für ein Produkt, welches Sie sporadisch kaufen als für eines, welches Sie sowieso immer kaufen.
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    • bokl 26.10.2016 19:59
      Highlight @emo/Bolly
      Glaubt ihr wirklich, Migros und Co. tätigen die nicht kleinen Investitionen in BigData, usw. damit sie als Kunde billiger einkaufen können?
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    • Bolly 27.10.2016 16:24
      Highlight Heute leider zur Norm, in den Hintergedanken um dann vorne was positives zu heften.
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Interdiscount narrt Kunden mit Preisschild-Roulette: Gestern 69.90 statt 89.90, heute plötzlich 69.90 statt 129 Franken

Wenn Produkte über Nacht zum Schnäppchen werden: Einem Interdiscount-Mitarbeiter wird dieses Spiel zu bunt. Er fängt an, Fotos von den fragwürdigen Aktionen zu schiessen. Der Elektronikfachhändler entschuldigt sich und spricht von Einzelfällen.

Roger Studer (Name von der Redaktion geändert) hat einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Dieser leidet als Interdiscount-Verkäufer, wenn er Produkte mit Preisschildern versehen soll, die den Anschein erwecken, die Ware sei im Preis heruntergesetzt, obwohl sie das nicht ist.

«Ich finde, da werden Kunden veräppelt», sagt Studer gegenüber watson. Er arbeitet seit mehreren Jahren bei der Coop-Tochter Interdiscount, einem der grössten Schweizer Anbieter von Heimelektronik. Ein bis zwei Mal pro …

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